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Blick auf die Externsteine im Teutoburger Wald., © Dominik Ketz, Tourismus NRW e.V.

Bier­rou­te durch den Teu­to­bur­ger Wald


Bier-Spe­zia­li­tä­ten aus der Re­gi­on für die Re­gi­on

Echt handgebraut

Dass Frauen etwas vom Bierbrauen verstehen, davon können sich Besucher in Detmold überzeugen. Die Private Brauerei Strate Detmold ist ein Familienunternehmen – Renate Strate und ihre beiden Töchter Friederike und Simone führen die Brauerei. Sie brauen feine Bierspezialitäten wie das Detmolder Pilsener, Detmolder Landbier, Weizen und Kellerbier. Die 1863 gegründete, denkmalgeschützte Privatbrauerei gilt als eine der Schönsten in Deutschland, eine Besichtigung ist daher besonders empfehlenswert. Das Sudhaus ist das Herz der Anlage und ganz mit Marmor ausgekleidet. In riesigen rostroten Kesseln wird hier Bier hergestellt. Der Duft nach Malzwürze und frischem Hopfen zieht sich beim Brauen durch alle Räume. Besucher können zuschauen, wie die Bierflaschen befüllt werden, so dass die Bügelverschlussflaschen beim Öffnen richtig „ploppen“. Am Ende der Besichtigung gibt es am Kaminfeuer im Hopfenblütenteehaus Schweinshaxe und ein Bier aus der eigenen Brauerei. Besonders sehenswert ist auch die Gartenanlage: Das Kleinod im Herzen von Detmold beherbergt eine Auswahl seltener und schützenswerter Pflanzen. Ein Spaziergang vorbei an lippischen Apfelbaumarten, traditionellen Kräutergärten und gelb-roten Rosenbeeten sollten Besucher unbedingt mit einplanen.

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Wintergarten des Westfalen Culinariums, © St

West­fa­len Cu­li­na­ri­um


Vier Mu­se­en prä­sen­tie­ren die ku­li­na­ri­sche Viel­falt West­fa­lens

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Westfälischer Pumpernickel: Seit dem Jahr 1570 wird er nach alter Tradition hergestellt. Damals spielte der Pumpernickel in Krisenzeiten und Hungerperioden eine wichtige Rolle als Notration, heute ist das süßliche Brot eine regionale Spezialität. Foto: © Prünte, © Prünte

West­fä­li­sche Ge­nuss­spe­zia­li­tä­ten


Re­gio­nal & tra­di­tio­nell

Was genau ein gutes Bier ausmacht, können Besucher im Westfalen Culinarum in Nieheim erfahren. Im Biermuseum wird Nieheimer Bürgerbier hergestellt. Das bernsteinfarbige, untergärige und unfiltrierte Flüssigbrot ähnelt einem Märzenbier und kann in der Schaubrauerei getestet werden. Und nicht nur das: insgesamt vier Museen widmen sich verschiedenen Genussspezialitäten in Westfalen. Hier können Besucher erfahren, warum der westfälische Schinken so würzig schmeckt und wie ein schwarzes Brot namens Pumpernickel über deutsche Grenzen hinaus bekannt wurde. Und wer am ersten Septemberwochenende in Nieheim ist, sollte unbedingt den Nieheimer Käsemarkt besuchen, der allerdings nur alle zwei Jahre stattfindet. Käseliebhaber können dort Bergkäse aus Österreich oder Brie aus Frankreich probieren sowie weitere rund 60 Käseproduzenten aus Deutschland und Europa kennenlernen. Zwar gibt es kein Bier zum Käse, dafür aber edle Weine von elf Winzern aus deutschen Anbaugebieten. Für Besucher mit etwas mehr Zeit lohnt es sich noch ein bisschen in Nieheim zu verweilen. Der heilklimatische Kurort mit seinen Fachwerkhäuschen liegt eingebettet in Wälder und Felder zwischen dem Eggegebirge und der Weser.

Hopfen und Malz – Gott erhalt’s

In der Schlossbrauerei Rheder in Brakel bei Bad Driburg trifft neueste Technik auf traditionelle Braukunst. Die Gerste, die hier zum Brauen genutzt wird, wächst auf schlosseigenem Grund und das Wasser stammt aus dem angrenzenden Naturschutzgebiet Sieseberg. Neben dem klassischen Pils gibt es auch Spezialbiere: Das Jubiläumsbier etwa wurde einzig zum 325-jährigen Jubiläum der Schlossbrauerei gebraut und das St. Annen für das größte Volksfest in der Region, dem „Annentag“ in Brakel. Neben Brauereibesichtigungen finden auf Schloss Rheder auch regelmäßig Brauereifeste statt. Im Mai spielt eine heimische Musikkapelle im Innenhof der Vorburg, es gibt Kutschfahrten durch den Schlosspark und Spanferkel, gegrillten Fisch oder selbst gebackenes Brot zum frisch gezapften Bier. Im September steigt die Feierlaune mit dem Bockbier-Anstich, bei dem eine Scheune auf dem Gutshof gegenüber der Vorburg zu einem großen Festsaal dekoriert wird. Passend zur kälter werdenden Jahreszeit gibt es süffiges Doppelbock-Bier. Auch hier lohnt sich ein Spaziergang durch den englischen Landschaftspark, den Barockgarten oder das Weidenpalais. Auch die Unesco-Welterbestätte Schloss Corvey liegt direkt um die Ecke. Die ehemalige Benediktinerabtei mit ihrem imposanten Westwerk ist unbedingt eine Reise wert.

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Dalheim Klosteranlage, © Stiftung Kloster Dalheim

Dal­hei­mer Klos­ter­bräu


Ein Blick hin­ter die Klos­ter­mau­ern

Im Kloster Dalheim können Besucher Handwerksbetriebe besichtigen, die im 15. Jahrhundert fest zum Leben hinter den Klostermauern gehört haben. Das Jahr über gibt es Vorführungen, bei denen die historischen Handwerkstechniken zum Einsatz kommen: Ein 200 Jahre alter Steinofen backt himmlische Streuselkuchen, in der Schmiede fliegen Funken und in der Klosterbrennerei werden Dalheimer Liköre gebrannt. Kostprobe inklusive! Für Bierfreunde ist die Brauerei besonders interessant. Zwei gläserne Braukessel im historischen Gewölbekeller geben Einblicke in die Reifeprozesse. Früher brauten an diesem Ort die Dalheimer Chorherren ihr Bier, heute wird hier das Dalheimer Klosterbräu gebraut und zu besonderen Anlässen ganz spezielle Biere, wie etwa das Lutherbräu zum Reformationsjubiläum in 2017. Zwar ist der Gewölbekeller mit den Braukesseln jederzeit begehbar, allerdings wird nur an ausgewählten Brautagen Bier gebraut. Eine Führung kann vorher vereinbart werden.

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Barres Brauwelt Aussenansicht, © Privatbrauerei Ernst Barre

Bar­re's Brau­welt


His­to­ri­sche Brau­hand­werks­kunst

Wer noch Zeit für weitere Bier-Köstlichkeiten eingeplant hat, findet am Fuße des Wiehengebirges in Lübbecke die Privatbrauerei Ernst Barre. Im alten Gewölbekeller der Brauerei befindet sich heute das einzige Brauerei-Museum Ostwestfalen-Lippes mit alten Brauereimaschinen und Werkzeugen. Für knurrende Mägen gibt es deftige Gerichte wie „Barre’s Brotzeit“ oder „Barre’s Brauwelt Pfanne“.

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Barres Brauwelt Aussenansicht, © Privatbrauerei Ernst Barre
Bier-Botschafter Matthias Kliemt, © Matthias Kliemt