Was in westlichen Demokratien zunehmend als bedroht gilt, erhält in der Ausstellung „Freiräume - Zwischen Wandel und Widerstand" im Kunstmuseum Bonn bis zum 14.03.2027 eine neue Perspektive. Neun internationale nicht-weiße Künstlerinnen mit eigener oder familiärer Migrationsgeschichte beleuchten in raumgreifenden, multimedialen und überwiegend für diese Ausstellung entwickelten Arbeiten unterschiedliche Freiräume, ihre Gefährdung und Widerstandsfähigkeit. Sie reflektieren historisches und aktuelles Unrecht, das ihre Familien und sie selbst erfahren haben, und schaffen dabei Räume, in denen eine andere, versöhnlichere Welt sichtbar wird.
Besuchende werden zu Beteiligten
Acht immersive Inszenierungen laden dazu ein, Freiräume als aktive Zonen der Fürsorge, des kollektiven Widerstands und der Heilung zu erfahren. Dabei wird das Publikum selbst zum handelnden Akteur: Ob in einer Gaming-Situation in einer Shisha-Bar, beim ritualisierten Einschlagen von Nägeln oder in Räumen, die Hierarchien neu ordnen und Kommunikation rein über Vibration, Berührung und Klang erfahrbar machen.
Die gezeigten Positionen, die von kongolesischen Ritualen bis zu lateinamerikanischen Fluss-Kosmologien reichen, regen zu einem tiefen Perspektivwechsel an. Gerade darin liegt der besondere Reiz der Ausstellung: „Freiräume“ liefert keine fertigen Antworten, sondern schafft Platz für neue Denkweisen, Gemeinschaft und Zukunftsbilder.