Ein heller Strahl bricht in die Dunkelheit, lässt Farben aufleuchten und verändert mit einem Mal die ganze Atmosphäre: Wie Künstlerinnen und Künstler seit Jahrhunderten mit dieser Wirkung arbeiten, zeigt das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster vom 19. Mai bis zum 24. September 2028. Die Ausstellung führt von den ausdrucksstarken Hell-Dunkel-Kontrasten bei Caravaggio und Rembrandt bis zu den raumgreifenden Installationen von James Turrell, Olafur Eliasson und Otto Piene.
Was in der Malerei als gezieltes Spiel mit Licht und Schatten beginnt, entwickelt sich im 20. Jahrhundert zur eigenständigen Disziplin. Das Licht wird hier selbst zum Material, das sich formen, bewegen und in Farbe zerlegen lässt.
Vom gemalten Licht zur leuchtenden Kunst
Die Ausstellung bringt historische Gemälde mit Skulpturen und raumgreifenden Installationen zusammen und macht sichtbar, wie sich der Umgang mit Licht über Jahrhunderte verändert hat. Neben den klassischen Galerieräumen nutzt die Schau auch das Foyer und den Patio, also den halböffentlichen Raum zwischen Museum und Vorplatz, für großformatige Installationen und Projektionen. Ein besonderes Exponat bezieht zudem die Südfassade und die Terrasse auf dem südlichen Vorplatz mit ein. Dort erweckt die Ausstellung die Plastik „Silberne Frequenz“ von Otto Piene aus den Jahren 1970 und 2014 zum Leben. Auf Wunsch des Künstlers ist die Software für sein aus 410 Edelstahl-Kugeln bestehendes Kunstwerk so offen konzipiert, dass sie auch von Künstlerinnen und Künstlern nachfolgender Generationen bespielt werden kann. Lichtperformances, Tanz und Konzerte ergänzen das Programm.