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Blick nach oben auf der Museumsinsel Hombroich Neuss , © Tourismus NRW

NRW kennt kei­ne Hür­den


Bar­rie­re­freie Er­leb­nis­se für al­le

Durch den Urwald in der Eifel oder „auf Schicht“ im Ruhrgebiet. Action im Kletterpark oder hohe Kunst im Museum. Eine Nacht im Baumhaus oder zu Besuch beim Neandertaler. Nichts ist unmöglich. Denn NRW kennt keine Hürden und lädt seine Gäste mit und ohne Beeinträchtigung zu einer barrierefreien Rundreise in die Natur und die Industriegeschichte des Landes ein. Es warten Abenteuer für die ganze Familie, spektakuläre Architektur und Ausflüge in eine Zeit, wie sie früher einmal war.

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Der ganze Panarbora Baumwipfelpfad aus der Vogelperspektive , © Tourismus NRW e.V.

NRW na­tür­lich


Für Na­tur­lieb­ha­ber

Urwald von morgen. Das klingt nach unwegsamem Gelände und jede Menge Stolperfallen.  Falsch. Auf den barrierefreien Wegen im Natur-Erlebnisraum Wilder Kermeter mitten im Nationalpark Eifel kommt jeder gut voran und kann von Felsvorsprüngen wie dem Hirschley die Aussicht auf die Wälder und Talsperren genießen. Natur zum Anfassen und Erleben mit allen Sinnen bietet nach der kleinen Wanderung auch die Ausstellung „Wildnis(t)räume“ im Nationalparkzentrum am Internationalen Platz (IP) Vogelsang. Ein barrierefreies Leitsystem führt die Besucher durch eine faszinierende Wald- und Wasserwelt, es gibt taktile Tiermodelle, Geruchs- und Hörstationen sowie Sinnesliegen zum Ausruhen. Einen Blick von oben können Wagemutige auch auf den Naturpark Bergisches Land werfen. Denn die Highlights des Naturerlebnispark Panarbora in Waldbröl sind der Baumwipfelpfad und der hölzerne Aussichtsturm, der 34 Meter hoch aus den Wäldern herausragt und selbst mit dem Rollstuhl oder Kinderwagen (und ein wenig Kondition) zu erklimmen ist. Weniger anstrengend ist dagegen eine Radtour oder ein Spaziergang durch das eher flache Münsterland. Hier verbindet die rund 30 Kilometer lange „NaturTour Vreden für Alle“ mehr als 20 natur- und kulturhistorische Sehenswürdigkeiten. Die Wege sind besonders breit angelegt, so dass auch Räder mit Anhänger, Paralleltandems und Dreiräder bequem aneinander vorbeikommen. Welchen Streckenabschnitt und wieviel Kilometer man fahren will, entscheidet natürlich jeder selbst. Keineswegs auslassen sollte man allerdings einen Stopp am Zwillbrocker Venn. Ein knapp sechs Kilometer langer Rundweg führt durch das Naturschutzgebiet, in dem jedes Jahr im Sommer die weltweit nördlichste Flamingokolonie brütet.

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Header Ruhrgebiet Duisburg Landschaftspark , © Tourismus NRW e.V.

In­dus­trie­ge­schich­te haut­nah


Gleich ne­ben­an im Ruhr­ge­biet

Die Luft ist stickig. Es riecht nach Schweiß, und der Lärm ist ohrenbetäubend. Alles andere als schön waren die Bedingungen, unter denen die Menschen früher in den Fabriken und Zechen in NRW gearbeitet haben. Einen spannenden Einblick in diese Geschichte bieten die zahlreichen Industriemuseen, die weitgehend stufenlos zu erreichen sind und in der Regel auch Führungen in Gebärdensprache und für Menschen mit Seh-Beeinträchtigungen anbieten. Eines der schönsten Industriedenkmäler des Landes ist Zeche Zollern in Dortmund, die wegen ihrer schlossartigen Anlage und dem beeindruckenden Jugendstilportal auch „Schloss der Arbeit“ genannt wird. Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur ist auch das Textilwerk in Bocholt, in dem sich einst mehr als 20.000 Spindeln drehten und den Arbeitern den Takt vorgaben. Heute rattern bei täglichen Schauvorführungen in der Weberei unzählige Webstühle gleichzeitig. Laut wird es auch, wenn in der Gesenkschmiede Hendrichs in Solingen der tonnenschwere Hammer fällt und vor den Augen der Besucher aus dem glühenden Stahl eine Schere formt. Das bekannteste Industriemuseum in NRW aber ist die UNESCO-Welterbestätte Zeche Zollverein in Essen. Die  ehemals größte Steinkohlezeche weltweit ist heute die beindruckende Kulisse eines Zentrums für Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft und lässt sich am besten bei einer Führung erkunden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, den „Weg der Kohle“ bequem mit dem E-Bus abzufahren. Am Ehrenhof, auf dem Forum Kohlenwäsche und vor der Mischanlage der Kokerei befinden sich gusseiserne Modelle des Geländes mit Blindenschrift und Tastsymbolen.

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Schloss Drachenburg in Königswinter, Luftansicht, © Tourismus NRW e.V.

Wie es frü­her ein­mal war


Vom Dra­chen­fels zur rö­mi­schen Ge­schich­te

Eine historische Zahnradbahn bringt Besucher bequem hinauf auf den Drachenfels im Siebengebirge bei Königswinter, wo sie auf halber Strecke von zwei goldenen Hirschen auf Schloss Drachenburg empfangen werden. Von der Terrasse, die stufenlos zugänglich ist, reicht der Blick weit über das romantische Rheintal, von dem schon Dichter und Maler einst schwärmten. Noch weiter zurück in die Geschichte des Landes tauchen Besucher im Neanderthalmuseum in Mettmann. Multimediale Elemente und Hörerlebnisse führen die Besucher in der barrierefreien Ausstellung durch vier Millionen Jahre Menschheitsgeschichte. Den kürzesten Weg „durch die Antike“ finden Besucher mithilfe einer App, die sie durch den Archäologischen Park in Xanten und das dortige Römermuseum lotst. Ebenfalls in Xanten befindet sich eines der schönsten kirchlichen Museen. Im Stiftsmuseum Xanten hilft ein Lageplan beim barrierefreien Rundgang durch die zehn Räume zur Kunst- und Kulturgeschichte am Niederrhein. Auch der Museumshof direkt neben dem Dom ist ohne Treppen und Stufen zu erreichen.

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Marta Herford in Herford, Außenansicht von oben, © Tourismus NRW e.V.

Ein Tag im Mu­se­um


Für Kul­tur­lieb­ha­ber

Einer der spektakulärsten Museumsbauten weltweit steht im Teutoburger Wald. Es scheint, als würde die geschwungene Außenfassade des Museums Marta Herford tanzen. Doch keine Sorge. Im Innern des Museums für zeitgenössische Kunst, Architektur und Design kommt niemand aus dem Takt. Alle Räume sind stufenlos zugänglich, und es gibt eine Vielzahl an barrierearmen Angeboten sowohl für Erwachsene, als auch für Kinder. Ähnlich ausgerichtet ist das Max Ernst Museum in Brühl, in dem sich Menschen mit und ohne Beeinträchtigung dem Werk des Malers und Bildhauers mit „sehenden Händen“ nähern. Zudem sorgen Audioguides mit atmosphärischen Geräuschen und Originaltönen für ein sinnliches Erleben beim Rundgang durch die Ausstellung. Ein Originalkommentar, den wohl jeder kennt, empfängt die Besucher im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund. Schon auf der Rolltreppe, die sie mitten ins Geschehen bringt, hören sie Herbert Zimmermann rufen: „Rahn müsste schießen, Rahn schießt ...“. Und bei Führungen für Menschen mit Sehbeinträchtigen werden wertvolle Exponate wie eine Replik des WM-Pokals auch schon mal aus der Vitrine geholt. Ohne Treppen steigen zu müssen, gelangen Besucher auch auf die Dachkrone des Dortmunder U. Das ehemalige Gebäude der Dortmunder Union Brauerei, dessen markantes U auf dem Dach die Stadtsilhouette prägt, beheimatet heute ein Kunst- und Kreativzentrum.

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Baumhaus am Sorpesee in Sundern im Sauerland, © Tourismus NRW e.V.

Aben­teu­er für die gan­ze Fa­mi­lie


Vom klet­tern bis zum Was­ser­park

Ein bisschen Mut gehört schon dazu, sich am Flaschenzug in die Höhe ziehen zu lassen. Doch ist der innere Schweinehund erst einmal überwunden, ist der Ausflug in den Kletterpark Genzenlos ein Spaß für die ganze Familie. Denn der inklusive Klettergarten in Gütersloh fordert Kinder und Erwachsene, Menschen mit und ohne Beeinträchtigung heraus, die eigenen Grenzen zu entdecken und vielleicht ja sogar zu überschreiten. Denn hier kann sich jeder auf jeden verlassen. Mit- und voneinander lernen Kinder und Erwachsene auch im Naturparkzentrum Gymnicher Mühle. Hier dreht sich alles um den Weg „Vom Korn zum Brot“. Und im Sommer lockt ein großer Wassererlebnispark rund um die 800 Jahre alte Mühle im Naturpark Rheinland mit verschiedenen Spielstationen zum gemeinsamen Erleben.   

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Naturerlebnispark Panarbora Bergisches Land, © Wheeliewanderlust.de

Hoch oben oder mit­ten­drin


Ei­ne roll­stuhl­ge­rech­te Blog­ger­tour durch NRW

Egal ob hoch über den Wipfeln im Naturerlebnispark oder inmitten von Industrieromantik: DeinNRW ist für alle da! Die Mannheimer Bloggerin Kim Lumelius hat sich für uns auf eine rollstuhlgerechte Tour durch Nordrhein-Westfalen begeben und spannende barrierefreie Ausflugsziele auf Herz und Nieren getestet.

Im Nationalpark Eifel unternahm sie zum Beispiel eine Spazierfahrt auf dem Wilden Weg, in Dortmund ging es unter anderem zur Zeche Zollern und ins Deutsche Fußballmuseum und in Waldbröl zog es sie im Naturerlebnispark Panabora nach ganz oben. Alle ihre Erlebnisse und Erfahrungen hat Kim auf ihrem Blog Wheelie Wanderlust veröffentlicht.

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    Deutsches Fußballmuseum vom Königswall aus, © DFM Hannappel
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    Max Ernst Museum in Brühl, Außenansicht, © Tourismus NRW e.V.
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    Auf Zeitreise gehen im Neanderthal Museum, © Neanderthal Museum / H.Neumann
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    Zeche Zollverein 360 Grad, © Tourismus NRW e.V.
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    Baumhaus am Sorpesee in Sundern im Sauerland, © Tourismus NRW e.V.
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    Marta Herford in Herford, Außenansicht von oben, © Tourismus NRW e.V.