Mitten in der Aachener Altstadt, nur wenige Schritte vom Dom entfernt, steht ein Haus, das viele Geschichten erzählt. Das Grashaus am Fischmarkt. Seine schweren Mauern stammen aus dem 13. Jahrhundert, als die Stadt Aachen ihr erstes Rathaus errichtete. Später wurde aus dem Ort politischer Selbstverwaltung ein Gericht, ein Kerker und schließlich das Stadtarchiv. Eine Zeitlang glaubte man, die Bezeichnung "Grashaus" sei – wegen der „grässlichen“ Umstände – auf das mittelhochdeutsche graz (wütend, rasen, zornig) zurückzuführen. Vermutlich bezieht sich der Begriff aber auf die Gras bewachsene Fläche, die das Gebäude einst umgab.
Von den verschiedenen Nutzungsarten und Geschichten erfährst Du noch heute beim Besuch des historischen Gebäudes. Das Grashaus ist eine Station der Route Charlemagne und ein Lernort, an dem europäische Geschichte nicht trocken erklärt, sondern mit Fragen an unsere Gegenwart verbunden wird. Im Erdgeschoss sind ein Informationsbüro und die Geschäftsstelle der Stiftung Internationaler Karlspreis zu Aachen untergebracht. Im Obergeschoss ist ein außerschulischer Lernort: Im "Europäischen Klassenzimmer" wird das Thema Europa in seinen historischen, aktuellen und zukunftsweisenden Dimensionen vermittelt.