Konfettiregen zu Karneval in Köln, © J. Rieger, Festkomitee Kölner Karneval

Kar­ne­val für Ein­stei­ger


Was Du zu den bun­ten Ta­gen im Rhein­land wis­sen musst

Was Du zu den bunten Tagen im Rheinland wissen musst: Was ist ein Bützje, wer ist der Hoppeditz und heißt es Alaaf oder Helau? Elf kurze Facts zum Thema Karneval rüsten Dich für die fünfte Jahreszeit im Rheinland. Das Wichtigste vorneweg: Einfach treiben lassen und vor allem mitmachen. Wir wünschen viel Spaß beim mitsingen, einhaken und mitschunkeln!

Kind als Löwe verkleidet, © Düsseldorf Tourismus GmbH/ Jörg Letz

Elf Fun-Facts für die fünf­te Jah­res­zeit


Vo­ka­beln und Hin­ter­grund­wis­sen

1. Karneval, Fastnacht oder Fasching?

Der Unterschied in der Bezeichnung liegt in den Regionen: Im Rheinland gibt es den Karneval, abgeleitet aus den lateinischen Worten „carne levare“. Übersetzt bedeuten sie „Wegnahme des Fleisches“ und sind eine Anspielung auf die kommende Fastenzeit. In Baden-Württemberg und im rheinischen Mainz heißt es Fastnacht und im Süden Deutschlands ist Fasching ein gängiger Begriff. Das Wort „Vaschang“ bezeichnet den letzten Alkoholausschank vor der Fastenzeit.

2. Wie kam der Karneval ins Rheinland?

Den Karneval haben die Römer mit ins Rheinland gebracht: beim Fest der „Saturnalien“, einem der bedeutendsten Freudenfeste der antiken Welt, war es nicht erlaubt, etwas Ernsthaftes oder Wichtiges zu tun. Herren und Sklaven tauschten die Rollen, alle waren fröhlich, lärmten, tranken, tanzten und scherzten.

3. Von Nelkensamstag bis Veilchendienstag

In Anlehnung an den bekanntesten Feiertag im Karneval, den Rosenmontag, haben die restlichen Tage vor dem Aschermittwoch im Volksgebrauch ebenfalls Namen erhalten: das sind der Nelkensamstag, der Tulpensonntag und der Veilchendienstag.

4. Weiberfastnacht: Die Möhnen kommen!

Die Weiberfastnacht oder Altweiberfastnacht findet traditionell am Donnerstag vor Aschermittwoch statt. Dann beginnen um 11:11 Uhr die Straßenkarnevalstage und verheiratete Frauen, die sogenannten „Möhnen“, stürmen Rathäuser, um den Männern nach alter Tradition die Krawatten abzuschneiden und die Herrschaft zu übernehmen. Alternativ wird die Weiberfastnacht auch Schwerdonnerstag, fetter Donnerstag oder schmutziger Donnerstag genannt. Das ist auf den Fastnachtsbrauch zurückzuführen, dass an diesem Donnerstag das letzte Mal vor der Fastenzeit geschlachtet wurde und fettgebackene Fastnachtsküchlein und Fastnachtskrapfen hergestellt wurden.

5. "Alaaf" oder "Helau"?

Besonders wichtig ist der richtige Narrenruf. Je nach Stadt und Region haben die Narren unterschiedliche Schlachtrufe. „Alaaf“ ist der kölsche Narrenruf, auf keinen Fall zu verwechseln mit „Helau“, dem Schlachtruf der Düsseldorfer. Aber es gibt noch zahlreiche weitere Narrenrufe in NRW: die Paderborner rufen „Hasipalau“ und in Tönisvorst heißt es „Klappertüt“.

6. Dat Bützje 

Ein „Bützje“ ist ein Küsschen und im Karneval ein Zeichen der Freude und des Frohsinns. Das kleine Küsschen zwischendurch geht an Freunde, gute Bekannte und die, die es werden könnten – als Dankeschön oder einfach nur so aus Spaß. 

7. "D'r Zoch kütt!" 

Der Rosenmontagszug ist der Höhepunkt der Karnevalszeit und des Straßenkarnevals, ihn gibt es seit 1823. Dabei schlängeln sich bunt dekorierte Wagen durch die Städte im Rheinland. Auf den Rosenmontagszügen in Köln und Düsseldorf werden jedes Jahr bis zu 450 Tonnen Süßigkeiten, Popcorn und Chips geworfen.

8. Kamelle und Strüssjer  

Kamelle waren früher einmal gute alte Bonbons, die während des Rosenmontagszuges geworfen wurden. Heute sind es Kaustangen, Schokolade, Eiskonfekt und Weingummi. Wer „Kamelle“ ruft, hat es also auf etwas Süßes abgesehen, wer „Strüßjer“ ruft, möchte lieber eine Tulpe oder Nelke fangen. Diese werden allerdings meist gezielt geworfen und Frauen haben da die besseren Chancen. Als Belohnung gibt es oft ein „Bützje“ für den Werfer.

9. Jetzt wird geschunkelt!

Geschunkelt wird gerne und viel an Karneval – und zwar mit vollem Körpereinsatz. Ertönt ein Lied mit Schunkelrhythmus, wird die angeborene und fließende Bewegung gemeinsam mit dem Nachbarn (einfach einhaken, auch wenn man ihn nicht kennt) ausgeführt. Das Hin- und Herwiegen funktioniert sowohl im Stehen als auch im Sitzen.

10. An Aschermittwoch ist alles vorbei

In der Nacht zum Aschermittwoch haben die tollen Tage ein Ende und die Fastenzeit beginnt. Um sich von Sünden der letzten Zeit reinzuwaschen, verbrennen die Kölner einen Sündenbock, den sogenannten Nubbel. Düsseldorfer dagegen tragen den Hoppeditz, den Erznarren, zu Grabe, um die tolle Zeit zu betrauern. Aber niemand muss bis zum 11.11. so ganz ohne jeckes Brauchtum leben, in NRW gibt's hier und da Karneval fürs ganze Jahr

11. Die Zahl elf 

Jedes Jahr am 11.11. um 11.11 Uhr beginnt die Karnevalssaison. Dabei gibt es ganz unterschiedliche Erklärungen für die Bedeutung der Zahl Elf im Karneval: In Religionen ist die Elf ist eine besonders teuflische Zahl. Sie steht für Maßlosigkeit und Sünde und kennzeichnet Menschen außerhalb der Sittengesetze. Zudem ist die 11 auch eine „Schnapszahl“.

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