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Beatfestival, © Tourismus NRW e.V.

Vestlandhalle


Schauplatz der Beat Bewegung

Anfang der 1960er Jahre verbreiteten sich Skiffle und der daraus entstandene Beat aus Liverpool von der Reeperbahn in Hamburg bis in die hintersten Winkel des Landes. Plötzlich ergriffen junge Menschen überall Instrumente und gründeten Bands, die wie die Beatles, die Stones oder die Kinks klingen sollten. Unterstützt wurden sie von engagierten Kirchenleuten wie Pastor Wichmann in Gelsenkirchen-Buer, der mit seinem "Tempel", den er im Bezirk errichtete, bis Mitte der 1960er Jahre ein Zentrum der Bewegung schuf und bis zu 1.500 Bands gründete. Die wichtigste Figur der Beat-Bewegung im "Ruhrpott" war neben Pastor Wichmann der Jugendarbeiter Kurt Oster in Recklinghausen. In der Vestlandhalle veranstaltete er Beat-Festivals anstelle der Teetänze und Jugendbälle, die hauptsächlich von der Stadtverwaltung organisiert wurden und dort zuvor stattfanden. Er stimmte mit den offiziellen Jugendämtern darin überein, dass die Herstellung von "nettem" Skiffle und Beatmusik (im Vergleich zu rauhem Rock'n'Roll) eine unterstützenswerte Aktivität und eine wirksame Maßnahme zur Bekämpfung der Jugendkriminalität ist. So wurden die Beat-Festivals in der Vestlandhalle von einer "Arbeitsgemeinschaft Jugendhilfe" organisiert, der Pädagogen, Eltern und Freiwillige angehörten. Diese Festivals waren sehr erfolgreich. Es war nicht ungewöhnlich, dass über 100 Beat-Gruppen an einem Wochenende vor Tausenden von jungen Fans spielten. Recklinghausen wurde dadurch unter dem ironischen Namen "German Liverpool" bekannt. Kurt Oster pflegte auch die Kontakte nach Hamburg und organisierte einen Wettbewerb zwischen Bands aus dem Ruhrpott und Hamburg (bei dem die Ruhrgebietsbands überspielt wurden). Nur eine kleine Anzahl von Bands hat jemals den Status einer Amateurgruppe überschritten. Am erfolgreichsten waren die German Blue Flames, die nach dem Gewinn des Bandwettbewerbs in der Vestlandhalle zweimal in der TV-Sendung "Beat-Club" auftraten und zahlreiche Platten veröffentlichten. Der Hauptsaal mit Platz für 2.500 Personen wird auch heute noch für Konzerte und Veranstaltungen genutzt. Der große Außenbereich wird ab und zu für Messen, Karnevals- oder Zirkusveranstaltungen genutzt. Und es ist faszinierend, einen Blick auf die heute 60 Jahre alte Halle zu werfen, die allen Trendwenden wie eine blau-weiße Box standgehalten hat. Inzwischen hat sich die Adresse geändert, und das zu Recht: Heute befindet sich der Standort nicht mehr an der Herner Straße, sondern in der Kurt-Oster-Straße 2.

Weitere Informationen
Kurt-Oster-Straße 2, 45659 Recklinghausen

Alle Popspots im Ruhrgebiet

Zentrum Altenberg, © Tourismus NRW e.V.
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Zentrum Altenberg

Der Plattenladen Black Plastic von der gegenüberliegenden Strßenseite, © Tourismus NRW e.V.
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Black Plastic

Matrix Crowd, © Matrix
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Ex-Tarm Center

Old Daddy Tie, © Tourismus NRW e.V.
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EX-Old Daddy

Old Daddy, © Tourismus NRW e.V.
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Oberhausen: (Ex) Old Daddy

Pappschachtel, © Tourismus NRW e.V.
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(Ehemalige) Pappschachtel

Rekorder Front, © Tourismus NRW e.V.
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Rekorder

Rott5Theater, © Tourismus NRW e.V.
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Rott5Theater

Eschhaus (Dreigiebelhaus), © Tourismus NRW e.V.
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Niederstraße/ EX-Zentrum Eschhaus

Druckluft, © Tourismus NRW e.V.
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Oberhausen: Druckluft

Die Fußgängerzone der Kortumstraße, © Tourismus NRW e.V.
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Kortumstraße

Rott5Theater, © Tourismus NRW e.V.
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Rott5Theater

Das Zum Hübi, © Jule Körber
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Zum Hübi

FZW crowd, © FZW
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Steinbruch

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Anyway

Der Schallplattenladen Onkel Stereo in Duisburg, © Ole Löding
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Onkel Stereo

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Onkel Stereo