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Marta Herford in Herford, Außenansicht von oben, © Tourismus NRW e.V.

Top-Aus­stel­lun­gen 2021/2022


Beh­rens, Beet­ho­ven und Ba­rock

Die Museen in Nordrhein-Westfalen bieten eine große Auswahl an spannenden Ausstellungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten an. Kunst- und Kulturinteressierte können sich auf Werke von renommierten Malern, Bildhauern, Fotografen oder Autoren freuen. Einrichtungen zeigen Exponate zu bedeutenden Musikern. Auch geschichtliche Ereignisse oder gesellschaftliche Phänomene spielen eine Rolle. Im Folgenden findest Du eine chronologische Übersicht über die Top-Ausstellungen, die in diesem Jahr angeboten werden. Sie sind in die Bereiche "Kunst, Design, Architektur" und "Musik, Wissenschaft, Gesellschaft" aufgeteilt.

Aktueller Hinweis: Vor einem Besuch sollten Interessierte auf den Webseiten der Häuser und Veranstalter prüfen, ob sich Termine und Öffnungszeiten geändert haben. Dort finden sich in der Regel auch Informationen zu geltenden Verhaltenspflichten, Zutritts- und Hygienevorkehrungen.

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Museum Kurhaus Kleve Frontansicht, © Tourismus NRW e.V.

Beuys, Beuys, Beuys


Ein Künstler hinterlässt seine Spuren, vielerorts in NRW

Das Jahr 2021 steht ganz im Zeichen von Joseph Beuys: Zahlreiche Museen im Kulturland widmen dem Ausnahmekünstler anlässlich seines 100. Geburtstages Ausstellungen, die sein vielseitiges Schaffen, seine Beziehung zu anderen Künstlern oder seine Auffassungen zu Politik, Umwelt und Gesellschaft thematisieren. Eine Übersichtsseite zeigt eine Auswahl der sehenswerten Werkpräsentationen. Sie alle sind Teil des Jubiläumsprogramms beuys 2021.

Termine: Über das ganze Jahr 2021 verteilt
Übersicht: Top-Ausstellungen im Beuys-Jubiläumsjahr

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Museum Folkwang, Neubau Foyerr, © Giorgio Pastore

Kunst, De­sign, Ar­chi­tek­tur


Leonardo Da Vinci: Das letzte Abendmahl, Kloster Dalheim in Lichtenau

Da Vincis „Abendmahl“ ist eines der berühmtesten Wandgemälde der Welt. Es zählt zu den bedeutendsten Werken der Renaissance und hat über mehrere Jahrhunderte Kulturgeschichte im Abendland geschrieben. Wer das Bild in Gänze erfassen möchte, muss normalerweise nach Mailand in das Dominikanerkloster Santa Maria delle Grazie reisen, um die Darstellung der biblischen Szene zu studieren. Ab Mai 2021 ist das auch in Lichtenau-Dalheim möglich. Das LWL-Landesmuseum für Klosterkultur präsentiert eine monumentale Reproduktion in Originalgröße von mehr als neun mal vier Metern. Besucher können das Meisterstück hier aus unmittelbarer Nähe und in eindrucksvoller Atmosphäre betrachten.

Termin: 11. Mai 2021 bis 2. Januar 2022
www.lwl.org
 

Heinz Mack. Skulpturen, Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal

Die Arbeiten von Heinz Mack sind nicht von ihrer Umgebung zu trennen. Das macht die Ausstellung des renommierten Künstlers im Skulpturenpark Waldfrieden mehr als deutlich, die sich ganz seinem bildhauerischen Œuvre widmet: Skulpturen aus Stein, Metall, Holz, Gips, Sand, Glas oder Keramik erheben sich in wunderbarer Naturlandschaft. Werke mit kraftvollem Charakter bewegen sich im Raum und gehen eine Verbindung mit dem Licht und Schatten ein. Ihre Erscheinung verändert sich je nach Perspektive des Betrachters. In der Schau, die dem einstigen Mitgründer der Künstlergruppe Zero zum 90. Geburtstag ausgerichtet wird, können Besuchende zwischen Bäumen und weiten Wiesenflächen ständig etwas Neues entdecken.

Termin: 4. August 2021 bis 2. Januar 2022
Passendes Reiseangebot: Kunsterlebnis inmitten der Natur
www.skulpturenpark-waldfrieden.de
 

Hundert Ansichten des Mondes, Museum für Ostasiatische Kunst in Köln

Die Serie „Hundert Ansichten des Mondes“ lässt alte japanische Geschichte und Mythologie in der heutigen Zeit lebendig werden. Davon können sich Liebhaber traditioneller Kunst ab Februar in Köln selbst ein Bild machen. Das Museum für Ostasiatische Kunst präsentiert die populären und bildgewaltigen Farbholzschnitte der Edo-Zeit von Tsukioka Yoshitoshi. Sie bilden historische und sagenhafte Figuren in außergewöhnlichen Momenten ab, in denen der Mond immer im Hintergrund zu sehen ist. Höhepunkt der Schau ist das Triptychon „Fujiwara Yasumasa spielt bei Mondschein Flöte“ - ein Werk, das durch seine Anordnung und Farbtiefe hervortritt.

Termin: 17. September 2021 bis 09. Januar 2022
www.museum-fuer-ostasiatische-kunst.de
 

Licht und Transparenz, Münster in Bonn

Einer der berühmtesten mittelalterlichen Kirchenräume in Deutschland verwandelt sich für drei Monate in einen Ausstellungsort für Zeitgenössische Kunst: Meterhohe Skulpturen von Tony Cragg und Heinz Mack ragen weit in den sakralen Raum des Bonner Münsters hinein. An den Wänden hängen Bilder wie „Die Kerze“ von Gerhard Richter. Monica Bonvicinis Lichtinstallation „rippings“ erhellt das Kirchenschiff. Eine beleuchtete Mixed-Media-Skulptur von Mariele Neudecker strahlt von innen heraus. Betrachtende merken schnell, die Schau „Licht und Transparenz“ ist etwas Besonders. Sie wird nach vierjähriger Sanierung der Münsterbasilika als erstes Event in dem Gotteshaus ausgerichtet. Die Stiftung für Kunst und Kultur zeigt sich verantwortlich.

Termin: 1. November 2021 bis 31. Januar 2022
www.stiftungkunst.de
 

Surreale Tierwesen, Max Ernst Museum in Brühl

Zu einem lehrreichen Zoobesuch in einer Kultureinrichtung lädt das Max Ernst Museum in Brühl ein. Die neue Ausstellung „Surreale Tierwesen“ macht es mit 120 Exponaten von 40 Künstlern möglich. Reale Tiere wie erdachte Geschöpfe und Fabelwesen mit mythologischem Hintergrund zeigen sich in Gemälden, Skulpturen und Zeichnungen. Die animalische Figuration war im Surrealismus eine Ausdrucks- und Darstellungsform, der sich viele Künstler wie auch Max Ernst bedienten. Der Namenspatron des Museums gestaltete für sein Alter Ego eine anthropomorphe Vogelfigur mit Namen „Loplop“, die er immer wieder in Arbeiten auftauchen lies. Auch Leonora Carrington, Dorothea Tanning und Leonor Fini stellten bestimmte Facetten ihrer Persönlichkeit als Pferd, Hund oder Katze dar. Besucher können nun mehr über diese Figurationen beim Rundgang erfahren.

Termin: 3. Oktober 2021 bis 6. Februar 2022
www.maxernstmuseum.lvr.de
 

Überlebenskünstler Mensch, LWL-Museum für Naturkunde in Münster

Veränderung und Anpassung, Innovation und Neuausrichtung: Der Mensch ist ein vernunftbegabtes Wesen, das in seiner 300.000-jährigen Geschichte vielen Herausforderungen getrotzt, sich ausgebreitet und entwickelt hat. Das veranschaulicht die neue Ausstellung „Überlebenskünstler Mensch“ im LWL-Museum für Naturkunde anhand von über 1000 Exponaten eindrucksvoll. Ein Kompass des berühmten Polarforschers Robert Falcon Scott steht für Entdeckergeist und Aufbruch. Sieben ausdrucksstarke Büsten zeigen Stufen der menschlichen Evolution. Ein detailreicher Nachbau der ISS deutet auf den steten Blick zu den Sternen hin.

Termin: 21. August 2020 bis 26. September 2021
www.lwl-naturkundemuseum-muenster.de
 

Modefotografie der 90er, Kunstpalast Düsseldorf

Deutschlands erfolgreichstes Supermodel bittet zum Streifzug durch die Modewelt der 90er-Jahre. Im Düsseldorfer Kunstpalast folgen Besucher Claudia Schiffer zu den berühmtesten Modeschauen, unvergesslichsten Fashion-Partys und spektakulärsten Shootings eines Jahrzehnts. Nur wenige Meter von hier, auf der Düsseldorfer Königsallee, wurde die heutige Mode-Ikone selbst einst als Model entdeckt.  Nun hat sie zentrale fotografische Werke, Videos, Musik und Erinnerungsstücke zusammengestellt, um sie in einer umfassenden Schau zu präsentieren. Dabei sind Bilder von Herb Ritts, Arthur Elgort oder Karl Lagerfeld. Mal blicken Gäste auf intime Aufnahmen, um sich danach verspielten oder extravaganten Fotos zu widmen.

Termin: 15. September 2021 bis 09. Januar 2022
www.kunstpalast.de
 

Unveröffentlicht. Die Comicszene packt aus, Ludwiggalerie Schloss Oberhausen

Diese Comics hat die Welt noch nicht gesehen: Zeichnungen verschwanden Jahrzehnte in der Schublade und gerieten in Vergessenheit. Verlagshäuser lehnten Bildstreifen aufgrund einer unpassenden Handlung oder überzeichneter Charaktere ab. Andere Ideen verdrängten erste Entwürfe, die nie fertiggestellt wurden. Die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen zeigt nun in ihrer neuen Ausstellung bisher unveröffentlichtes Material aus den Skizzenbüchern der Starzeichner. Ungesehene Bilder von Wilhelm Busch und Flix lassen Herzen höher schlagen. Auch Newcomer sind mit ihren Illustrationen dabei, so dass Besucher umfassende Einblicke in Genres, Stile und Strömungen erhalten.

Termin: 3. Oktober 2021 bis 16. Januar 2022
www.ludwiggalerie.de
 

Rendezvous der Freunde – Camoin, Marquet, Manguin, Matisse, Kunstmuseum Pablo Picasso in Münster

Rund 90 Gemälde, Zeichnungen und grafische Arbeiten von Charles Camoin, Henri Manguin, Albert Marquet und Henri Matisse zeigt das Kunstmuseum Pablo Picasso. Das Haus in Münster arbeitet in seiner großen Sonderausstellung „Rendezvous der Freunde“ heraus, welche Gemeinsamkeiten die renommierten Künstler eint und welche Unterschiede sie im Stil und Schaffen voneinander trennt. Sie alle waren Schüler des französischen Malers Gustave Moreau, weswegen sie geläufig auch als „Moreau-Gruppe“ bezeichnet werden. Sie alle hatten eine fauvistische Stilperiode, bevor sie andere Richtungen einschlugen. Sie alle beeinflussten sich gegenseitig, was Gäste bei genauerer Betrachtung einzelner Werkgruppen nachvollziehen können.

Termin: 9. Oktober 2021 bis 16. Januar 2022
www.kunstmuseum-picasso-muenster.de
 

Georges Braque. Erfinder des Kubismus, K20 der Kunstsammlung NRW in Düsseldorf

Geometrische Körper nehmen in Gemälden Gestalt an. Die Darstellung der Wesensform rückt in den Fokus der Kunst. Die reine Abbildung von Realität spielt keine Rolle mehr: Der junge Georges Braque prägte vor dem ersten Weltkrieg mit seinem Freund Pablo Picasso acht Jahre lang die vielleicht revolutionärste Etappe in der Geschichte der modernen Malerei – den Kubismus. Rund 60 Meisterwerke der Stilrichtung führt die Kunstsammlung NRW jetzt ab September in einer Ausstellung im K20 Grabbeplatz zusammen. Zu den Höhepunkten gehören Braques‘ Gemälde „Les Abres“ (1908) und „Piano and Mandola“ (1909-1910).

Termin: 25. September 2021 bis 23. Januar 2022
Passendes Reiseangebot: Georges Braque
www.kunstsammlung.de
 

Der geteilte Picasso. Der Künstler und sein Bild in der BRD und der DDR, Museum Ludwig in Köln

Pablo Picasso war in der Nachkriegszeit eine Galions- und Projektionsfigur für zwei Systeme in Deutschland. In der DDR verehrten ihn Kunstfans nicht nur wegen seiner Arbeiten, sondern erkannten in ihm auch den Kommunisten und Pazifisten. In der BRD galt das Ausnahmetalent als geheimnisumwobenes, unpolitisches Genie, das sich in keine Schublade drücken lässt. Doch wie kam es zu dieser unterschiedlichen Wahrnehmung ein und desselben Mannes? Auf diese Frage gibt das Museum Ludwig mit seiner neuen Ausstellung „Der geteilte Picasso“ eine Antwort. Besucher können einer zeithistorischen Analyse folgen, die auch Verbindungen zur heutigen Politik herstellt.

Termin: 25. September 2021 bis 30. Januar 2022
www.museum-ludwig.de
 

Andreas Gursky, Museum Küppersmühle in Duisburg

Andreas Gursky zählt zu den weltweit erfolgreichsten zeitgenössischen Fotografen. Er ist für seine extremen Großformate, seine streng gegliederten Bildkompositionen und seine entschiedene Farbdarstellung bekannt. Das Museum Küppersmühle präsentiert nun 60 Werke des renommierten Düsseldorfer Künstlers, der stets die Verschiedenheit in der Einheit sucht und dem Betrachter einen subjektiven Blick auf die Phänomene der Welt vermitteln möchte. In der Übersichtsschau können sich Besuchende darauf freuen, etwa Landschaften, Architektur oder Menschen aus einem neuen Blickwinkel zu sehen – das Kleine im Großen zu suchen. Die Ausstellung führt umfassend in den Bildkosmos Gurskys ein.

Termin: 09. September 2021 bis 30. Januar 2022
www.museum-kueppersmuehle.de
 

Im Westen viel Neues, Sauerland-Museum in Arnsberg

Der Expressionismus gehört zu den ersten Kunstströmungen des frühen 20. Jahrhunderts, die mit tradierten Werten und Auffassungen brach, um ein neues Verständnis von Kunst zu etablieren. Die Stilrichtung hat eine ihrer wichtigsten künstlerischen Zentren im Rheinland und in Westfalen. Die Schau "Im Westen viel Neues" konzentriert sich auf die Ausprägungen der modernen Bewegung in dieser Region. Sie vereint etwa 150 Exponate aus den Jahren 1908 bis 1925, um thematische Eigenarten aufzuzeigen. Die Werke erzählen im Sauerland-Museum sowohl vom Kampf um Anerkennung als auch von der Sehnsucht nach einer gerechten Gesellschaft. 

Termin: 19. September 2021 bis 23. Januar 2022
www.sauerland-museum.de
 

Entdeckt! Maltechniken von Martini bis Monet, Wallraf-Richartz-Museum in Köln

Die Kunstproduktion birgt seit Jahrhunderten mannigfaltige Geheimnisse, die von besonderen Mal- und Zeichentechniken der großen Meister bis hin zur Verwendung bestimmter Materialien und Werksstoffe reichen. Das Wallraf-Richartz-Museum geht diesen Mysterien nun in seiner Ausstellung „Entdeckt!“ auf den Grund und enthüllt die geheimen Tricks von Martini, Cranach, Rubens, Rembrandt, Friedrich, Manet, Monet und Co. Das Haus präsentiert Forschungsergebnisse aus rund 20 Jahren. Modernste Technologie, Röntgenstrahlen, Infrarot und Stereomikroskope kamen in dieser Zeit zum Einsatz, um Malschichten zu durchleuchten und Licht ins Dunkel zu bringen.

Termin: 8. Oktober 2021 bis 13. Februar 2022
www.wallraf.museum
 

AR-Biennale, NRW-Forum in Düsseldorf

Die erste AR-Biennale des NRW-Forums ist ein digitaler Skulpturenpark, den Kunstfans mit dem Smartphone oder Tablet durchschreiten können: Im Ehrenhof und Hofgarten erscheinen auf dem Display riesige, sich bewegende Plastiken, die in bunten Farben glänzen. Schriftzüge wie „Is this real?“ nehmen mit einem Tastendruck Gestalt an. Spielfiguren rücken mit einem Wisch einige Felder auf dem Boden vor. Insgesamt 20 internationale Künstlerinnen und Künstler beteiligen sich an der interaktiven Freiluft-Ausstellung, die sich die Verschmelzung von analoger und digitaler Welt zunutze macht. Das Event soll zukünftig alle zwei Jahre stattfinden und neuste Innovationen der Augmented-Reality-Welt präsentieren.

Termin: 1. August 2021 bis 20. Februar 2022
Passendes Reiseangebot: AR-Biennale
www.nrw-forum.de
 

Brücke und Blauer Reiter, Von der Heydt-Museum in Wuppertal

Eine Schau, zwei Künstlergruppen, drei Museen: Die neue Ausstellung „Brücke und Blauer Reiter“ setzt das Wirken zweier Zusammenschlüsse in Beziehung, die heute als wichtigste Vertreter des Expressionismus in Deutschland gelten und Wegbereiter der Klassischen Moderne waren. Sie vereint ausgewählte Werke des Von der Heydt-Museums, des Buchheim Museums der Phantasie und der Kunstsammlungen Chemnitz zu einem Gesamtbild. Im Wuppertaler Haus können sich Besucher auf Arbeiten von Ernst Ludwig Kirchner, Emil Nolde und Otto Mueller freuen, die zur Brücke gehörten. Vom Blauen Reiten sind unter anderem August Macke, Alexej von Jawlensky und Paul Klee vertreten.

Termin: 21. November 2021 bis 27. Februar 2022
www.von-der-heydt-museum.de
 

Goldene Zeiten. Die Sammlung niederländischer Kunst und ihre Geschichte(n), Von der Heydt-Museum in Wuppertal

Zum Ende des 16. und zu Beginn des 17. Jahrhunderts brach in den Niederlanden das Goldene Zeitalter an. In einer Periode enormer Produktivität schufen Künstler verschiedener Strömungen zahlreiche bedeutende Kulturgüter, die die Jahrhunderte überdauern sollten. Viele dieser Schätze haben es durch den Aufbau privater Sammlungen nach Wuppertal geschafft, einige sind schließlich in den Bestand des Von der Heydt-Museums übergegangen. Genau diese Werke möchte das Haus nun ab dem 28. Februar in einer großen Übersichtsausstellung präsentieren und ihre Geschichten kunsthistorisch aufbereiten. Liebhaber der Malerei und Grafik können sich unter anderem auf Exponate von Aelbert Cuyp, Jan van Goyen, Joos de Momper, Nicolaes Berchem, Cornelius Dusart und Rembrandt van Rijn freuen.

Termin: 11. März 2021 bis 10. April 2022
www.von-der-heydt-museum.de
 

Faszination Licht – (De)konstruktion – Licht & Raum, Zentrum für internationale Lichtkunst Unna

Die Verkörperung des Chaos liegt in einer Lichtskulptur: Bunte Leuchtkörper überkreuzen sich und bilden unregelmäßige Strukturen. Betrachtende finden sich zwischen Elektrobauteilen, Industrieelementen, Leuchten und Kunststoff wieder. Sie suchen Orientierung in der skulpturalen „Chaos Incarnate“-Installation. Sie ist eine von drei raumübergreifenden Lichtkunstprojekten, die nun zum 20-jährigen Jubiläum des Zentrums für internationale Lichtkunst in Unna ausgestellt werden. Neben dem Werk können sich Gäste auf die Gemeinschaftsarbeit „Plane Scape“ und die Installation „Spectrum (Frame Version)“ freuen. Erstere untersucht die Zusammenhänge zwischen Bild, Klang und Raum mit einer begehbaren Leinwand aus vertikalen Linien. Letztere überzeugt als eine pulsierende Lichtkomposition aus 20 aneinandergereihten LED-Rahmen.

Termin: 31. Oktober 2021 bis 24. April 2022
www.lichtkunst-unna.de
 

Unter die Haut. Der ergreifende Naturalismus des spanischen Barock, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud in Köln

Augen blicken in die Ferne, die Arme umschließen einen Totenkopf, auf dem Tisch liegen ein Kanten Brot und ein Buch: Jusepe de Riberas „St. Paulus, der Eremit“ erzählt von Vergänglichkeit, Enthaltsamkeit und geistiger Schulung. Das Hauptwerk des Malers steht beispielhaft für die bildgewaltige Sprache des spanischen Barock, die das Wallraf-Richartz-Museum nun mit seiner neuen Ausstellung in den Fokus nimmt. Das Haus stellt dem „Eremit“ kaum weniger beeindruckende Werke von Ribera, Zurbarán und Murillo zur Seite und zeigt die Inspirationsquellen der Künstler des goldenen Zeitalters der spanischen Malerei. Neben Riberas kürzlich restauriertem Eremiten sind etwa Gemälde wie „Der Heilige Jakobus der Ältere“ und der „Hl. Hieronymus“ zu sehen.

Termin: 7. Mai 2021 bis 24. April 2022
Passendes Reiseangebot: Unter die Haut
www.wallraf.museum
 

Ich. Max Liebermann. Ein europäischer Künstler, Kunstpalast in Düsseldorf

Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des deutschen Impressionismus und Wegbereiter der Moderne in Deutschland. Seine Gemälde zeigen belebte Landschaften und Personengruppen vor eindrucksvoller Kulisse. Betrachtenden fallen die vielen Details auf, die der Maler und Grafiker Max Liebermann hat einfließen lassen. Die Naturbeobachtungen des Berliners waren genau. Der Kunstpalast Düsseldorf präsentiert nun einen umfassenden Ausschnitt seines Œuvres. Das Haus stellt rund 120 Gemälden mehrere Arbeiten seiner Kolleg:innen aus europäischen Zentren gegenüber. Dabei sind Werke von Vincent van Gogh, Claude Monet oder Rembrandt van Rijn. Dem Einfluss Liebermanns auf die Düsseldorfer Kunstszene wird ein eigener Raum gewidmet.

Termin: 3. Februar 2022 bis 8. Mai 2022
www.kunstpalast.de
 

Renoir, Monet, Gauguin. Bilder einer fließenden Welt, Museum Folkwang in Essen

Das Museum Folkwang bringt 2022 internationale Meisterwerke des Impressionismus in einer Übersichtsschau zusammen: Die berühmte Komposition „Im Boot“ von Claude Monet und „Der Hafen von Saint Tropez“ von Paul Signac treffen in Essen auf Pierre-Auguste Renoirs „Lise mit dem Sonnenschirm“ und Paul Gauguins „Mädchen mit Fächer“. Die Ausstellung „Bilder einer fließenden Welt“ verdeutlicht anhand von rund 120 Exponaten, wie sich eine Stilrichtung so entwickeln konnte, dass mit ihr ein neues Zeitalter der Kunst anbrach. Dazu tritt der eigene Bestand des Museum Folkwang in einen Dialog mit Werken aus dem National Museum of Western Art in Tokio. Diese werden zum ersten Mal seit den 1950er-Jahren in größerem Umfang in Europa ausgestellt.    

Termin: 6. Februar 2022 bis 15. Mai 2022
www.museum-folkwang.de
 

Aufbruch in die Moderne, Kunstmuseum Bonn

Kunst ist mehrdeutig interpretierbar. Sie steht in Beziehungen zu Diskursen, Vorstellungen und Ereignissen. Sie kommuniziert auf vielen Ebenen und produziert Erkenntnis. Das macht die Ausstellung „Aufbruch in die Moderne“ des Kunstmuseums Bonn anhand von malerischen und grafischen Werken seiner Sammlung der Klassischen Moderne deutlich. Die Schau bindet Arbeiten von August Macke und den Rheinischen Expressionisten in einen größeren historischen Rahmen ein. Sie knüpft Verbindungen zu erzählenswerten Episoden, die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts ereigneten. Gäste können mehr über eine noch anhaltende Ära lernen, die große Veränderungen auf allen Ebenen des menschlichen Lebens bereithält.

Termin: 27. Juni 2021 bis 30. Juni 2022
www.kunstmuseum-bonn.de
 

Christo und Jeanne-Claude, Kunstpalast in Düsseldorf

Es sind Bilder, die um die Welt gingen: Unzählige Kunstfans flanieren über den Place Charles-de-Gaulle in Paris. Der Arc de Triomphe ist in 25.000 Quadratmeter wiederverwertbares, blausilbernes Kunststoffgewebe gehüllt. Das Projekt plante das Künstlerehepaar Christo und Jeanne-Claude ab 1962. Es wurde erst im Herbst 2021, nach dem Tod Christos, realisiert. Die Verhüllung steht exemplarisch für ein gemeinsames Lebenswerk, dem der Kunstpalast Düsseldorf nun Rechnung trägt. Besuchende lernen in einer großen Übersichtsausstellung sämtliche realisierten und geplanten Projekte seit Wrapped Coast von 1968/69 kennen. Zahlreiche Objekte, großformartige Zeichnungen, grafische Arbeiten, Fotografien und Entwürfe stehen zur Ansicht aus. Ein Bezug zur Avantgarde im Paris der 1950er Jahre wird hergestellt, die Christo wie Jeanne-Claude sehr beeinflusste.

Termin: 11. August 2022 bis 8. Januar 2023
www.kunstpalast.de
 

Ausblick: Barbarossa, LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster und Schloss Cappenberg in Selm

Der Staufenkaiser Friedrich I. Barbarossa war seit der Romantik lange das Symbol für die nationale Einheit. Zu seinem 900. Geburtstag richtet das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster eine internationale Sonderausstellung aus. Ab September 2022 können Besucher einen Blick auf die kulturgeschichtliche Entwicklung des 12. Jahrhunderts werfen und dabei die Perspektive des Politikers und Kulturförderers einnehmen. Zentrale Ausstellungsstücke sind der berühmte Cappenberger Kopf und die Taufschale des Kaisers, die Barbarossa seinem Taufpaten Otto von Cappenberg schenkte. Das Schloss Cappenberg wird bei der künstlerischen Ehrung zweiter Veranstaltungsort. Hier wartet eine Schau zur historischen Stätte bereits ab August 2022. Sie ist eine der ersten Ausstellungen nach langen Renovierungsarbeiten.

Termin auf Schloss Cappenberg: August 2022 bis Februar 2023
Termin im LWL-Museum für Kunst und Kultur: September 2022 bis Februar 2023
www.lwl.org
 

Peter Behrens - Kunst und Technik, LVR-Industriemuseum Peter-Behrens Bau in Oberhausen

Die neu konzipierte Dauerausstellung über den Architekten und Designer Peter Behrens präsentiert eigens nach Originalentwürfen entwickelte Architekturmodelle sowie aktuelle und historische Fotografieren seiner Bauten - das geht von seinem frühen Wohnhaus in Darmstadt bis zur Tabakfabrik in Linz. Das LVR-Industriemuseum in Oberhausen ist übrigens ein von Behrens selbst entworfenes Gebäude.
www.industriemuseum.lvr.de
 

Tomás Saraceno - in orbit, Kunstsammlung NRW in Düsseldorf

Es ist eine andere Art von Kunstgenuss, die Besucher unter der riesigen Kuppel des K21 Ständehauses der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen erleben. Die Rauminstallation in orbit des Künstlers Tomás Saraceno dürfen sie betreten, dürfen sich in einer umfassenden Netzstruktur auf insgesamt 2.500 Quadratmeter auf drei Ebenen zwischen einem halben Dutzend "Sphären", luftgefüllte Kugeln von bis zu 8,50 Metern Durchmesser, frei bewegen. Das Netz schwingt durch die Schritte, hoch über der Piazza des Museums, und mit ihm auch die anderen Kletterer - ein kommunikatives Erlebnis. Wie die Bewegung in der Netzkonstruktion wirkt, zeigt auch der von Saraceno gestaltete Künstlerraum im K21. Hier bewegen sich echte Spinnen in ihren eigenen Netzen.

Termin: Die Installation ist Teil der Dauerausstellung des K21, gelegentlich aber für Wartungsarbeiten geschlossen. Aufgrund der Covid-19-Pandemie ist das Kunstwerk aktuell nicht begehbar, weitere Informationen finden Besucher auf der Webseite der Kunstsammlung NRW.
Passendes Reiseangebot: Tomás Saraceno - in orbit
www.kunstsammlung.de

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Kloster Dalheim in Lichtenau, Außenansicht, Innenhof, © Tourismus NRW e.V.

Mu­sik, Wis­sen­schaft, Ge­sell­schaft


Das zerbrechliche Paradies, Gasometer in Oberhausen

Eine 20 Meter große Erdkugel schwebt hoch über den Köpfen der Besucher. Projektoren werfen hochaufgelöste Satellitenbilder des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) auf die Oberfläche. Sie stellen unsere Welt in voller Schönheit dar. Doch diese Anmut ist auch vergänglich, wie die neue Ausstellung „Das zerbrechliche Paradies“ im Gasometer Oberhausen mit preisgekrönten Fotos und Videos eindrucksvoll zu zeigen weiß. Mal sind es Aufnahmen von wunderbaren Landschaften und exotischen Tierarten, die Gäste hier ansehen können, mal verdeutlichen Fotos von rauchenden Schloten oder verschmutzten Gewässer den Einfluss der Industrie auf die Umwelt. Die dramatischen Folgen des menschlichen Eingriffs in die Natur werden über die Exponate vermittelt. Die Schau schönt nichts, sie präsentiert die Klimageschichte mit all ihren Facetten.

Termin: Ab 1. Oktober 2021
Passendes Reiseangebot: Das zerbrechliche Paradies
www.gasometer.de
 

Global Groove. Kunst, Tanz, Performance und Protest, Museum Folkwang in Essen

Dass das Tanzen nicht nur eine Ausdrucksform der eigenen Gefühle, sondern auch ein Mittel der Kommunikation ist, beweist das Museum Folkwang mit der Ausstellung „Global Groove“: Die Einrichtung zeichnet eine Kulturgeschichte des bewegungsreichen Kontakts auf und stellt Bezüge zwischen westlichen wie auch östlichen Kulturkreisen her. Gäste nähern sich den Schlüsselmomenten der modernen Kunst- und Tanzgeschichte über einen Parcours mit einem Prolog, fünf Settings und einem Epilog, der sie von den ersten tradierten Tanzschritten bis hin zum Tanzkanon in verschiedenen Ländern führt. Fotografien, Gemälde, Skulpturen, Filme und Live-Auftritte zeigen Schnittstellen zwischen Tanz, Kunst, Design, Performance und Mode auf.

Termin: 13. August 2021 bis 14. November 2021
www.museum-folkwang.de
 

RESIST! Die Kunst des Widerstands, Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln

Zu einer spannenden Geschichtsstunde bittet das Rautenstrauch-Joest-Museum mit der Schau „RESIST!“: Arbeiten von 40 zeitgenössischen Künstlern aus dem Globalen Süden und der Diaspora berichten auf eindrucksvolle Weise von kolonialer Unterdrückung und dem daraus resultierenden Widerstand. Es sind kleine wie auch große Momente, die in den Exponaten festgehalten werden – Momente des Krieges, der Rebellion und des Überlebens. Besucher erfahren bei einem Rundgang mehr über die Hintergründe verschiedener historischer Ereignisse. Erhaltene Dokumente und Objekte aus mehreren Jahrhunderten helfen dabei, Zusammenhänge der Gegenwehr besser zu verstehen. Zudem bietet die Ausstellung vier autonom kuratierte Räume, ein Sound- und Stimmenarchiv des Widerstands sowie zahlreiche Beteiligungsformate. Schreibwerkstätten und Erzählcafés warten.

Termin: 01. April 2021 bis 09. Januar 2022
www.museenkoeln.de
 

Von Frauenhand, Museum Schnütgen in Köln

Feine Linien und Schnörkel zieren das Pergamentpapier. Symbole, Ordenszeichen und Bilder strotzen voll Farbenpracht. Beim Blick auf die Seiten der künstlerisch gestalteten Bücher fallen im Museum Schnütgen unzählige Details auf, die sonst unter schweren Einbänden verborgen bleiben. Die heutigen Schätze wurden im Mittelalter von Ordensfrauen angefertigt. Eine Auswahl an kostbaren Bänden können Besuchende nun in der Ausstellung „Von Frauenhand“ bestaunen. Beispiele aus der Zeit um 800, dem späten 13. bis zum frühen 16. Jahrhundert veranschaulichen Prinzipien des Layouts und Stileigenheiten. Gibt es eine typisch weibliche Handschrift? Auch diese Frage klärt die Schau anhand der Exponate.

Termin: 26. Oktober 2021 bis 30. Januar 2022
Passendes Reiseangebot: Von Frauenhand
www.museum-schnuetgen.de
 

Brennpunkt Asien, Museum für Ostasiatische Kunst in Köln

Wie haben Jesuitenmissionare, Kaufleute und europäische Gesandte China und Japan zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert gesehen? Welcher Austausch fand zwischen Europa und dem Fernen Osten zur Zeit der Kolonialisierung statt? Diesen und weiteren Fragen geht die Ausstellung „Brennpunkt Asien“ anhand kostbarer europäischer Reiseberichte nach, die etwa von Wohlstand und Frieden, Handel und wirtschaftlichem Wachstum berichten. Zu den Höhepunkten der Schau gehört ein mit aufwändigen Stickereien und dem kaiserlichen Siegel versehenes diplomatisches Schreiben aus dem Jahr 1908. Historische Fotografien, Grafiken und Gemälde ergänzen das vielfältige Repertoire, sie machen auch auf Themen wie Ausbeutung und Rassismus aufmerksam.

Termin: 28. Mai 2021 bis 13. Februar 2022
Passendes Reiseangebot: Brennpunkt Asien. Europäische Reisediplomatie und Kolonialismus in Fernost
www.museum-fuer-ostasiatische-kunst.de
 

Nimmersatt! Gesellschaft ohne Wachstum denken, in Münster

Ungleichheit, Klimawandel, Fremdenhass, Krieg und Flucht. Dann der Moment der Krise. Schließlich der totale Kollaps: Wie sieht das Leben aus, wenn der Wunsch nach Wachstum seinen Tribut in der Gesellschaft gefordert hat? Dieser Frage gehen gleich mehrere zeitgenössische Künstler:innen nach, die sich an der Sonderausstellung „Nimmersatt!“ beteiligen. Sie stellen ab November in der Kunsthalle Münster, dem LWL-Museum für Kunst und Kultur und dem Westfälischen Kunstverein aus. Ihre Werke regen zu neuen Denkweisen in der aufkommenden Postwachstumsdebatte an. Besuchende lernen bei einem Rundgang verschiedene Perspektiven, Handlungsoptionen und imaginäre Modelle der Zukunftsgestaltung kennen.

Termin: 27. November 2021 bis 27. Februar 2022
www.lwl-museum-kunst-kultur.de
 

EFIE: The Museum as Home, Museum Ostwall im Dortmunder U

Kann ein Museum ein Refugium für Kunst sein, die ihrem Ursprung entrissen wurde? Diese Frage stellt die Ausstellung „EFIE: The Museums as Home“ an die Besuchenden. Sie zeigt historische und zeitgenössische Kunst aus Ghana, stellt Videoarbeiten und Installationen historischen Artefakten aus deutschen Museen gegenüber, die ursprünglich auch aus Ghana stammen. Die Schau versucht, das traditionelle Verständnis der Institution Museum aufzubrechen und zu erweitern. Die Behauptung, dass Kulturgüter objektiv und wertneutral präsentiert werden können, wird gemeinsam mit dem Publikum diskutiert. Die Exponate geben im Dortmunder U Anlass dazu.

Termin: 10. Dezember 2021 bis 6. März 2022
Passendes Reiseangebot: EFIE: The Museum as Home
www.dortmunder-u.de

Methode Rainer Werner Fassbinder. Eine Retrospektive, Bundeskunsthalle in Bonn

Der Name Rainer Werner Fassbinder (1945-82) steht für die erfolgreichsten Jahre des deutschen Kinos nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler ist der wichtigste Vertreter des Neuen Deutschen Films. Einige seiner Produktionen wie „Lili Marleen“, „Die Ehe der Maria Braun“ und „Berlin Alexanderplatz“ sind heute noch weltbekannt, da sie das Zeitgeschehen einer Epoche ungeschönt einfangen und kommentieren. Grund genug für die Bundeskunsthalle, dem vielseitigen Talent eine eigene Ausstellung zu widmen, die Fassbinders kontrovers diskutiertes Werk im Spiegel seiner Zeit darstellt. Die Schau ermöglicht Besuchern, sich der damaligen Lebensrealität anzunähern.

Termin: 10. September 2021 bis 6. März 2022
www.bundeskunsthalle.de
 

Mumien. Geheimnisse des Lebens, Neanderthal Museum in Mettmann

Die Ausstellung „Mumien“ des Neanderthal Museums bringt Gästen die Geschichten menschlicher Begräbnisrituale und Totenbräuche näher. Ein mit Leinentüchern überdecktes, fast vollständig konserviertes Gesicht zeugt etwa von den hochentwickelten medizinischen Techniken eines Kulturkreises. Ein verschränkter Körper erzählt vom gesellschaftlichen Stand einer längst verstorbenen Adligen. Die Schau liefert Einblicke in die Mumienforschung, die sich auch mit tierischen Exemplaren auseinandersetzt. Herausragend hierfür ist die Mumie eines sechs bis acht Monate alten Mammutkalbs namens „Dima“, dessen konservierter Leichnam als originalgetreue Replik gezeigt wird. Das 1977 gefundene Tier ist vor rund 35.000 Jahren im sibirischen Sumpf stecken geblieben und verstorben.

Termin: 20. November 2021 bis 1. Mai 2022
Passendes Reiseangebot: Mumien - Geheimnisse des Lebens
www.neanderthal.de
 

Unser Land. 75 Jahre Nordrhein-Westfalen, Haus der Geschichte NRW in Düsseldorf

Das Bundesland Nordrhein-Westfalen schreibt seit 75 Jahren Geschichte und schenkt sich zum Jubiläum ein Museum. Das Haus der Geschichte NRW erfasst, dokumentiert und bereitet die Landesgeschichte für die Öffentlichkeit auf. Im historischen Behrensbau am Düsseldorfer Mannesmannufer präsentiert es ab August ausgewählte Exponate zu gesellschaftlichen Herausforderungen, wirtschaftlichem Fortschritt und dem steten Selbstfindungsprozess. Die erste eigene Ausstellung mit dem Titel „Unser Land“ setzt sich dazu in acht Kapiteln mit dem politischen Neubeginn, der Migration und dem Strukturwandel auseinander. 30 persönliche Geschichten von Menschen werden erzählt, die das Land repräsentieren können: Ein Startpunkt für das neue Museum, das in den kommenden Jahren wachsen und Form annehmen soll.

Termin: August 2021 bis Mai 2022
www.hdg.nrw.de
 

Modische Raubzüge. Von Luxus, Lust und Leid. 1800 bis heute, LVR-Textilfabrik Cromford in Ratingen

Rund 90 Millionen Tiere müssen jährlich für Pelzmode sterben. Die Felle, Häute, Panzer, Zähne und Federn unterschiedlichster Arten dienen als Schmuckaccessoires. Zugleich spiegeln die Luxusgüter seit jeher Schönheit und Ausbeutung wider. Das LVR-Industriemuseum Textilfabrik Cromford beleuchtet nun diese spezielle Kulturgeschichte der Mode anhand von 250 Objekten, mehreren Bildern und Filmen. In der Ausstellung „Modische Raubzüge“ reicht der Blick 200 Jahre zurück in die Vergangenheit. Eine Fotoschau des Berliner Künstlers Oliver Mark zu Tierpräparaten im Herrenhaus Cromford rundet das Programm ab.

Termin: 11. Juli 2021 bis 26. Juni 2022
www.industriemuseum.lvr.de
 

Stonehenge – Von Menschen und Landschaften, LWL-Museum für Archäologie in Herne

Von Südengland nach Nordrhein-Westfalen, genauer gesagt von Amesbury nach Herne: Ein historisches Monument, das seinesgleichen sucht, können Geschichtsfans nun in der Ausstellung des LWL-Museums für Archäologie erleben. Detailgetreu Repliken machen den imposanten Steinkreis Stonehenge auf dem Museumsgelände neu erfahrbar. Die Schau stellt die Verbindung der Landschaft Südenglands zu derer Westfalens her. Megalithische Bauwerke galten auch hier vor über 4500 Jahren als soziale Treffpunkte und rituelle Stätten. Besuchende spüren der Entwicklung beider Gegenden anhand von ausgesuchten archäologischen Funden und neusten Forschungsergebnissen nach.

Termin: 23. September 2021 bis 25. September 2022
www.sonderausstellung-herne.lwl.org
 

Roms fließende Grenzen, fünf Standorte im Rheinland

Der Niedergermanische Limes gehört seit dem 27. Juli 2021 zum UNESCO-Welterbe. Die über 400 Kilometer lange Flussgrenze, die dem damaligen Verlauf des Rheins entspricht, trennte ab rund 15 v. Christus über 450 Jahre die römische Provinz Niedergermanien vom freien Germanien. Nun bringt eine fünfgliedrige Landesausstellung jungen wie alten Geschichtsfans ihre Bedeutung für die Entwicklung urbaner Zentren im Rheinland näher. Ab September zeigen Museen und archäologische Parks in Detmold, Xanten, Bonn, Haltern am See und Köln, wo sich in NRW militärische und zivile Zentren befanden; wo erkundet, gebaut, gehandelt und gekämpft wurde. Fünf Perspektiven werden an den fünf Veranstaltungsorten gespiegelt. Beispiellose Neufunde, Forschungsergebnisse und Nachbildungen von römischen Bauten und Objekten lassen die Römerzeit aufleben.

Termin: September 2021 bis Oktober 2022
www.roemer.nrw
 

Vorhang auf! Marionetten, Burg Altena und Deutsches Drahtmuseum in Altena

Wer die Ausstellung „Vorhang auf! Marionetten“ auf Burg Altena und im Deutschen Drahtmuseum erkundet, begegnet zahlreichen Helden aus seiner Jugend. Originalfiguren der Augsburger Puppenkiste wie Jim Knopf, Lukas oder Urmel begrüßen die Gäste freundlich aus ihren Glasvitrinen. Neben ihnen finden Entdeckende Drehbücher, Kulissen und Requisiten aus bekannten Verfilmungen und Aufführungen deutscher Theatergruppen wie der Lüdenscheider Marionettenbühne Mummenschanz. Bekannte Puppenbildner wie Till de Kock werden vorgestellt. Zu den Höhepunkten der Schau zählen eine historische Puppenwerkbank aus Holz und eine Wanderbühne aus Stoff. Der Märkische Kreis richtet sie zum zehnjährigen Jubiläum der Puppentheatertage auf Burg Altena aus.

Termin: 31. Oktober 2021 bis 6. November 2022
​www.maerkischer-kreis.de
 

Must Have. Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Konsums, LVR-Tuchfabrik Müller in Euskirchen

Frühere Shopping-Erlebnisse, heutige Konsumfreuden, baldige Grenzen des Wachstums und zukünftige Perspektiven der Erneuerung: Das zeitliche Rad rund um das sogenannte „Must Have“ dreht sich. Die gleichnamige Schau im LVR-Industriemuseum Tuchfabrik Müller rollt jetzt die passende Geschichte dazu auf. Über 450 Exponate zeugen von der Entwicklung der Besitztümer und Verbrauchsprodukte. Beim Ausflug in die Konsumwelten stoßen Interessierte auf Schallplatten, Kühlschränke oder das beliebte Smartphone, deren Entwicklung und steigende Popularität in einen größeren geschichtlichen Zusammenhang eingeordnet wird. Neben der historischen und gesellschaftlichen Dimension wird auch der Umschwung in Richtung Nachhaltigkeit anhand von aktuellen Trends wie Re- und Upcycling thematisiert.

Termin: 14. November 2021 bis 27. November 2022
www.industriemuseum.lvr.de
 

Ausblick: Latein. Die Sprache Europas, LWL-Landesmuseum Kloster Dalheim  in Lichtenau

Latein ist nicht tot. Die Sprache Europas lebt. Das möchte das LWL-Landesmuseum für Klosterkultur mit seiner neuen Ausstellung unter Beweis stellen. Welche Verknüpfungspunkte gibt es in der heutigen Gesellschaft zu der Verkehrssprache des Römischen Reiches? Welche Rolle nimmt die „lingua franca“ in unserem Schulsystem ein? Diesen und weiteren Fragen geht das Museum mit hunderten von Exponaten auf 600 Quadratmetern Ausstellungsfläche nach. Besucher erfahren mehr über frühmittelalterliche liturgische Handschriften, erotische Darstellungen und Dichtungen aus der Antike sowie den Aufgriff von bekannten Phrasen in der modernen Popkultur. Die Verbindungen reichen von Cicero über Goethe bis in die Gegenwart: zu einem Geldautomat aus dem Vatikan mit lateinischer Sprachauswahl.

Termin: 19. Februar 2022 bis 8. Januar 2023
www.lwl.org

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    Museum Schloss Moyland in Bedburg-Hau am Niederrhein, Außenansicht, © Tourismus NRW e.V.
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    Max Ernst Museum in Brühl, Außenansicht, © Tourismus NRW e.V.
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    Marta Herford in Herford, Außenansicht von oben, © Tourismus NRW e.V.
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    Kloster Dalheim in Lichtenau, Außenansicht, Innenhof, © Tourismus NRW e.V.
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    Blick auf die Bundeskunsthalle Bonn, © Tourismus & Congress GmbH Region Bonn,Rhein-Sieg,Ahrweiler
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    Gasometer Oberhausen in der Dämmerung, © Ruhr Tourismus GmbH Jochen Schlutius

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