2014 und 2015 zeigte der Gasometer die Lichtinstallation 320 Grad Licht, © Thomas Wolf

Gasometer Oberhausen


Das Raumwunder der Industriekultur

Wo früher Gas gelagert wurde, fährt heute ein Panoramaaufzug: Tolle Ausblicke aus 117 Metern Höhe und faszinierende Ausstellungen begeistern im Gasometer Oberhausen.

Das erstaunte Raunen der Besucher im Panoramaaufzug bei der Fahrt hoch zur Kuppel ist hier Alltag: Der Gasometer ist ein monumentaler Zeuge der Schwerindustrie und zugleich ein inspirierender Raum für künstlerische Auseinandersetzung.

Doch der Gasometer Oberhausen begeistert seine Besucher nicht nur mit einem unvergleichlichen Raumerlebnis im Inneren des 117 Meter hohen ehemaligen Gasspeichers und mit dem Blick von seiner Aussichtsplattform in alle Richtungen über das westliche Ruhrgebiet, sondern er hat noch weitaus mehr zu bieten.

Gasometer als Kunstraum

Vierundzwanzig Ecken hat die Außenwand des Gasometers, doch von innen wie von außen wirkt der Raum wie ein runder Zylinder. Diese mächtige Leere lockt immer wieder Künstler und Ausstellungsmacher von internationalem Rang nach Oberhausen.

Konzerte, die sich der ungewöhnlichen Akustik bedienen und Ausstellungsobjekte wie Christos in die Höhe gestapelten bunten Fässer, ein raumfüllendes Mondmodell, mystische Videoinstallationen oder ein über 40m hoher Urwaldbaum zeugen von der Wandelbarkeit des Industriedenkmals.

Faszinierende Ausstellungen

2013 setzte Christo erneut den Gasometer spektakulär in Szene. Das „Big Air Package“, ein verseiltes Luftpaket von etwa 90 Metern Höhe, zog mehr als 440.000 Besucher an. 2014/15 begeisterte die Installation „320° Licht“, die mit dem Deutschen Lichtdesign-Preis ausgezeichnet wurde.

Ab März 2016 wird eine 20 Meter große Erdkugel in dem 100 Meter hohen Luftraum des Gasometers schweben und den Besuchern mit Projektionen hochaufgelöster Satellitenbilder den Wechsel von Tag zu Nacht und den Wandel der Jahreszeiten zeigen. Eine Fahrt mit dem Panoramaaufzug erlaubt dann einen Perspektivwechsel: Von oben blicken Besucher auf die Erde wie Astronauten aus dem Weltall.

Bauwerk mit Vergangenheit

Früher diente der Gasometer, der als größter Scheibengasbehälter Europas Ende der 1920er Jahre gebaut wurde, als Behältnis zur Zwischenlagerung von Gasen, die in den Kokereien und Eisenhütten entstanden und die zur Feuerung der Walzwerke verwendet wurden. Auf dem Gas lag schwimmend eine massive Scheibe, die heute festgemacht auf einer Höhe von viereinhalb Metern die erste Ausstellungsebene vom großen Innenraum trennt.

1988 wurde der Gasometer stillgelegt, nachdem die Kokerei Osterfeld geschlossen worden war. Trotz zahlreicher Ideen für eine Folgenutzung brachte erst ein knapper Ratsbeschluss der Stadt Oberhausen die Entscheidung zum Erhalt und zur Umnutzung als Kulturraum, die im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Emscherpark bis 1994 baulich umgesetzt wurde und die heute als beispielhaft für die Transformation von ungewöhnlichen Industrieanlagen gilt.

Noch mehr Industriekultur

Als Ankerpunkt der Route der Industriekultur ist der Gasometer Oberhausen Teil der herausragenden und oftmals denkmalgeschützten industriekulturellen Stätten im Ruhrgebiet. Oberhausen bietet sich durch seine Lage als idealer Ausgangsort für weitere Besuche anderer Industriedenkmäler an.

Der Landschaftspark Duisburg-Nord, das Unesco-Welterbe Zeche Zollverein in Essen oder die Jahrhunderthalle Bochum sind per Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Für Gäste, die lieber zu Fuß unterwegs sind, bietet sich ein Ausflug in die Ludwig Galerie an, die im Schloss Oberhausen wechselnde Ausstellungen zeigt.

Ebenfalls in unmittelbarer Nähe ist das Gelände rund um das große Einkaufszentrum Centro gelegen. Hier können Besucher nicht nur shoppen, sondern auch Ausflüge ins Sealife Aquarium, das Schwimmbad Aquapark oder das Legoland Discovery Centre unternehmen.

www.gasometer.de

Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag: 10.00 - 18.00 Uhr

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Impressionen & Videos


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