Dieser Ort wirkt wie eine Insel in der Kölner Innenstadt: Leicht erhöht auf einem kleinen Hügel inmitten von kleinen Häuschen und Gassen liegend strahlt der beeindruckende Bau Ruhe und Beständigkeit aus. Um das Jahr 1040 begann der Bau der Kirche, die auf den Resten des einst wichtigsten römischen Tempels steht: dem Kapitolstempel. Diese größte und älteste romanischen Kirchen Kölns ist ein lohnenswerter Pausenort für Stadtbesuche. In ihrem Inneren bietet sie nicht nur wohltuende Stille, sondern auch jede Menge Hingucker.
Das absolute Highlight ist in Alter und Größe kaum zu übertreffen: en Jesu auf Türflügeln: Auf 4,85 Meter Höhe und 2,48 Metern Breite erzählt eine romanische Bildertür die Lebensgeschichte Jesu Christi in 25 Holzreliefs. 900 Jahre hat sie mit ihren beiden reich verzierten und ehemals farbigen Holzflügeln ein Außenportal verschlossen, bis sie 1930 zu ihrem Schutz in den Innenraum verlegt wurde.
Noch älter sind Devotionalien, die auf die biblische Geschichte von Jona und dem Wal hinweisen: Vier Knochen eines Grönlandwals hängen im südlichen Seitenschiff an der Wand. Sie sollen aus dem Erdseitalter des Pleistozäns stammen, also aus der Zeit in der der moderne Mensch sich entwickelte. An anderer Stellt fällt frisches Obst in den Blick: Sehr oft liegen Äpfel vor einer Madonnen-Skulptur aus dem 12. Jahrhundert. Der Legende nach schenkte der heilige Hermann Josef der Statue einen Apfel, die daraufhin zum Leben erwachte.
Hinter der Kirche öffnet sich der ruhige Lichhof mit dem Dreikönigenpförtchen, durch das Reinald von Dassel die Reliquien der Heiligen Drei Könige nach Köln gebracht haben soll. Wahr oder nicht wahr: Der Blick durch das Pförtchen, die Ruhe des Orts, das Hindurchschreiten à la Reinald von Dassel ist erlebenswert. – ein stiller Ort mitten in Köln, der die Geschichte der Kirche bis in den Stadtraum fortsetzt.