Der Stock und Scherenberger Erbstollen in Spockhövel, © Björn Salgert

Höh­len, Tun­nel und Stol­len


Aus­flü­ge in die Un­ter­welt

Ob bei stei­gen­den Tem­pe­ra­tu­ren die Sehn­sucht nach ei­nem küh­len Fleck­chen wächst oder im Herbst­sturm eine in­ter­es­san­te Al­ter­na­ti­ve zum So­fa ge­sucht wird: Ein Ausflug in die Un­ter­welt ist bei vie­len Wet­ter­la­gen ge­nau das Rich­ti­ge. Und Höhlen, Stollen oder Tunnel gibt es in Nordrhein-Westfalen unter anderem dank seiner langen Bergbaugeschichte reichlich. Neben natürlich entstandenen, unterirdischen Höhlen mit teils faszinierendem Innenleben, gibt es deshalb auch einige Besucherbergwerke, die spannende Einblicke in die frühere Arbeit und das Leben der Bergleute vergangener Generationen liefern.

Die Kluterhöhle in Ennepetal, © Tourismus NRW e.V.

Höh­len


Schma­le Gän­ge und küh­le Tem­pe­ra­tu­ren

Allein Höhlen gibt es Dutzende in NRW, einige davon sind wahre Touristenmagneten. So wie die Attahöhle in Attendorn. Sie gehört zum größten zusammenhängen Höhlensystem Deutschlands und ist ohne Zweifel eine der schönsten Tropfsteinhöhlen im Land. Die ebenfalls im Sauerland gelegene Dechenhöhle in Iserlohn beherbergt das größte Höhlenmuseum Deutschlands. Bei Einzelführungen können Familien gemeinsam mit den Kindern in der Wolfsschlucht auf Schatzsuche gehen oder in der Adventszeit ihren eigenen kleinen Laternenzug durch die Höhle gestalten. Und die benachbarte Balver Höhle in Balve gilt als größte Kulturhöhle Europas. Sie bietet regelmäßig Konzerte und andere Kulturveranstaltungen, zum Beispiel Kindertheater-Aufführungen, in beeindruckender Atmosphäre.

Abenteuerlustige sind in der Kluterthöhle in Ennepetal genau richtig: Die Höhlentouren führen hier zum Teil durch unbeleuchtete und so enge Gänge, dass ein Vorwärtskommen nur auf dem Bauch möglich ist. Es geht aber auch deutlich bequemer: Thementouren führen durch gut beleuchtete Teile der Höhle, die einen in Europa seltenen Fossilienreichtum sowie eines der am besten erhaltenen (versteinerten) Korallenriffe aufweist - und deshalb als Nationales Naturmonument ausgezeichnet worden ist.

Was alle Höhlen gemeinsam haben: Bei Temperaturen unter 12°C können Besuchende hier eine wohltuende Auszeit von der sommerlichen Hitze und frostigen Wintertemperaturen nehmen. Das heißt aber im Umkehrschluss: Lange Hose und dicker Pulli oder Jacke sind hier bei jedem Wetter angesagt.

Besucherbergwerk Stock und Scherenberger Erbstollen in Spockhövel, © Björn Salgert

Be­su­cher­berg­wer­ke


Auf Schicht mit Helm und Stirn­lam­pe

Außergewöhnliche Erlebnisse sind bei einem Familienausflug zu den früheren Erz- oder Silber-, Schiefer- oder Kohleabbaustätten im Land garantiert. Im Besucherbergwerk Kleinebremen in Porta Westfalica im Teutoburger Wald fahren Gäste zum Beispiel mit einem historischen Triebwagen von 1937 ein. Und in Sprockhövel können Besuchende den ältesten, original erhaltenen Steinkohleflöz des Ruhrbergbaus erkunden, den rund 300 Jahre alten Stock und Scherenberger Erbstollen. Führungen vermitteln ein authentisches Bild der früheren Arbeit unter Tage. Neben Helm, Stirnlampe und Handschuhen sind Gummistiefel für dieses Abenteuer unerlässlich, die Ausstattung kann jedoch vor Ort ausgeliehen werden. Der Besuch im Stollen kann auf Nachfrage mit weiteren thematisch passenden Aktivitäten verbunden werden, etwa mit einer Bergbau-Wanderung über Tage oder einer Schnupperschicht, bei der auch mitangepackt werden kann.

Informationen zu weiteren stillgelegten Zechen, Berg- und Hüttenwerken, die besichtigt werden können, gibt es hier
www.bergwerk-kleinenbremen.de I www.stock-und-scherenberg.de

Der Zeittunnel in Wülfrath, © Scheidsteger Medien GmbH & Co. KG, Velbert

Tun­nel-Blick


Kunst, Ka­se­mat­ten und ein Kron­leuch­ter

Neben Tropfsteinhöhlen und Bergwerken gibt es in NRW noch weitere spannende Orte unter der Erde: Der Zeittunnel Wülfrath im neanderland zum Beispiel, der 400 Millionen Jahre Erdgeschichte mit allen Sinnen erlebbar macht. Ausstellungsgäste treffen beim Gang durch den Tunnel auf Dinosaurier, begegnen den ersten Menschen und lernen auf unterhaltsame Art viel über das Klima oder die Kontinentalverschiebung. Angenehmer Nebeneffekt an heißen Tagen: In dem Tunnel, der zu einem stillgelegten Kalksteinbruch gehört, ist es immer kühl.
www.wuelfrath.net

In die Unterwelt geht es auch in Bielefeld hinab, genauer gesagt in der Sparrenburg, dem Bielefelder Wahrzeichen. In den Kasematten mit ihren dunklen Verliesen und engen Lichtschächten lebten im Mittelalter Soldaten. Heute kann man das eindrucksvolle 300 Meter lange unterirdische Gangsystem auf geführten Touren besichtigen.

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