Bevor Max Ernst den Surrealismus mitprägte, lernte er in Bonn, wie man künstlerisch zündet: Die Ausstellung „Visionen der Moderne – August Macke und Max Ernst“ im Museum August Macke Haus Bonn stellt Max Ernst als jungen Künstler aus dem Umfeld des rheinischen Expressionismus vor; nicht als den bereits kanonisierten Surrealisten. Anlass ist der 50. Todestag des gebürtigen Rheinländers im April 2026. Die Schau berichtet von der engen Verbindung zu August Macke, in dessen Bonner Wohnhaus Ernst regelmäßig verkehrte. Hier formierte sich ein wichtiges Netzwerk der Moderne.
Mit rund 80 Werken – darunter Gemälde, Grafiken, Skulpturen, Fotografien und Zeitdokumente – zeigt die Ausstellung, wie stark Macke und Ernst durch Humor, Kunstlust und den Blick auf ihre Zeit verbunden waren, bevor der Erste Weltkrieg ihre Lebenswege brutal auseinanderriss.
Besonders spannend für Kunstfans: „Visionen der Moderne“ präsentiert erstmals öffentlich ein frühes Ölgemälde von Max Ernst, das im Werkverzeichnis bislang als „Verbleib unbekannt“ galt. Zudem würdigt die Schau mit Luise Straus-Ernst und Elisabeth Erdmann-Macke zwei Frauen, ohne die die Kunstgeschichte der beiden Künstler unvollständig bliebe.