Der Huxarium Gartenpark Höxter ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie aus einem ehemaligen Landesgartenschau-Gelände eine dauerhafte Landschaft zum Entdecken wird: Seit der Ausstellung entwickelt sich das Areal, das im Jahr 2023 rund 622.000 Gäste in die idyllische Stadt am östlichen Rand des Teutoburger Waldes lockte, stetig weiter – zum blühenden Paradies, zur archäologischen Fundgrube, zur Erholungszone für Reisende aus Nah und Fern.
Es verbindet den historischen Stadtkern Höxters mit viel Fachwerk, hübschen Weserrenaissance-Gebäuden und blütengesäumten Stadtmauern mit der UNESCO-Welterbestätte Corvey. Auf dem Weg liegen drei große Spielplätze, der Aussichts- und Rastpunkt Weserscholle mit Auen- und Schöpfungsgarten, das farbenfrohe Tagliliental am Weserufer wie der sehenswerte Archäologiepark, der unter anderem mit einem Grabungsfeld, einem Energiegarten und dem Lernort „Buntes Klassenzimmer“ einlädt.
In dem Archäologiepark können Besuchende der Geschichte der untergegangenen Klosterstadt Corvey bei Live-Grabungen nachgehen. Die Siedlung wurde in der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 1265 von bewaffneten Verbänden des Paderborner Bischofs Simon zur Lippe, von Corveyer Ministerialen und der höxterschen Bürgerschaft niedergebrannt, da der wirtschaftliche Konkurrent den Höxteranern zu dieser Zeit zu groß wurde. Der Park macht die Wüstung im Erdboden auch digital erlebbar. Mit Augmented-Reality-Technologie erscheinen an fünf Stationen Gebäude und Objekte aus vergangener Zeit auf dem Handy-Display. So zeigt die einst versunkene Marktkirche zwischen den heutigen grünen Wiesen ihre ganze Pracht. Auf der früh- und hochmittelalterlichen Fernhandelsstraße Hellweg begegnen App-Nutzende einem Pferdefuhrwerk. Auch das Haus des berühmten mittelalterlichen Wundarztes, dem so genannten „Chirurg von der Weser“, kann mit einem Klick besichtigt werden. Hörspiele zu den einzelnen Orten runden das Erlebnis in architektonisch gestalteten Holzkuben ab.
Remtergarten im Schatten des Westwerks
„Schön hier. Komm wieder gucken!“ Auch im NaturGartenForum des Archäologieparks bleibt das Huxarium dem einstigen Gartenschau-Motto treu: Wildstauden und Gartenzierelemente ragen neben großen Tothölzern und Steinformationen aus dem Boden empor. Wildbienen, Schmetterlinge und Hummeln schwirren durch die Lüfte. Verschiedene Orchideenarten und Pflanzen wie die Kartäusernelke, die Wilde Karde und der Blutweiderich haben hier ihre Heimat gefunden. Naturfreunde können an jeder Ecke etwas Neues entdecken.
Eindeutiger Höhepunkt dürfte für sie aber der anschließende Besuch des Remtergartens sein, der direkt am Fuß der Barockkirche des ehemaligen Benediktinerklosters Corvey liegt. Er teilt sich in einen Rosen- und Duftgarten, Arzneipflanzengarten, den sogenannten „Corbie-Garten“, ein Küchengartenkabinett, ein Gehölzraritätenfeld und die Geophytenwiese auf. Wer über die rasterartig angelegten Wege schlendert, entdeckt je nach Jahreszeit in der einen Ecke ein Meer von Narzissen, Hasenglöckchen und Prärielilien, in der anderen Ecke essbare Blumen wie Dahlien, wilde Malven oder die Indianernesseln.
Eine Visite des Huxariums lohnt das ganze Jahr über, vor allem in den Sommermonaten bieten Veranstaltungen wie ein Pflanzenmarkt, die Spargelmeile oder ein Mittelalterfest einen zusätzlichen Reiseanlass.