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Die Außenansicht des (ehemaligen) Basement, © Tourismus NRW e.V.

EX-Basement


Club unter der Kirche

In Zeiten, in denen Auftritte für Musikgruppen meistens nur am Rande der Kölner Innenstadt, z.B. in Jugendzentren, möglich waren, öffnete 1979 in der Herwarthstraße in einem Kellergewölbe das Basement und wurde bald zu einer zentralen Institution der Kölner Musikszene. Vor allem zwischen 1979 und 1981 traten unter der evangelischen Christuskirche nationale und internationale Künstler und Bands auf. Viele von ihnen wurden später zu Stars. So konnten die Besucher auf kleiner Bühne sowohl Trio, die Erste Allgemeine Verunsicherung oder Purple Schulz vor ihrem Durchbruch erleben. Auch Dick & Alex, The Tourists (mit Dave Stewart und Annie Lennox!) oder Don Dokken waren hier zu sehen. Konzertgeschichte schrieb das Basement mit dem ersten Deutschlandauftritt von Joy Division. Ein Konzert, bei dem Ian Curtis nur wenige Monate vor seinem Tod noch einmal seine unvergessliche Größe bewies.

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Zudem hat das Basement zur Gründungslegende von BAP beigetragen – hier soll es (auf dem WC) zur entscheidenden Begegnung von Wolfgang Niedecken mit Klaus „Major“ Heuser gekommen sein. Eine der erfolgreichsten Karrieren in deutscher Rockmusik wurde daraus.

Später fand auch der erste Bühnenauftritt von Gentleman im Basement statt. Im Laufe der Jahre entwickelte sich der Club zu einem einflussreichen Schaufenster für die Kölner Popmusikszene. Im Laufe der 90er Jahre verlor das Basement zunehmend seinen Stellenwert für die junge Musikszene der Stadt. Im Herbst 2013 schloss der Kellerclub endgültig seine Türen. Einer der Gründe: Die Kirchengemeinde wollte die Räumlichkeiten fortan selbst nutzen. Proteste von Anwohnern und anderen Bürgern blieben erfolglos. Heute fallen vor allem die neuen Luxuswohnungen ins Auge, die direkt Wand an Wand an das Kirchengebäude gebaut wurden.

www.musikarchiv-nrw.de/sammlungen

Weitere Informationen:
Dorothee-Sölle-Platz 1, 50672 Köln

 

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