Blick vom Rheinufer auf Groß St. Martin - Köln, © Oliver Franke, Tourismus NRW e.V.
Michael Gliss, © Tourismus NRW e.V. / Dominik Ketz

Michael Gliss


Dein Genuss-Botschafter für die Region Köln & Rhein-Erft

Michael Gliss tat seine ersten Schritte in der Kaffeewelt 1983, als er in Südfrankreich die mediterrane Kaffeekultur kennenlernte, in ihr arbeiten durfte und seine Leidenschaft für sie entdeckte.

Köln und Kölsch, das gehört zusammen wie Köln und der Dom. Das helle, obergärige Bier ist in nahezu jeder Kneipe zu haben. Wer das richtige Ambiente dazu erleben möchte, lässt es sich am besten im Brauhaus von einem „Köbes“ (Kellner) servieren. Passend dazu werden „Kölscher Kaviar“, ein Roggenbrötchen mit „Flönz“, also Blutwurst, oder ein „Halver Hahn“, ein Roggenbrötchen mit Gouda, gereicht. Aber auch der Rheinische Sauerbraten oder „Himmel un Ääd“, ein Gericht aus Blutwurst, Kartoffeln und Apfelmus, dürfen auf keiner echt Kölschen Speisekarte fehlen.

Wem der Sinn eher nach ausgefallener Küche steht, wird in Köln ebenfalls fündig. Sternerestaurants und andere Gourmettempel sind in der weltoffenen Stadt ebenso zu finden wie Spezialitäten aus aller Welt – große, weit bekannte Namen ebenso wie kleine Geheimtipps. Im Umland locken Cafés und Biergärten an der Erft oder in Schlössern und Burgen und laden nach einem entspannten Ausflug per Rad oder zu Fuß zum Einkehren ein.

An gleich drei Standorten ist Michael Gliss zu finden. Deutschlands erster Kaffee-Sommelier entdeckte Anfang der 1980er Jahre seine Leidenschaft für das aromatische Getränk, die er mit seiner Gliss Caffee Gruppe inzwischen an andere weitergibt. In Köln, Bergisch-Gladbach und Frechen betreibt er ein Kaffee-Fachgeschäft, eine Kaffee-Bar und einen Genuss-Salon. Genuss ist für ihn Energie, Leidenschaft und seine tägliche persönliche Antriebsfeder. Daher kümmert er sich nicht nur um sein Unternehmen, sondern tritt auch immer wieder in Talkshows auf oder moderiert Kaffee-Seminare auf Kreuzfahrtschiffen. Gemeinsam mit Claudia Stern ist er NRW-Genuss-Botschafter für Köln und den Rhein-Erft-Kreis.

Genuss in NRW?
7 Fragen an … Michael Gliss

Sie sind Genuss-Botschafter der Region Köln & Rhein-Erft – warum eigentlich?
Zunächst bin ich gebürtiger Kölner direkt aus der Südstadt, das prägt schon mal. Nach dem Abitur bin ich direkt ins Ausland gegangen, habe in Frankreich gelebt und im Anschluss in verschiedenen Städten in Deutschland. Da habe ich nach mehreren Jahren der Abwesenheit doch gemerkt, wie sehr mein Herz mit Leidenschaft und Gefühl an Köln und der Region hängt. Dabei spielt für mich der Genuss in Nordrhein-Westfalen die entscheidende Rolle, davon möchte ich etwas an die Besucher weitergeben.

Was denken Sie: Warum kann man Nordrhein-Westfalen als Genussland bezeichnen?
Nordrhein-Westfalen ist seit Jahrzehnten eine Region, in der Menschen aus vielen Ländern Europas und der Welt zuhause sind. Deren kulturelle und eben auch kulinarische Einflüsse mit ihrer Vielfalt sind verwurzelter Teil unseres Landes und überall spürbar, und das möchten wir, die Genuss-Botschafter des Landes, zeigen und mit den Besuchern gemeinsam entdecken.

Was für ein Charakterzug zeichnet einen Genussmenschen aus?
Neugierde, Offenheit und viiiiel Energie sind unabdingbar für den Genussmenschen. Das kommt aus ihm heraus, denn er will immer etwas Neues entdecken und anderen Menschen anbieten. Er mag Menschen, er vermittelt gerne und teilt am liebsten seine Genuss-Erfahrungen, die er macht.

Sie bringen jeden Tag Höchstleistung. Wie sieht für Sie der perfekte kulinarische Start in den Tag aus?
Bei mir hat es viel mit meiner persönlichen Stimmung und ganz besonders mit der Jahreszeit zu tun. Im Frühjahr und Sommer geht’s zum Start am Morgen an die Luft in unseren Garten an den Teich, denn ich liebe das Wasser. Ein bis zwei Espressi mit Röstkaffee aus Mexiko oder Äthiopien und ein Croissant von meinem Lieblingsbäcker oder alternativ frisches Müsli mit Obst, selbstangemacht, am besten selbstgepflücktes Obst. Wenn es kühler und unfreundlicher draußen ist, dann gerne eine „längere“ große Tasse Kaffee aus Kenia oder Sumatra, vielleicht ein wenig Sojamilch dazu – ich mag’s – und gerne Rosinenplatz mit von meiner Frau hausgemachter Marmelade der Saison. Und wenn es ganz verführerisch sein darf, vielleicht am Feiertag, dann gibt es morgens schon ein kleines Feuerchen im Kamin und ich bewege mich nicht mehr weg.

Mit Ihren Speisen inspirieren Sie Ihre Gäste, Kolleginnen und Kollegen. Von welchem Produzenten Ihrer Region lassen Sie sich selbst inspirieren?
Ganz klar, Bäckerei Mohr in Königsdorf. Mehl aus Frankreich, Teigführung wie in Frankreich und Baguettes und vor allem Croissants wie in Frankreich, göttlich. Wenn es bei mir Fleisch sein soll/darf, immer seltener übrigens, dann Metzgerei Jansen in Porz, alles Bio/regional/Demeter. Perfekt ausgeführtes, respektvolles Handwerk. Beim Wild geht es wie bei meinen Großvätern schon zwei bis dreimal in der Saison zu Delikatessen Brock, Besitzerfamilie Rochow, auf der Apostelnstraße, meistens aus der eigenen Jagd. Außerdem unser Biokisten-Lieferant Bioland Apfelbacher aus dem Vorgebirge, der immer nur Obst und Gemüse nach der Saison liefert, perfekt. Hellers Kölsch, einzige Bio-Kölsch-Brauerei und das einzige Kölsch, das ich gerne aus der Flasche trinke, weil es sooo lecker schmeckt. Wenn es Kuchen, Torten und sonstige süße Schweinereien sein sollen, dann geht’s etwas weg aus Köln: entweder das Naschwerk von Genuss-Botschafter Markus Podzimek in Siegen oder zur Genuss-Botschafterin Erika Bergheim ins Schloss Hugenpoet in Essen – beide auf ihre Art verführerisch und unschlagbar. Mein Lieblings-Restaurant seit Jahren ist das Elia auf der Bachemer Straße in Köln. Griechische Mittelmeer-Küche, aktuell und ein klitzekleiner Hauch Avantgarde, handwerklich mit den Weinen dazu unschlagbar, zum Dahinschmelzen. Ansonsten alle Lebensmittel zusammen beim kleinen Bio-Händler im Veedel oder auch beim größeren „temma“ in der Südstadt.

Haben Sie eine persönliche Empfehlung, einen speziellen Tipp für Besucher des Genusslandes NRW?
Wofür entscheide ich mich? Ich bleibe in meiner Heimatstadt Köln. Mein Tipp zum Start ist die geführte Genießer-Tour von der Agentur „sehenswert“, die eine klassische Stadtbesichtigung Kölns mit spannenden Genießer-Stationen verbindet, lehrreich und kurzweilig. Ein bis mehrere Kölsch folgen im Brauhaus Schreckenskammer von 1442, in einem der ältesten Brauhäuser von Köln. Das Bier wird ohne Zusatz von Kohlensäure gebraut. So motiviert die längste Treppe Nordrhein-Westfalens, die 533 Stufen des Kölner Doms, hinauf und wieder hinab. Ein Besuch im Kronleuchtersaal der Kölner Kanalisation, in dem auch Konzerte stattfinden, könnte sich anschließen. Dann in den Kölner Zoo, der zu jeder Jahreszeit und für jedes Alter spannende Themen zu bieten hat. Und unbedingt Rievkooche beim Imbiss „Strohhut’s Eck“ in Ehrenfeld essen. Wer dann noch Kalorien loswerden möchte, macht eine geführte Segway-Tour durch Köln. Und fällt dann hundemüde ins Bett.

Das Beste zum Schluss: Ihr persönliches Genussmotto?
„Vermeide die Unlust“ frei nach Epikur.

www.gliss.de

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