Baustoffe sind rohes Material - und so viel mehr. Sie erzählen von Teilung und Freiheit, Fortschritt und Krisen, Handwerk und Erinnerung. Das zeigt die erste Ausstellung im neu gebauten Forum des LWL-Museums Hellerlecht | Detmold bis zum 4. April 2027. „MATERIA. Holz, Lehm, Stroh, Beton“ untersucht in vier Kapiteln die kulturelle, gesellschaftliche und ökologische Rolle der Baustoffe: Holz als nachwachsender Rohstoff, Lehm als ressourcenschonendes Baumaterial, Stroh als vielseitiger Werkstoff für Architektur, Design und Kunst sowie Beton als Symbol der Moderne und Herausforderung für den Klimaschutz.
Im Mittelpunkt stehen Fragen wie: Was bewahren wir? Und wie müssen wir handeln, wenn wir in Generationen denken? Ein Stück der Berliner Mauer aus dem Bereich zwischen Reichstag und Brandenburger Tor verweist auf die deutsche Teilung. Auf dem Segment Nr. 297 ist zudem ein Kunstwerk des französischen Künstlers Thierry Noir zu sehen, das dem Fragment eine neue Deutungsebene verleiht.
Objekte aus Westfalen treten in Dialog mit internationalen Leihgaben und künstlerischen Positionen, unter anderem von Doris Salcedo, Eija-Liisa Ahtila, Rachel Whiteread und Thomas Struth. Zu den Höhepunkten zählt Le Corbusiers Originalzeichnung der „Maison Dom-Ino“, ein Konzept zur architektonischen Reduktion eines Hauses, das zur Grundlage industriell entwickelter Fertighäuser wurde. Fotografien und Filme zu handwerklichem Können und dem Arbeitsalltag runden die Ausstellung ab. Zugleich finden Lehm, Holz und Beton im Bau des neuen Museumsforums selbst auf nachhaltige Weise Verwendung.