Mit der Ausstellung „Fluchtpunkt Paris. Gisèle Freund, Rogi André, Madame d’Ora“ widmet das LVR-Landesmuseum Bonn drei wegweisenden Fotografinnen der Moderne eine gemeinsame Schau. Vom 1. Oktober 2026 bis 24. Januar 2027 rückt die Ausstellung das Paris der 1920er- und 1930er-Jahre in den Fokus. Paris war eine Metropole, die nach dem Ersten Weltkrieg Künstler, Intellektuelle und Exilant aus ganz Europa anzog. Gisèle Freund, Rogi André und Dora Kallmus, bekannt als Madame d’Ora, hielten das kulturelle Leben der Stadt in eindrucksvollen Fotografien fest und porträtierten prägende Persönlichkeiten wie Marcel Duchamp, Henri Matisse, Colette und Simone de Beauvoir. Die Ausstellung in Bonn macht sichtbar, wie eng Fotografie, Avantgarde, Porträtkunst und Modefotografie in Paris miteinander verbunden waren.
Zugleich erzählt „Fluchtpunkt Paris“ von jüdischer Herkunft, Verfolgung, Exil und weiblicher Selbstbehauptung in politisch radikalen Zeiten. Anfang der 1940er-Jahre mussten Freund, André und Kallmus Paris aufgrund ihrer jüdischen Herkunft verlassen; ihre Werke spiegeln daher nicht nur künstlerischen Aufbruch, sondern auch Brüche, Flucht und Strategien des Überlebens wider.
Neben der Eleganz von Madame d’Oras Modefotografie und der Experimentierfreude aller drei Künstlerinnen zeigt die Ausstellung ihren humanistischen und sozialkritischen Blick auf die Moderne: Bildreportagen über politische Extreme, soziale Not und gesellschaftliche Umbrüche machen die Schau zu einem wichtigen Beitrag zur Geschichte der Fotografie, zur Exilkunst und zur Sichtbarkeit bedeutender Fotografinnen im 20. Jahrhundert.
Leistungen
- Eintritt in die Sonderausstellung "Fluchtpunkt Paris. Gisèle Freund, Rogi André, Madame d’Ora"
- Eintritt in die Dauerausstellung des LVR-Landesmuseums Bonn