Düsseldorf war schon Punk, als andernorts noch das Disco-Zeitalter mit ABBA, den Bee Gees oder Boney M. gefeiert wurde. Rund um die Ratinger Straße, die Kunstakademie und den legendären Ratinger Hof entstand Ende der 1970er-Jahre ein kultureller Schmelztiegel aus Musik, Kunst, Mode und subversivem Do-it-yourself-Geist. Bands wie Mittagspause, Fehlfarben, DAF, Male, KFC, Östro 430, Der Plan und später Die Toten Hosen machten die Stadt zu einer Keimzelle des deutschen Punks und der elektronischen Musik.
Am 22. Oktober 2026 erhält diese Geschichte einen festen Ausstellungsort: Dann eröffnet im Theatermuseum Düsseldorf das neue PunkMuseumDUS. Unter dem Titel “Be Realistic: Demand The Impossible! 50 Jahre Punk“ zeichnet die erste Schau des Museums auf mehr als 500 Quadratmetern und mit über 400 Exponaten die Entwicklung der Bewegung von ihren Ursprüngen in New York und London bis zu den Szenen in Düsseldorf, Hamburg und Berlin nach. Drei Ausstellungsteile schlüsseln Voraussetzungen für die Geburtsstunde des Punk, Orte und Sounds wie kulturelle Folgen und Subgenres auf. Zu sehen sind Zeitzeugnisse wie Tonaufnahmen, Fotografien, Plakate, Fanzines, Instrumente, Kleidung, Plattencover und handschriftliche Dokumente – darunter Notizen von Joe Strummer (The Clash), ein frühes Sex-Pistols-Plakat sowie das „Gabba Gabba Hey“-Schild der Ramones.
Im Zentrum des Punkmuseums Düsseldorf steht der Ratinger Hof, also jener Club, in dem sich Kunststudierende, Werber, Models, Musiker und Nachtschwärmer begegneten und internationale Bands wie UK Subs oder The Vibrators auf lokale Formationen trafen. Das originale Türschild des Lokals gehört ebenso zur Ausstellung wie ein detailreiches Modell des Clubs und ein Virtual-Reality-Erlebnis, das Ausstellungsgäste zurück auf die Tanzfläche, an die Theke und vor die Bühne führt. So stellt das Museum den Punk nicht lediglich hinter Glas aus, sondern fragt nach seiner Bedeutung für die Gegenwart: als Haltung, kulturelle Selbstermächtigung und Bewegung, die mit wenigen Mitteln eigene Musik, Magazine, Mode und Bilder schuf.