Erstmals in Europa kommen in der Bundeskunsthalle in Bonn zentrale Werke von 76 lateinamerikanischen Künstlerinnen zusammen. Die Ausstellung „Vanguardistas. 100 Jahre lateinamerikanische Künstlerinnen“ vereint Arbeiten, deren Herkunft von Argentinien bis Mexiko reicht. Weibliche Größen wie Frida Kahlo, Leonora Carrington, Lygia Clark oder Ana Mendieta treffen auf Frauen, die über Jahrzehnte in Vergessenheit geraten sind.
Zwischen Aufbruch und Exil
Die Bandbreite ist groß: Von Vertreterinnen der ersten Akademien für Studentinnen Ende des 19. Jahrhunderts über Künstlerinnen, die in den 1930er- und 1940er-Jahren vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten nach Lateinamerika flohen, bis zu jenen, die ab den 1970er-Jahren aufgrund diktatorischer Regime ins Exil gingen, wie etwa Cecilia Vicuña. Ihre Arbeiten erzählen von künstlerischen und gesellschaftlichen Veränderungen, von persönlichen Erfahrungen, politischen Verhältnissen und kulturellen Identitäten. Dabei greifen sie auf ganz unterschiedliche Medien, Techniken und kulturelle Traditionen zurück.
Die gezeigten Positionen machen sichtbar, wie eng künstlerische Entwicklungen mit gesellschaftlichem Wandel verbunden sind. Die Schau zeigt, welche Impulse Künstlerinnen bis setzen, um Veränderungen anzustoßen.