Die Rheinfront bei Königswinter ist besonders schön anzuschauen. Oben sieht man den Drachenfels mit Ruine und Schloss Drachenburg, © VVS Archiv

Naturpark Siebengebirge


Vom Steinbruch zum grünen Ausflugsziel

Ein Mittelgebirge mit traumhaften Rheinblicken: Das Siebengebirge thront hoch über dem Fluss und entführt in eine Naturlandschaft aus Stein und Wald.

Bei seinem Anblick kommen Maler, Dichter und Reisende bereits seit Jahrhunderten ins Schwärmen: Schluchtenartige Täler, dicht bewaldete Gipfel, raue Felsen und ein großer Tier- und Pflanzenreichtum prägen das Siegengebirge, das hoch über dem Rhein thront.

Der deutsche Naturforscher Alexander von Humboldt war von dem „Hochgebirge im Kleinen“ gar so überwältigt, dass er es überschwänglich  als das achte Weltwunder bezeichnete. Das Mittelgebirge liegt rechtsrheinisch südöstlich von Bonn im Rhein-Sieg-Kreis auf dem östlichen Gebiet der Städte Königswinter und Bad Honnef.

Früherer Steinbruch

Heute steht das Siebengebirge unter umfassendem Schutz, weshalb die bewaldete Hügellandschaft einen wertvollen Lebensraum für zahlreiche auch seltene Tiere und Pflanzen darstellt. Was heute ein Naturschutzgebiet ist und sich Nordrhein-Westfalens erster Naturpark und erstes Wildnisgebiet nennen darf, wurde zwei Jahrtausende lang jedoch vor allem ausgebeutet.

Das vielfältige Gestein des Siebengebirges war bei Bauherren überaus beliebt. Schon die Kelten nutzten es, um im ersten Jahrhundert vor Christi einen Ringwall auf dem Petersberg zu errichten. Auch die Römer und zahlreiche Kirchen- und Schlossbauherren in Köln, Aachen, Brühl oder auch Xanten griffen gerne auf das Gestein aus dem Siebengebirge zurück.

So flossen die Steine unter anderem in die Bauten der Barockschlösser Nordrhein-Westfalens, zum Beispiel in die Unesco Welterbestätte Augustusburg und Falkenlust. Auch der Basaltabbau für Festungen, Uferbefestigungen und Eisenbahnschotter schlug große Wunden in die Landschaft.

Heute ein Naturparadies

Heute ist davon jedoch fast nichts mehr zu sehen, denn die Natur hat sich die ehemaligen Steinbrüche eindrucksvoll zurückerobert. Über 80 Prozent des Siebengebirges sind inzwischen wieder bewaldet, der gute Waldboden lässt Pflanzen sprießen und bietet damit auch unzähligen Tieren Nahrung.

Rund 800 Pflanzenarten wurden inzwischen hier entdeckt, etwa 50 von ihnen stehen auf der Roten Liste der bedrohten Arten in NRW, denn viele seltene Tiere wie der Schwarzspecht oder die Zippammer haben sich in den Laubwäldern niedergelassen. Und sogar die sogenannten Ofenkaulen, in denen einst Tuffstein für Backöfen abgebaut wurde, haben sich in Unterschlüpfe für Tiere verwandelt: hier beziehen Fledermäuse ihr Winterquartier.

Sagenumwobener Rhein

Neben den bewaldeten Hügeln sind es aber auch die Streuobstwiesen, Gärten, Felswände, kleinen Wasserläufe  und Weinberge, die das Landschaftsbild prägen und die es je nach Jahreszeit deutlich verändern. Und natürlich trägt auch der Rhein, der sagenumwobene und wohl am meisten besungene Fluss Europas, dazu bei, dass das Siebengebirge von Wanderern und Spaziergängern als besonders idyllisches Ausflugsziel geschätzt wird.

Einen ausgezeichneten Blick auf den Fluss erlaubt der Drachenfels mit seiner weithin sichtbaren Burgruine und dem Plateau. Teils spektakulär sind aber auch die Ausblicke von den anderen Bergen des Siebengebirges. Wer einen der über 40 weiteren Gipfel erklimmt, kann eine Aussicht bis in die Eifel oder in den Westerwald genießen.

www.naturpark-siebengebirge.de

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