Schöne Grüße an Beethoven
Linksrheinisch startet die Route im Süden NRWs, in Bonn-Bad Godesberg. Es geht vorbei an alten Villen und Fähranlegern. Flach und nah am Wasser. Nur wenige Kilometer später erreicht der Radweg die ehemalige Bundeshauptstadt Bonn. 1770 kam Ludwig van Beethoven hier in einem Haus in der Bonngasse zur Welt. Das Geburtshaus, ein Hinterhaus in der Innenstadt, ist längst zu einer Pilgerstätte für musikbegeisterte Menschen aus aller Welt geworden. Kunst, Geschichte oder Naturwissenschaft: Viele weitere Ausstellungen widmen sich unterschiedlichsten Themen, entlang der Museumsmeile reihen sich hervorragende Museen nur so aneinander. Im Haus der Geschichte etwa können Besuchende die deutsche Geschichte von der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart verfolgen.
Barocker Prunk und Rokokopracht
Zu den Schlössern Augustusburg und Falkenlust ist es von Bonn aus nicht mehr weit. Ihr barocker Glanz strahlt weit über die Grenzen Brühls hinaus. Die beiden Schlösser sind durch eine Allee im weitläufigen Schlosspark miteinander verbunden. Seit 1984 stehen die beiden Schlösser gemeinsam mit ihren Gärten und Parkanlagen auf der Liste der Unesco-Welterbestätten. Wer sich bei seiner Tour treiben lassen möchte und auch ein paar Stunden oder Tage ohne den Rhein auskommt, der kann weitere Touren durch den Rhein-Erft Kreis unternehmen. Der Erftradweg streift das Schloss Türnich, aus dem Graf Severin ein wahres Kleinod für Ausflügler aus der ganzen Region gemacht hat.
Savoir Vivre und Dolce Vita rund um den Dom
Von weitem sind die beiden Türme der nächsten Unesco-Welterbestätte, dem Kölner Dom, sichtbar. Der Weg zu ihm führt durch den Rheinauhafen, in dem sich die drei spektakulären Kranhäuser über den Rhein beugen. Unter den überdimensionalen L-Förmigen Gebäuden entlang erreichen Radelnde die Altstadt mit trubeliger Rheinpromenade, an der Gastronomen nur so um die Gäste wetteifern. Ein Abstecher tiefer hinein in das Gassengewirr lohnt sich: Kölns namhafte Brauer bieten hier ihre zahlreichen Kölschvarianten und andere Köstlichkeiten an. Weiter geht es auf der linken Rheinseite, vorbei an Kölns Industriehafen und den Werken des Automobilherstellers Ford zur ehemaligen Zollfeste Zons. Der bezaubernde Ortskern samt gut erhaltener Mühle und Stadtmauer nimmt Radfahrer mit auf eine Zeitreise ins Mittelalter.
Museum Insel Hombroich
Ähnlich grün und blütenreich wie Dornröschens Schloss ist das Museum Insel Hombroich: Es liegt inmitten der renaturierten Parklandschaft in Neuss-Holzheim, also auf der linken Rheinseite. Wer die Treppenstufen am Ende des Kassenhäuschens hinabgeht, betritt die Auenlandschaft der Erft und damit einen der bezauberndsten Kunstorte Europas. Hier treten Kunst und Natur gleichberechtigt und in Harmonie miteinander auf.
Bauhausarchitektur und historische Ortskerne
Linksrheinisch geht es weiter auf Deichen und am Ufer des Rheins in Richtung Krefeld: Die Museen Haus Esters und Haus Lange bieten Bauhausarchitektur von Mies van der Rohe aus den 1920er Jahren. Und im Kaiser Wilhelm Museum können Besucher eine Sammlung bestaunen, die rund 14.000 Werke aus den Bereichen Malerei, Skulptur, Grafik, Fotografie und Neue Medien umfasst. Besonders romantisch und etwas ruhiger gelegen ist die mittelalterliche Burg Linn im historischen Ortskern Linn. In der Burg, einem Jagdschloss und einem archäologischen Museum haben Besucher einen Einblick in niederrheinisches Leben in verschiedenen Jahrhunderten. In den kleinen Gassen im Linner Ortskern können Radfahrer bei einer Pause einen Kaffee genießen oder ein Eis essen.
Romantische Auenlandschaften am Niederrhein
Auf dem weiteren Weg zwischen Wesel und Xanten liegt die Auenlandschaft Bislicher Insel. In dieser Wasserlandschaft überwintern jedes Jahr tausende Wildgänse. Von Oktober bis Februar tauchen sie als Formationen am Himmel auf oder lassen sich auf den ganzjährig grünen Wiesen nieder. Mit einem Fernglas können Besuchende sie aus nächster Nähe beobachten. Auch Gänse, Biber und Silberreiher haben in der Auenlandschaft ihr Zuhause. Weite Felder und grüne Flussauen bestimmen die Landschaft am unteren Niederrhein, kein Berg verkürzt hier den Blick zum Horizont.
Zeitreise in die römische Colonia Ulpia Traiana
Den Römern gefiel es hier schon vor 2000 Jahren so gut, dass sie sich niederließen und das heutige Xanten gründeten. Im Archäologischen Park Xanten laden die Überreste der Colonia Ulpia Traiana zu einem Abstecher in die Antike ein. Amphitheater, Hafentempel, Handwerker-Häuser und andere Rekonstruktionen vermitteln einen lebendigen Eindruck des Alltags vor 2000 Jahren.
Nicht antik, aber historisch-beschaulich präsentiert sich die heutige Innenstadt des staatlich anerkannten Luftkurortes. Rund um den gotischen St.Viktor Dom finden sich viele hübsche, spätgotische Bürgerhäuser aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Das Klever Tor, ein Überbleibsel der mittelalterlichen Stadtmauer, ist noch immer gut erhalten.
Nur etwas weiter rheinabwärts bietet das kleine Städtchen Kalkar schon den nächsten lohnenden Halt: Mit seinem mit Rheinkieseln gepflasterten Marktplatz, einer fast 500 Jahre alten Gerichtslinde, Gassen und Stegen und gotischen Häusern versetzt es Besuchende in alte Zeiten.
In Bedburg-Hau, ragt das imposante Schloss Moyland empor. Vor allem für Kulturinteressierte ist dieser Stopp ein Muss auf der Strecke. Insgesamt 6.000 Werke von Joseph Beuys sind hier zu finden - das ist der weltweit größte Bestand. Beuys ist einer der wichtigsten Künstler des 20. Jahrhunderts - in Krefeld geboren war der Aktionskünstler, Bildhauer und Zeichner auch Professor an der Kunstakademie in Düsseldorf.