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Bundeskunsthalle Bonn bei Nacht, © Peter Oszvald Kunst- & Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn

Mu­se­en für zu Hau­se


Kunst, Mu­sik und ganz viel Ge­schich­te

Virtuelle Rundgänge und digitale Führungen durchs Museum liegen in Nordrhein-Westfalen im Trend: Bedeutende Kunst und spannende Geschichte sind nur noch einen Mausklick entfernt. Mit einem Wisch auf dem Handydisplay erscheinen ausgewählte Werke von Van Gogh, Rembrandt und Picasso, gibt's interessante Infos zu historischen Techniken und neusten Entwicklungen. Besucher können Ausstellungsräume von zu Hause erkunden – dreidimensionale Nachbildungen und hochauflösende Foto-Galerien machen es möglich.

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Deutsches Röntgenmuseum in Remscheid, © vincentcroce

Ganz nah am Werk in der di­gi­ta­len Kunst­samm­lung


Sieben Museen aus NRW beteiligen sich aktuell an dem Projekt „Google Arts & Culture“ (Stand März 2020). Es ist eine der größten digitalen Kunstsammlungen, in der Nutzer sowohl Gemälde, Fotografien und Skulpturen als auch historische Dokumente und Zeitzeugnisse finden.

Die teilnehmenden Partner aus dem Land präsentieren ihren Bestand in Fotoschauen, kurzen Videos und 360-Grad-Ansichten. Lehrreiche Infotexte zur Entstehungsgeschichte oder der Rezeption begleiten das bereitgestellte Material. Nahansichten heben einzelne Aspekte der Kunstwerke hervor.

Mit Details der Analyse folgen

Am deutlichsten wird das in der Ausstellung „Vincent van Gogh ganz nah“ des Museums Folkwang. Ausstellungsgäste erfahren anhand von Detailansichten zum Beispiel mehr über das Gemälde Rhonebarken. Die Tour leitet den Nutzer von einem Punkt des Bildes zum anderen. Er kann der vorgestellten Analyse wunderbar folgen. Schließlich befindet er sich mitten im Geschehen – also immer dort, wo er auch sein soll.

Ein weiterer Höhepunkt im digitalen Landesrepertoire ist die sogenannte „Museumsansicht“ des Kunstpalastes in Düsseldorf. Hier schöpft die Kulturstätte das volle Technikpotential der Webanwendung aus. Im Stil von „Google Street View“ kann sich der heimische Besucher mit Klicks durch das Museum bewegen und umsehen.

Insgesamt machen über 100 deutsche Partner bei „Google Arts & Culture“ mit, darunter auch Stiftungen, Bibliotheken und Forschungsorganisationen. Einige Kulturstätten, die sich nicht direkt an dem Projekt beteiligen, nutzen jedoch die Technik des Internet-Riesen. Auch im Osthaus Museum Hagen oder im Institut für Stadtgeschichte Recklinghausen ist das Flanieren durch die Räume via Street-View möglich.

 

Registrierte Museen in NRW:

 

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Wallraf-Richartz-Museum, Barockabteilung, © Wallraf-Richartz-Museum

Di­gi­ta­ler Spa­zier­gang mit Rem­brandt


Die beliebte Schau „Inside Rembrandt“ – die innerhalb von vier Monaten mehr als 160 000 Besucher in das Wallraf-Richartz-Museum in Köln zog – öffnet in der digitalen Kunsthalle der ZDF-Mediathek erneut ihre Pforten.

Anhänger des niederländischen, barocken Malers schlendern gemütlich durch dreidimensionale Räume und bleiben vor ihrem Lieblingsporträt stehen. An den Wänden prangen bedeutende Malereien wie „Der Gelehrte im Studierzimmer“, Radierungen und Selbstbildnisse des Meisters sowie herausragende Schöpfungen seiner Zeitgenossen.

Simulierter Raum mit realistischen Abbildungen

Der virtuelle Rundgang spiegelt einen Rundgang im Wallraf-Richartz-Museum nahezu eins zu eins wider, auch wenn der Raum nur simuliert und nicht fotorealistisch abgebildet wird. Das mindert den Eindruck der Ausstellungsstücke jedoch keineswegs.

Gleichermaßen ist auch die Ausstellung „Beethoven – Welt.Bürger.Musik“ der Bundeskunsthalle in Bonn auf der spannenden Seite zu finden, die in regelmäßigen Abständen neue Besichtigungen anbietet. In den künstlich erschaffenen Hallen fällt der Blick sogar auf Rokokokostüme, Wandmalereien und Notizblätter des Musikgenies.

Digitaler Guide zu Picasso

Die Kunstsammlung NRW in Düsseldorf hat zurzeit ein malendes Genie im Fokus: Für die Ausstellung „Picasso. Kriegsjahre 1939 – 1945“ hat das K20 eigens einen digitalen Guide erstellt, der anhand von Videos, Fotos, Dokumenten und Zeitzeugen ein Bild davon vermittelt, wie Picassos Leben während des Zweiten Weltkriegs aussah. Ergänzend gehen kurze Artikel und kleine Werkschauen der Frage nach, ob die Schrecken jener Jahre Spuren in seinem Leben und seinem Werk hinterlassen haben.

Blauer Ozean an der Wand

Anhänger von großen Wandkunstwerken sind beim 360-Grad-Rundgang der Down Town Gallery Krefeld genau richtig. Besucher bewegen sich mit wenigen Klicks durch eine alte Bunkeranlage im Stadtzentrum. Sie bleiben vor eindrucksvollen Street-Art-Bildern stehen, die im Rahmen des Krefelder Perspektivwechsels im Jahr 2019 entstanden sind. Mal tut sich der blaue Ozean vor Kunstfans auf, mal zieren realitätsnahe Porträts die Steinmauern. Die Tour bietet Hintergrundinfos zu den Künstlern und Arbeiten, sie regt zu einer Visite vor Ort an.

 

Museen in NRW mit digitalen Spaziergängen:

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Museum Ludwig Köln, © A.R.

Vir­tu­el­le Füh­run­gen in So­ci­al-Me­dia-Ka­nä­len


Wer es beim Museumsbesuch persönlich mag, gerne Anekdoten hört und sich von Kunstkennern durch Werkschauen leiten lässt, für den sind virtuelle Führungen in den Social-Media-Kanälen der Museen genau das Richtige. Nutzer sind bei einer Tour nah am Original, können Wünsche direkt per Chat oder Kommentarfeld äußern und sich in das Geschehen einbringen.

Weitere digitale Führungen geplant

Ein Beispiel für eine gelungene Umsetzung bietet das Museum Ludwig in Köln mit einer Instagram-Story. Hier hat Direktor Yilmaz Dziewior unter dem Hashtag #alleinimmuseum die Kamera in die Hand genommen.

Das Museum plant weitere digitale Führungen auf Instagram und Facebook umzusetzen. Dabei sollen vor allem die Wünsche der Social-Media-Abonnenten berücksichtigt werden.

Exponate mit Kennern besprechen

Auch das LWL-Museum für Archäologie in Herne bringt sich mit dem Hashtag #PestaufSendung in das Online-Geschehen ein. Museumspädagogen und Kuratorenteams besprechen Exponate der Sonderausstellung "Pest!" mit den Nutzern über die Sozialen Medien. Nahezu täglich sind neue Clips für Interessierte dabei.

Die Einrichtung ist nur einer von vielen LWL-Standorten, die vermehrt auf ein digitales Kulturangebot setzen. Der Landschaftsverband hat zur Übersicht eine eigene Webseite eingerichtet, auf der Social-Media-Adressen, Podcasts und 3D-Rundgänge der LWL-Museen und -Institute übersichtlich gelistet sind.

NRW-Forum zeigt Schöller-Ausstellung

Ein eindeutiger Höhepunkt in der digitalen Ausstellungslandschaft ist die neue Videoserie zur Martin Schöller-Ausstellung des NRW-Forums Düsseldorf. Die Einrichtung und das Magazin „The Dorf“ ermöglichen Fans von atemberaubenden Porträt-Fotografien mit rund fünf- bis sechsminütigen Clips einen Einblick in die Schau. Sie gehen nahezu täglich auf den Social-Media-Kanälen und Seiten der Ausrichter online.

In der ersten Episode schlendern die Zuschauer mit einer kleinen Expertengruppe durch die Hallen des Hauses. Sie sind hautnah dabei, während eine Mitarbeiterin mit einer Studentin und der Kuratorin über die Werke der Serie „Identical“ spricht – einer Fotoreihe des Ausnahmefotografen Schöller über Zwillinge und Mehrlinge.

 

Social Media: Museums Ludwig

Social Media: NRW-Forum u. The Dorf