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Bierkranz im Lommerzheim in Köln., © Ralph Sondermann, Tourismus NRW e.V.

Bier­rou­te der Ge­gen­sät­ze


Vom hel­len Kölsch zum dunk­len Alt

Kölsch oder Alt? Für den Kölner ist das Kölsch das einzig wahre Bier und der Düsseldorfer schwört auf sein Alt. Doch nicht immer müssen sich Bierliebhaber zwischen den beiden Sorten entscheiden. Auf unserer Bierroute der Gegensätze begibst Du Dich auf eine Tour durch die Heimatstädte beider Biersorten.

Der Unterschied zwischen Kölsch und Alt ist gar nicht so groß: Abgesehen von der Farbe unterscheiden sich die beiden Biere in der Brauweise kaum – beide Biere werden obergärig gebraut. Das bedeutet, dass sich während des Brauvorgangs zusammenhängende Kolonien bilden, die später oben auf dem Sud schwimmen und abgeschöpft werden. Geschmacklich ist das Kölsch nicht ganz so herb wie das Alt, außerdem ist es mit dem EU-Siegel „Geschützte geographische Angabe“ ausgezeichnet und darf nur in Köln und Umgebung gebraut werden. Die Düsseldorfer sehen das nicht ganz so eng, wenn es um ihr Altbier geht.

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Blick vom Rheinufer auf Groß St. Martin in Köln., © Foto Oliver Franke, Tourismus NRW e.V.

Die Hei­mat des Kölsch


Zu Be­such in Köln

Start der Tour rund um die beliebten Biersorten im Rheinland ist in Köln, der Heimat des Kölsch. Die Gaststätte „Früh em Veedel“ im Herzen der Kölner Südstadt war früher eine Brennerei, in der sich Veteranen des ersten Weltkriegs schon frühmorgens trafen, um den Tag mit einem Schnaps zu beginnen. Ein leckeres Kölsch und deftige Speisen können Besucher entweder in der urigen Gaststätte genießen und auf einer Terrasse am Stehtisch oder sitzend unterm Sonnenschirm.

Weiter geht es in Richtung Innenstadt, vorbei am „Zum Alten Brauhaus“. Hier ist die Geburtsstätte des beliebtesten Kölsch – dem Reissdorf. Wo früher noch die Privat-Brauerei Heinrich Reissdorf braute, können Gäste heute das beliebte Kölsch frisch gezapft genießen.

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Köbes Timo im Lommerzheim in Köln, © Ralph Sondermann, Tourismus NRW e.V.

Der Kö­bes


Will­kom­men im Brau­haus

Sowohl in Köln als auch in Düsseldorf treffen Besucher in Brauhäusern unweigerlich auf den Köbes. Er ist zu erkennen an seiner blauen Schürze und einer ledernen Geldtasche und besticht die Gäste mit seiner derben und forschen Art. Der Köbes nimmt keine Bestellungen auf, er bringt einem das Bier unaufgefordert. Und sobald das Glas leer ist, wird ein neues hingestellt. Daher ein wichtiger Tipp: Wer kein weiteres Bier mehr möchte, sollte unbedingt einen Bierdeckel auf sein leeres Glas legen.

Der Weg Richtung Altstadt lässt sich wunderbar mit einem Spaziergang am Rheinufer verbinden. Wer zwischendurch Lust auf etwas Süßes bekommt, sollte dem Schokoladenmuseum einen Besuch abstatten und sich am Schokoladenbrunnen eine Waffel mit flüssiger Schokolade abholen. Wer denkt, Bier und Schokolade passen nicht zusammen, wird hier eines besseren belehrt. Wie wäre es mit einem Imperial Stout und einer Orangen-Pralinenschokolade? Oder einer Rosmarin-Ingwer-Limetten-Schokolade zu einem Cadolzburger Barley Wine Ale? Auf Anfrage gibt es im Schokoladenmuseum Verkostungen zum Thema Edle Schokolade & Craft Beer.

Kölsch-Konvention

In der Altstadt angekommen geht es ins Brauhaus Sion. Das Brauhaus ist besonders wichtig für die Geschichte des Kölsch. Denn nach dem zweiten Weltkrieg war es Hans Sion, der den elterlichen Betrieb wieder aufbaute und sich mit aller Kraft für das Brauen eines lokalen und unverwechselbaren Bieres einsetzte – dem Kölsch. So wurde der Grundstein für den Erfolg der regionalen Spezialität gelegt. Er war ebenfalls Wegbereiter der Kölsch-Konvention, die festlegt, wo und wie Kölsch gebraut werden darf. Im Brauhaus können Besucher in der Schänke, der alten Brauerei oder in der Hans-Sion Stube ein frisch gezapftes Sion Kölsch genießen. Dazu gibt es allerlei rheinische Spezialitäten wie Himmel un Ääd oder Rheinischer Sauerbraten.

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Aussenansicht der Kultkneipe Lommerzheim in Köln, © Ralph Sondermann, Tourismus NRW e.V.

Köl­sche Tra­di­ti­ons­knei­pe


Oder doch lie­ber Craft Beer?

Wer sich weiter auf die Spuren Kölscher Traditionskneipen begeben möchte, kann den Rhein Richtung Köln-Deutz überqueren. Hier liegt die legendäre Kneipe Lommerzheim. Fünfundvierzig Jahre wurde sie von Hans und Annie Lommerzheim geführt, bis sie dort ein letztes Bier zapften. Ein halbes Jahr später starb Hans und die Kneipe sollte ins Museum verlegt werden. Zum Glück der Kölner Bürger zerschlugen sich die Pläne und seit 2008 fließt hier wieder Kölsch aus dem Zapfhahn. Stammgäste errichteten ein Denkmal für Hans Lommerzheim, den Lommi-Brunnen. Er zeigt ihn beim Zapfen unter einem gekippten Fässchen.

DeinNRW hat einen waschechten Köbes besucht und mit ihm über seinen Job und seine Liebe zum Viertel gesprochen.

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Außenansicht Brauerei Malzmühle in Köln, © Tourismus NRW e.V.

Malz­müh­le


Kalt, Warm, Kölsch

Wer außergewöhnliche Geschmackrichtungen kosten möchte, sollte sich auf den Weg ins Szeneviertel Ehrenfeld machen. Die „Braustelle“ ist Kölns kleinste Brauerei und die einzige in Ehrenfeld. Die Fassbiere Pink Panther, Colonia Pale Ale und Rosemarie versprechen die Geschmacksrichtungen Hibiskusblüte, Citra und Rosmarin.

Um den Tag gebührend ausklingen zu lassen geht es zur Übernachtung ins Hotel zur Malzmühle. Die Malzmühle ist übrigens die einzige Kölschbrauerei, die noch in der Kölner Altstadt Bier braut. Hier können sich Hotelgäste in sechs Zimmern ihr frisch gebrautes Mühlen Kölsch selbst aus einem Hahn im Badezimmer zapfen - Domblick inklusive.

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Blick auf die besondere Architektur im Medienhafen Düsseldorf, © Tourismus NRW e.V.

Die Hei­mat des Alt


Dat le­cke­re Dröpp­ke

Nachdem der erste Tag ganz im Zeichen von Kölsch stand, dreht sich am zweiten Tag alles um das Altbier. Dafür geht es natürlich zunächst in die Altstadt von Düsseldorf.

Das Uerige Alt wird aus Gerstenmalz, Caramelmalz, Röstmalz, Doldenhopfen und Wasser gebraut und ist das an Bitterstoffen reichste Bier Deutschlands. Bei einer Brauereiführung im Brauhaus Uerige können Besucher erleben, wie „dat leckere Dröppke“ gebraut wird. Zur Verkostung gibt es eine kross gebratene Haxe mit Krautsalat und Treberbrötchen. Eine Gedenktafel am Uerige erinnert an Willy Millowitsch, einer der bekanntesten Kölner Volksschauspieler, dessen Vater Peter Wilhelm Millowitsch im Stammhaus des Uerige Bieres geboren wurde.

Tradition und Moderne

Die etwas andere Alt-Erfahrung machen Besucher in der Brauerei Kürzer. Sie ist die jüngste Hausbrauerei in der Düsseldorfer Altstadt. Hier wird Tradition ganz zeitgemäß gepflegt. Moderne Wirtshauseinrichtung lädt zum Plaudern und Biertrinken ein. Zum Kürzer gibt es Bierhäppchen, Pulled Pork Pita oder vegane Gemüsebürger.

Auf der Ratinger

Die Ratinger Straße am Rande der Düsseldorfer Altstadt ist Treffpunkt für Künstler, Studenten und Juristen – Junge und Alte. Brauhaus und Punk leben hier friedvoll beieinander. Die Toten Hosen spielten hier ihre ersten Konzerte. Die Ratinger ist mehr Kultmeile als eine gewöhnliche Straße. Hier befindet sich das Füchschen Brauhaus, das kupferrotes und klares Füchschen Alt ausschenkt. Speziell zur Weihnachtszeit gibt es einige Fässer Füchschen Weihnachtsbier, das in einem speziellen Sommelier-Glas abgefüllt wird und mit Noten von Karamell und getrockneten Früchten hervorragend zu jedem herzhaften Wintergericht passt.

Die älteste Hausbrauerei Düsseldorfs

Außerhalb der Altstadt, direkt am Bahnhof, liegt das Stammhaus der ältesten Hausbrauerei Düsseldorfs, die Brauerei Schumacher. Bei einer Brauereiführung erklären erfahrene Brauer, woher das Altbier seine dunkle Farbe hat und warum es überhaupt Altbier heißt. Ein Tipp: Es hat etwas mit dem Brauverfahren zu tun.

Craft Beer für Einsteiger

Etwas weiter außerhalb des Stadtzentrums, in Flingern, liegt der Beer-Shop Spritterei. Hier können sich Bierliebhaber ein Wegbier mitnehmen oder gleich mehrere Flaschen für Zuhause einkaufen. Für blutige Einsteiger in die Craft Beer-Welt gibt es hier auf Anfrage aber auch ein Verkostungsseminar. Acht Biere aus Deutschland, Europa und den USA können probiert werden.

Qualität und Geschmack

Wer mobil ist und am Nachmittag noch Luft hat, sollte sich die Zeit nehmen und zur ältesten Altbierbrauerei der Welt fahren. Die Privatbrauerei Bolten liegt in Korschenbroich, etwa eine halbe Stunde von Düsseldorf entfernt. Hier können Besucher an ausgewählten Tagen bei einer Braumeister-Tour live bei der Entstehung des Bolten Alt dabei sein. Zwar gibt es hier keinen klassischen Brauereiausschank, allerdings gibt es im Picknick-Biergarten zu selbst mitgebrachten Speisen ein frisch gezapftes, kühles Bolten. Wer vergessen hat seinen Picknick-Korb zu packen, bekommt allerdings auch kleine Snacks angeboten.

Wer die Düsseldorfer Bier-Welt nicht auf eigene Faust entdecken möchte und sich lieber einer geführten Tour anschließt, kann bei einer Altbiertour durch fünf Hausbrauereien in der Düsseldorfer Altstadt mitmachen. Neben Bierverköstigungen erfahren die Teilnehmer Lustiges und Wissenswertes über das Altbier und können am Ende der Tour bei einem Quiz ein Altbierdiplom erhalten.

Timo Köbes Lommerzheim Köln, © Ralph Sondermann, Tourismus NRW e.V.

Ti­mo - 'ne echt köl­sche Kö­bes


Er­fah­re mehr über den sym­pa­thi­schen Kö­bes der Kult­knei­pe Lom­merz­heim und sei­ner Lei­den­schaft zu Köln

zum Köbes mehr #neuentdecken

Wei­te­res zum The­ma Bier­ge­nuss in NRW

Biergarten in Düsseldorf, © Düsseldorf Marketing & Tourismus GmbH
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Bier­tra­di­ti­on

Innenansicht des Brauhauses Lommerzheim in Köln, © Ralph Sondermann / Tourismus NRW e.V.
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Braue­rei­en und Brau­häu­ser

Timo - ne echt kölsche Köbes, © Ralph Sondermann, Tourismus NRW e.V.
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`ne echt köl­sche Kö­bes

Zander auf Kölsch-Kraut in Korianderrahm, © Deutscher Brauerei-Bund, Berlin
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Ko­chen mit Bier

Historische Bierflaschen, © Tourismus NRW e.V.
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Bier von A bis Z