Beuys und Le­ver­ku­sen

Illustration Schloss Morsbroich in Leverkusen, © Tourismus NRW e.V.

Versteckt im Grünen liegt das Museum Morsbroich. Hier ereignete sich eine der kuriosesten Geschichten im Zusammenhang mit Beuys‘ Kunstwerken und der Frage: Ist das Kunst? Aber auch sonst erregt Schloss Morsbroich Aufmerksamkeit: Die Umgebung mit begehbarem Springbrunnen und einem angrenzenden englischen Landschaftsgarten mit altem Baumbestand eignet sich ideal für Spaziergänge und Picknick-Pausen.  

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Schloss Morsbroich in Leverkusen, © Johannes Höhn

Skan­dal auf Schloss Mors­broich


War­um Beuys‘ Ba­de­wan­ne blit­ze­blank wur­de

Es war eine riesige Aufregung: Bei einer kleinen Feier der Leverkusener SPD im Schloss Morsbroich am 3. November 1973 fehlten Stühle. Von Tatendrang gepackt, ließen sich zwei Frauen der Feiergemeinschaft vom Hausmeister den Magazinraum aufschließen. Hier fanden sie, neben einer Reihe an Stühlen, auch eine alte Badewanne, die mit Mullbinden, Pflastern und Fett übersäht war – ideal, um Gläser zu spülen. Sie schleppten die Badewanne in den Festraum und schrubbten sie, bis sie komplett sauber war. Damit zerstörten sie innerhalb weniger Minuten ein Kunstwerk mit einem damaligen Wert von 80.000 D-Mark. Joseph Beuys hatte die Badewanne geschaffen, die hier nur zwischengelagert war. Und obwohl Beuys sich zunächst weigerte, die Wanne zu restaurieren, weil sie in einem "einmaligen Schöpfungsakt" erschaffen worden sei, erklärte er sich später doch bereit, sie "neu zu bearbeiten".

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Museum Morsbroich, © Uwe Miserius

Kunst auf Schloss Mors­broich


Be­geh­ba­re Skulp­tu­ren

Die Badewanne ist hier heute nicht ausgestellt. Doch das Städtische Museum für Zeitgenössische Kunst auf Schloss Morsbroich sorgt mit mehr als 400 Werken der Malerei und Plastik sowie etwa 5000 Arbeiten auf Papier von Künstlern wie Joseph Beuys, Gerhard Richter, Günther Uecker, Ives Klein oder Alexander Calder für ausreichend Alternativangebote. Im frei zugänglichen Skulpturenpark rund um das Museum stehen teils begehbare Kunstwerke – wie etwa das Wasserspiel „Water Island, Morsbroich“ des dänischen Künstlers Jeppe Hein, ein betretbarer Springbrunnen, der aus einer kreisförmigen Wasserwand besteht. Mit etwas Geschick können Besucher das Innere des Brunnens trockenen Fußes betreten und wieder verlassen.

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Urdenbacher Kämpe, © Johannes Höhn

Durch die Ur­den­ba­cher Käm­pe


Ab­ste­cher nach Zons

Wer mit dem Rad von Düsseldorf nach Leverkusen aufbricht, fährt durch die Urdenbacher Kämpe – ein Naturschutzgebiet in alter niederrheinischer Kulturlandschaft mit Kopfweiden, Obstbäumen und wertvollen Feuchtwiesen. Sehenswert sind besonders die vielen Obstbäume. Auf der anderen Rheinseite kommen Radfahrer am bezaubernden Ort Zollfeste Zons vorbei und können sich bei einem kurzen Abstecher auf eine Zeitreise ins Mittelalter begeben – samt Mühle und Stadtmauer. Die Rheinauen auf der Strecke sowie das Naturschutzgebiet Zonser Grind bieten beeindruckende Weitblicke sowie die Möglichkeit auch mal vom Rad zu steigen und Pause am Wasser zu machen.

Auf nach Le­ver­ku­sen

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Illustration Schloss Morsbroich in Leverkusen, © Tourismus NRW e.V.