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Sauerland Waldroute, © Tourismus NRW e.V., Oliver Franke

Waldbaden

Die heilende Kraft der Wälder

Erfrischend kühles Klima, der Straßenlärm ist in weiter Ferne und lediglich die Geräusche der Natur sind zu hören – der Wald ist eine Ruhezone. Hier lässt es sich entspannen. Zeit im Wald zu verbringen, sei es bei einem Spaziergang oder einer Wanderung, wirkt sich positiv auf das eigene Wohlbefinden aus und stärkt dauerhaft das Immunsystem.

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    Eifel - Wandertour durch grünen Wald, © Eifel Tourismus GmbH, Dominik Ketz
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    Im Kalkbuchenwald unterwegs, © Naturpark Teutoburger Wald Eggegebirge W. Peters
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    Rothaarsteig Spuren Wisent-Pfad, © Rothaarsteigverein, Klaus-Peter Kappest
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    Sauerland Waldroute, © Tourismus NRW, Oliver Franke
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Brilon Sauerländer Wanderdörfer, © Tourismus NRW e.V., Oliver Franke

Shinrin-Yoku

Gedämpft fallen Sonnenstrahlen durch die raschelnden Blätter der Bäume, Vögel zwitschern und es riecht nach Moos. Unter jedem Schritt gibt der weiche Waldboden etwas nach. Zeit im Wald zu verbringen, wirkt sich auf alle Sinne aus. Hier können Spaziergänger herrlich entspannen und der Schnelligkeit des Alltags entfliehen. Der Wald bietet eine Ruhezone, um Körper und Seele zu regenerieren.

Shinrin-yoku heißt übersetzt Waldbaden oder auch Einatmen der Wald-Atmosphäre und ist eine japanische Tradition, bei der sich Menschen ganz der Waldluft hingeben. Ob bei einem Spaziergang, einer Wanderung oder einfach auf einem Baumstamm sitzend oder im Laub liegend – beim Waldbaden kommt es nicht darauf an, möglichst weit zu laufen. Bewusstes Entspannen an einem Platz im Wald ist Teil der Therapie. Um das Immunsystem dauerhaft zu stärken, wird pro Monat ein zwei- bis dreitägiger Aufenthalt in einem Waldgebiet empfohlen.

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Walderlebnispfad Siegquelle: ein Holzsteg führt durch den Wald, © Dominik Ketz, Tourismus NRW e.V.

Heilende Waldluft

Denn Waldluft macht gesund, das lässt sich wissenschaftlich belegen. Der Grund dafür sind Terpene: Mikrobiologische Duftstoffe, die Bäume und Pflanzen freisetzen, um sich gegenseitig vor Schädlingen zu warnen. Sie fahren daraufhin ihr Immunsystem hoch, um sich zu schützen. Auch der Mensch reagiert auf die Terpene. Nach einem Waldspaziergang hat sich die Zahl der weißen Blutkörperchen, die fremde Keime und körpereigene Krebszellen bekämpfen, fast verdoppelt. Schon eine Stunde Waldbaden senkt bereits den Blutdruck, reguliert den Puls und reduziert Stresshormone.

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Rothaarsteig Spuren Ilsetalpfad, © Rothaarsteigverein, Klaus-Peter Kappest

Entspannende Waldatmosphäre

Doch nicht nur die klare Waldluft wirkt sich positiv auf den menschlichen Körper aus. Beruhigende Farben, der Duft von Buche und Birke und das Summen der Insekten – die Atmosphäre im Wald entspannt und beruhigt nachhaltig, denn sie aktiviert den Parasympathicus, den Nerv im Gehirn, der für Regeneration, Entspannung und den Wiederaufbau körperlicher und geistiger Kraftquellen verantwortlich ist. Der Mensch braucht im Wald nicht nachzudenken und kann sich auf die Ruhe und Unaufgeregtheit der Natur konzentrieren. 

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Hagemeister tritt durch das Kneippbecken, © Ralph Sondermann, Tourismus NRW e.V.

Kneippen im Wald

Auch die Kneipp-Therapie macht sich die positive Wirkung des Waldes auf Geist und Körper zunutze. Und so auch Kneipp-Animateurin Gudrun Hagemeister, die täglich in den Sauerländer Wäldern unterwegs ist – egal bei welchem Wetter und zu welcher Jahreszeit. Ihr Lieblingsplatz ist die Ännchen-Quelle, an der sie die ersten Sonnenstrahlen des Jahres genießt und sich ganz auf das Plätschern des kleinen Rinnsals konzentriert. Wer mag, kann sich Gudrun Hagemeister anschließen und bei einer Kneipp-Führung in die Sauerländer Wälder eintauchen.

Wer sich lieber alleine auf den Weg in die Wälder NRWs macht, dem bieten fast 60.000 Kilometer Waldwirtschaftswege als Wanderwege Zugang zum natürlichen Erholungsraum Wald.

Gudrun Hagemeister, © Ralph Sondermann, Tourismus NRW e.V.