Beleuchtung in der Lorettostraße, Düsseldorf, © Johannes Höhn

L(i)ebens­wer­te Stra­ßen


Viel zu schön für die Durch­rei­se

Historische Highlights oder Graffiti-Hingucker, Wohnzimmer-Atmosphäre oder Party-Stimmung, Preußisches Prachtstück oder Fachwerk am Fluss: In größeren und kleineren Städten Nordrhein-Westfalens gibt es Straßen, durch die wir nicht einfach nur hindurchgehen können. Mit ihren ganz individuellen Eigenheiten haben sie unsere Herzen erobert – so dass wir am liebsten gleich für immer bleiben würden. 

Lorettostraße in Düsseldorf, © Johannes Höhn

Ge­mein­sam Fes­te fei­ern


Tipp 1: Düs­sel­dorf, Lo­ret­to­stra­ße

Diese Straße bildet das Herz des gleichnamigen Lorettoviertels im Düsseldorfer Süden, das zu verschiedenen Anlässen schneller schlägt: Die Menschen, die hier leben und arbeiten, organisieren immer wieder Straßenfeste und Konzerte - in der Coronazeit sogar digital - und schmücken ihre Straße auch unabhängig von solchen Feiern je nach Saison mit bunten Fähnchen oder Lichterschmuck. Ob Familie, Kreative oder Leute aus der Gastronomie: Hier gibt es ein herzliches Miteinander und auch Besuchende fühlen sich in der Loretto-Gemeinschaft gleich willkommen. Bei einem Bummel lohnt übrigens ein Päuschen auf dem Gehweg: Wer den Blick schweifen lässt und die Ohren spitzt, kann hier einen der grünen Sittiche sichten und hören, die seit Jahren am Rhein heimisch geworden sind.

www.duesseldorf-tourismus.de

Essen Kettwig , © Johannes Höhn

Fach­werk am Fluss


Tipp 2: Ruhr­stra­ße, Es­sen

Fachwerkhäuser mit schwarzen Balken, weiße Wände und grauen Schieferdächern säumen die Ruhrstraße in Essen-Kettwig, die ihrem Namen alle Ehre macht und ein ganzes Stück parallel zur Ruhr verläuft. Auf ihrem Weg durch die Kettwiger Altstadt passiert sie Galerien und Boutiquen, mittelalterliche Fachwerkbauten, Kirchen und den Tuchmacherplatz mit Brunnen und Kirchtreppe. Die Stufen stellen einen historischen Fluchtweg dar: Sie bildeten einst eine der vier Feuergassen zwischen Ruhr und Oberdorf. Die Häuser an der Kirchentreppe gehören zu den ältesten mittelalterlichen Gebäuden der Stadt. Beim Bummel gibt es noch weitere Kunstwerke des 20. und 21. Jahrhunderts zu entdecken, dafür sorgt der Skulpturenpark Kettwig, der zu einer immer größeren Open Air-Galerie wird.
www.kettwig.eu

Fassaden Merowingerstraße, Köln, © Johannes Höhn

Gast­freund­schaft mit Re­tro-Charme


Tipp 3: Me­ro­win­ger­stra­ße, Köln

Diese Straße in der Kölner Südstadt macht tagsüber einen Einkaufsbummel mit Stopps in kleinen Boutiquen, einer Eisdiele, Cafés oder beim Eier- und Käsekönig möglich, abends laden verschiedene Restaurants und Kneipen zur Einkehr ein. Wer hier versackt, kann gleich in der Straße übernachten. Das kleine „Hotel am Chlodwigplatz“ bietet persönliche Gastfreundschaft mit Retro-Charme. Die Inhaber-Familien kommen selbst aus dem Veedel, wie die Kölner die Stadtteile nennen, und haben das denkmalgeschützte Gebäude mit viel Liebe saniert. In der hauseigenen Café Bar „Armer Ritter“ wird Frühstück sowie Kaffee und selbstgebackener Kuchen serviert. Ein Abstecher zum Chlodwigplatz, an dem die Merowinger Straße beginnt, lohnt übrigens auch: Hier steht die Severinstorburg, einst ein Tor der mittelalterlichen Stadtmauer und noch heute gut erhalten. 

koeln.mitvergnuegen.com

Street Art Waldhausener Straße , © Johannes Höhn

Wand­ge­mäl­de mit Wohn­zim­mer-Fee­ling


Tipp 4: Wald­hau­se­ner Stra­ße, Mön­chen­glad­bach

Diese Straße sorgt für Farbe in der Altstadt von Mönchengladbach: Übergroße Wandgemälde, Murals genannt, zieren hier viele Fassaden. Ateliers und kleine Läden bringen extra Farbtupfer und mitunter auch Töne hinein. So bietet die Vinyl Garage, ein gut sortierter non-profit Schallplattenladen, sowohl gebrauchte Tonträger als auch ausgewählte Neuerscheinungen an. Das Kulturcafé Köntges ist mehr als Ort für Kaffee und Kuchen, es ist ein Raum für soziale, künstlerische und kulturelle Projekte und Veranstaltungen. Auch zwischen den Häuserzeilen lohnt ein Blick nach oben: Überall hängen hier Retro-Lampenschirme über der Straße. Hier ist tags und nachts etwas los, die Straße ist zugleich Partymeile und Wohnzimmer, je nach Abschnitt und Tageszeit.

Detmold, Krumme Straße, © @smirnova_photographie

Le­ben­di­ges Mu­se­um


Tipp 5: Krum­me Stra­ße, Det­mold

Tatsächlich ist nicht nur in der Krummen Straße in Detmold vieles ein wenig „schief und krumm“. Denn liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser im Stil der Weserrenaissance  verteilen sich über die gesamte historische Altstadt der ostwestfälischen Hochschulstadt. Die kunstvoll verzierten Giebel, Erker und Schmuckleisten mit Inschriften und Wappen macht jedes Haus zu einem Kunstunikat. Doch anders als im Museum ist in der Krummen Straße immer was los und Anfassen erlaubt. Es gibt kleine Mode- und Geschenkeläden, das Strumpfkästchen und ein Hutgeschäft sowie eine Buchhandlung namens „Kafka & Co“. Und wenn sich die ersten Sonnenstrahlen zeigen, werden auch in den Cafés und Bistros die Stühle rausgestellt und Gäste können sich in aller Ruhe die Fachwerkkunst anschauen.

Detail am Gerichtsgebäude in der Kaiserstraße, Dortmund, © Werbegemeinschaft Kaiserstraße e. V.

Kron­leuch­ter und Kai­ser­brun­nen


Tipp 6: Kai­ser­stra­ße, Dort­mund

Altbauten im Jugendstil, inhabergeführte Geschäfte, Cafés und Restaurants säumen die Kaiserstraße in Dortmund, die von allen Altersgruppen gern besucht wird. Ein Treffpunkt für Menschen aus dem Viertel und Gäste ist der Kaiserbrunnen, der wie einige andere Gebäude auch, an die Zeit von Kaiser Wilhelm erinnert. Auf den Stufen kann sich jeder die Sonne auf die Nase scheinen lassen, das beruhigende Wasser-Plätschern genießen und das Treiben auf der Straße beobachten. Bei aufkommendem Hunger hilft der Hexenkessel, ein Burgerladen, der zu keiner Kette gehört und auch vegetarische und vegane Burger serviert oder das Café Lotte, das Kaffee, Kuchen, Kronleuchter und Deckenmalerei bietet. Auf der Zunge zergehen die Erzeugnisse, die im Pott au Chocolat angeboten werden: Handgemachte Pralinen und viele weitere Produkte aus der Kakaobohne stellen die süßen Seiten des Ruhrgebiets vor.

www.mein-ruhrgebiet.blog | visit.dortmund.de

Altbau Frankenberger Viertel in Aachen, © Johannes Höhn

His­to­risch und hipp


Tipp 7: Bis­marck­stra­ße, Aa­chen

Jung und hipp trifft hier auf alt und gediegen: Studentenleben, Cafés und Kneipen fügen sich im Frankenberger Viertel ganz wunderbar ein in denkmalgeschützte Altbauten, Mythen und Legenden. Auch wenn die Bismarckstraße nicht in allen Abschnitten gleich viel zu bieten hat, so knubbeln sich in der ersten Hälfte so schöne Highlights, dass sie unser Herz erobert hat. Da wäre zum Beispiel die Frankenberger Burg, die etwas erhöht in einem Park mit Spielplatz über der Straße thront, und heute als Bürger- und Kulturzentrum dient.  Vor allem bei schönem Wetter treffen sich hier ganz unterschiedliche Menschen zum Spielen, Picknicken, Quatschen und Entspannen – und haben oft ein Eis vom Öcher Eis-Treff in der Hand, ein weiteres Highlight dieser Straße. Nur wenige Schritte vom Park entfernt,  bietet die Eisdiele ein bewusst kleines, aber hochfeines Sortiment mit Klassikern und Überraschungen, wie Tomaten-Eis mit einem Hauch Basilikum. Kleine, aber sehr feine Hingucker stellet der Blumenschmuck dar, der mitunter an den Laternenpfosten angebracht ist.

Tür in der Altstadt von Schmallenberg, © CC-BY-SA Schmallenberger Sauerland Tourismus, Klaus-Peter Kappest

Preu­ßi­sches Pracht­stück


Tipp 8: Ost- & West­stra­ße, Schmal­len­berg

Die Altstadt von Schmallenberg ist ein Musterbeispiel für preußische Planung: Nach einem Stadtbrand 1822 ist die Stadt im Sauerland streng nach klassizistischen Regeln symmetrisch erbaut worden mit zwei parallel verlaufende Straßen, die durch Querstraßen verbunden sind. Die Parallelen Ost- und Weststraße stellen bis heute nicht nur das Gerüst, sondern auch das Herz der Stadt dar: Hier gehen Einheimische und Gäste auf einen ausgedehnten Stadtbummel vor historischer Fachwerkkulisse. Neben einer großen Auswahl an inhabergeführten Geschäften, Cafés und Restaurants bieten hier Hotels auch ein Bett für die Nacht.

www.schmallenberger-sauerland.de

  • Street Art Waldhausener Straße., © Johannes Höhn
    Blume an Laterne in der Bismarckstraße, Aachen, © Ralph Sondermann, Tourismus NRW e.V.
    Fassaden in der Bismarckstraße im Frankenberger Viertel, Aachen , © Ralph Sondermann, Tourismus NRW e.V.
  • Kaffeetisch mit Rad im Düsseldorfer Lorettoviertel , © Johannes Höhn
    Straßenschild Lorettostraße Düsseldorf, © Johannes Höhn
    Fassaden in Detmold, Krumme Straße, © Tourismus NRW e.V.

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Mural, Home Street von Hoker, Oldhaus & Tubuku., © Johannes Höhn

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Street Art der Künstler Majabrothers, Ben Mathis und der Föns Crew in der Kiefernstrasse in Düsseldorf., © Johannes Höhn; Künstler: Majabrothers, Ben Mathis und Föns Crew

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Winterberg im Herbstnebel, © Ferienwelt Winterberg

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Köln Panorama mit Dom, Rhein und Rheinschiffen, © Johannes Höhn

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Häuserfassade Frankenberger Viertel in Aachen, © Johannes Höhn

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Museum Ostwall im Dortmunder U, © Frank Vinken | dwb

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Altstadt Mönchengladbach, © Andreas Lousberg

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