Das Gelände des Unesco-Welterbe Zollverein aus der Luft, © Jochen Tack / Stiftung Zollverein

Kulturstadt Essen


Industriekultur und große Kunst

Unesco Welterbe Zollverein, Museum Folkwang, Villa Hügel & Co. – Essen ist auch nach dem Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 eine kulturelle Größe im Herzen des Ruhrgebiets.

Das Ruhrgebiet, in der Mitte Nordrhein-Westfalens gelegen, ist die größte Ballungsregion Deutschlands und sogar die fünftgrößte in ganz Europa. Die Städte hier, allesamt historisch durch Kohlebergbau und Stahlindustrie geprägt, schmiegen sich eng aneinander und lassen Stadtgrenzen bisweilen verschwimmen.

Die Metropole Ruhr wächst heute immer enger zusammen und blickt gemeinsam stolz auf die industrielle Vergangenheit zurück. Aus den früheren Industriestandorten wurden in den letzten Jahrzehnten beeindruckende Orte der Industriekultur: Alte Zechen, Gasometer und Hochöfen dienen heute als Schauplätze für Kunst und Kulturveranstaltungen und lassen Raum für eine gemeinsame Identifikation sowie für die Entwicklung neuer, kreativer Ideen.

In dieser Gemeinschaft der Städte kommt der Stadt Essen eine besondere Rolle zu. Sie ist nicht nur eine der größten und bevölkerungsreichsten Ruhrgebietsstädte, sondern sie führte unter dem Motto „Essen für das Ruhrgebiet“ auch das Europäische Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 an. Jetzt macht die Stadt sich dazu auf, als ökologisch-zukunftsgewandte "Grüne Hauptstadt Europas 2017" starke Impulse zu setzen. 

Industriekultur auf Zollverein

Spätestens im Jahr 2010 entwickelte sich dann auch das Doppelbockfördergerüst der Zeche Zollverein zu einem Wahrzeichen der Stadt Essen sowie der gesamten Region. Das Zechengelände wurde mittlerweile auch zum Unesco Welterbe ernannt, denn Zollverein ist nicht nur architektonisch besonders, sondern stellt auch ein herausragendes Beispiel für den Wandel der gesamten Region Ruhrgebiet dar.

Schon zu Bauzeiten war die Zeche mit ihrem neusachlichen Gebäudekomplex ein Vorreiter und diese Rolle füllt sie bis heute aus. Denn wo früher Kohle gefördert und verkokt wurde, können Besucher heute dem Denkmalpfad Zollverein folgen.

Der Denkmalpfad führt, begleitet durch erfahrene Guides, durch die authentisch erhaltenen Übertageanlagen der Zechenanlage, zum Beispiel durch Sieberei und Kohlenwäsche und erklärt den Teilnehmern, wie die früheren Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen waren. Auch ehemalige Bergmänner sind unter den Zechen-Guides, teilen ihre „Püttgeschichten“ mit den Teilnehmern und machen so den Gang auf dem Denkmalpfad zu einem einmalig authentischen Erlebnis.

In der Kohlenwäsche auf Schacht XII hat auch das Ruhr Museum seinen neuen Standort gefunden. Besucher können hier in der Dauerausstellung und in verschiedenen Wechselausstellungen alles zur Geschichte und Gegenwart des Ruhrgebiets erfahren.

Red Dot Design Museum

Und noch ein weiteres Museum befindet sich auf dem Gelände der Zeche Zollverein: Das ehemalige Kesselhaus wurde vom Stararchitekten Norman Foster zum Design Zentrum NRW umgestaltet, das auch das Red Dot Design Museum beherbergt, welches über die weltweit größte Ausstellung zeitgenössischen Designs verfügt.

Ein anderes architektonisches Highlight stellt der Sanaa-Kubus dar, den die Folkwang Universität der Künste für ihre Zwecke nutzt.

Kunstobjekt Werksschwimmbad

Aber auch außerhalb der Museen lädt das Zechengelände zu Erkundungstouren und Freizeitabenteuern ein: Das Werksschwimmbad ist genau genommen ein Kunstobjekt, trotzdem ist es im Sommer für alle Gäste geöffnet, die Spaß und Erholung im kühlen Nass suchen.

Im Park rund um die Zeche können Spaziergänger Skulpturen von Ulrich Rückriem entdecken und die Ringpromenade ist bestens geeignet für kleine Radtouren rund um das Zechengelände. Natürlich ist die Zeche Zollverein auch immer Schauplatz für die großen kulturellen Ereignisse des Ruhrgebiets, darunter die Extraschicht oder die Ruhrtriennale.

Kunst, Oper und Ballett

Abgesehen von diesem außergewöhnlichen Highlight der Industriekultur hat die Stadt Essen auch an anderen Orten kulturell viel zu bieten. Das Museum Folkwang mit seinem vom Stararchitekten David Chipperfield geschaffenen Erweiterungsbau, gehört zu den renommiertesten Kunstmuseen Deutschlands.

Einem anderen Kunstgenre widmen sich Philharmonie und Aalto Theater Essen – in der Philharmonie finden Konzerte hochkarätiger Musiker statt, im Aalto Theater können Kulturliebhaber Opern und Ballettaufführungen genießen. Das Grillo Theater in der Innenstadt komplettiert das kulturelle Angebot als Stadttheater mit eigenem Ensemble.

Historischer Dom trifft Musical

Ebenfalls mitten in der Essener City befindet sich der Dom, in dessen Schatzkammer Kunstwerke von Weltrang, besonders aus der Zeit von 980 bis 1060, aufbewahrt werden. Und selbst die moderne Unterhaltungskunst wird in Essen noch mit Geschichte in Verbindung gebracht: Das Musical der Stadt befindet sich im Colosseum, einer historischen Werkshalle, in der um 1900 noch Schmiedeteile hergestellt wurden.

Besucher, die keine Lust auf Reisen in die Vergangenheit haben, können aber natürlich auch einfach die Vergnügungen der Gegenwart genießen. Essen besitzt nicht nur eine der größten Fußgängerzonen des Ruhrgebiets, sondern auch ein modernes Einkaufszentrum. Im Limbecker Platz können Besucher in mehr als 200 Läden nach Herzenslust shoppen. In der Essener Lichtburg können Cineasten bei Filmpremieren in Deutschlands größtem Kinosaal große Filmstars erleben.

Ein Geheimtipp in der Innenstadt ist zudem das Unperfekthaus, in dem Besucher bei einem Kaffee oder Mittagessen die kreative Atmosphäre genießen und sich vom Shoppingmarathon erholen können.

Grüne Oasen im Süden

Noch mehr Zeit für Erholung finden Besucher im grünen Süden der Stadt. Gar nicht allzu weit von der Innenstadt entfernt öffnet der Gruga Park seine Pforten. Der ursprünglich 1929 zur Ersten Großen Ruhrländischen Gartenausstellung, kurz Gruga, angelegte Park dient auch heute noch als grüne Oase für alltagsgeplagte Großstädter und ist ein beliebtes Familienausflugziel.

Ebenfalls sehenswert ist im Essener Süden die Margarethenhöhe, die als erste Gartenstadt Deutschlands 1920 entstand. Zwischen freistehenden Giebelhäusern, den romantischen Fassaden der Häuserreihen und den pittoresken Vorgärten betreten Besucher hier ein Dorf in der Großstadt.

Noch weiter im Süden liegt mit dem Baldeneysee, dem größten der sechs existierenden Ruhrstauseen, das bekannteste Naherholungsgebiet der Stadt Essen. Die Weiße Flotte lädt hier zu gemütlichen Schifffahrten ein und auf dem See finden Wassersportfans zahlreiche Möglichkeiten, ihrer Leidenschaft nachzugehen.

Unweit des Sees steht auch die Villa Hügel, das ehemalige Wohn- und Repräsentationshaus der Industriellenfamilie Krupp, deren Park und Gebäude besichtigt werden können.

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