Archäologische Vitrine im Elisengarten Aachen, © Peter Hinschläger / Aachen

Karl der Gro­ße und die Rou­te Char­le­ma­gne

Auf den Spu­ren des gro­ßen eu­ro­päi­schen Herr­schers

Ent­de­cke in Aa­chen ei­ne be­son­de­re NRW-Be­rühmt­heit: Die Rou­te Char­le­ma­gne führt Dich in die Zeit von Karl dem Gro­ßen.

Schon die Römer haben ihre Spuren hinterlassen, auch Napoleon oder Zar Peter der Große weilten mehrfach in der Stadt – doch mit keinem Namen ist Aachen bis heute so eng verbunden wie mit dem Karls des Großen. Im Jahr 2014 jährte sich der Todestag des einflussreichen Herrschers zum 1200. Mal und ganz Aachen war im Karl-Fieber. Auch nach dem Jubiläumsjahr können Geschichtsinteressierte sich nach wie vor auf die Spuren von Karl dem Großen begeben und in Aachen eine Reise in die Vergangenheit unternehmen.

Die Thermen sollen es gewesen sein, die Karl den Großen nach Aachen zogen. Lange Zeit hatte er sein riesiges Reich, das weite Teile des europäischen Kontinents umfasste, wie zur damaligen Zeit üblich, als Reisekönig geführt; er hatte damit keinen festen Herrschersitz, sondern reiste mit seinem Gefolge von Pfalz zu Pfalz. Doch schon damals kam er vor allem im Winter immer wieder nach Aachen, wo er in den durch die Eifel-Vulkane erhitzten Thermen wohlige Wärme und Entspannung fand. Ab den späten 780er Jahren nach Christus ließ er seine Lieblingspfalz zu einer faktischen Residenz ausbauen. Von 794 an bis zu seinem Tod 20 Jahre später hielt Karl der Große sich schließlich fast nur noch in Aachen auf und machte die Stadt damit zum Zentrum seines europäischen Reiches.

Machtzentrum der westlichen Welt

Durch die Vorliebe Karls des Großen stieg Aachen nicht nur zum wichtigsten Machtzentrum der westlichen Welt auf, sondern erlebte auch eine kulturelle Blüte, deren Zeugnisse zum Teil noch heute zu sehen sind. So ist etwa der acht- und sechzehneckige Zentralbau der damaligen Marienkirche, die der christliche König an seiner Pfalz errichten ließ, heute Teil des weltberühmten Aachener Doms. 1978 wurde das imposante Bauwerk, eines der besterhaltenen Baudenkmäler der Karolingerzeit, mitsamt seinem prunkvollen Domschatz als erstes deutsches Bauwerk in die Liste des Unesco Welterbes aufgenommen. Bis heute folgten mit dem Kölner Dom, dem Schloss Augustusburg und dem benachbarten Jagdschloss Falkenlust in Brühl sowie der Essener Zeche Zollverein drei weitere Welterbestätten in NRW.

Im Vergleich mit den anderen Unesco Welterbestätten Nordrhein-Westfalens ist der Aachener Dom jedoch herausragend in seiner geschichtlichen Bedeutung. Karl der Große legte nicht nur mit seiner Pfalzkapelle den Grundstein für den späteren Dom. In seinen Gemäuern wurden auch jahrhundertelang deutsche Herrscher gekrönt. Nach seinem Tod am 28. Januar 814 wurde die Pfalzkirche zudem zur Begräbnisstätte Karls des Großen. Als er 1165 auf Veranlassung Friedrich Barbarossas heiliggesprochen wurde, wurde sein Leichnam in ein vorläufiges Reliquiar gebettet, bevor er 1215 in den bis heute existierenden Karlsschrein überführt wurde. Der Sarg, in dem Karl der Große einst bestattet worden sein soll, ist noch heute Teil des Domschatzes.

Route und Centre Charlemagne

Seit dem Karlsjahr 2014 können Besucher der Stadt sich in Aachen auf die Route Charlemagne begeben. Der Name Charlemagne bedeutet dabei nichts anderes als Karl der Große auf Französisch. Die Route Charlemagne nimmt die Besucher mit auf eine Reise quer durch das einzigartige kulturelle Erbe der Stadt. Sie erzählt anhand verschiedener Stationen, unter anderem zu den Themen "Geschichte", "Wissenschaft", "Macht“ und „Religion“, die Entwicklung Aachens als europäische Stadt, fragt zugleich nach der Zukunft und führt die Besucher zu den geschichtlich bedeutendsten Orten der Stadt.

Ausgangspunkt der Route ist das Centre Charlemagne am Katschhof, das die Geschichte Karls und die Geschichte Aachens lebendig werden lässt. Es steht zwischen den beiden wichtigsten Bauwerken der Stadt: Dom und Rathaus. In vier Ausstellungsbereichen erklärt das Centre Charlemagne den Besuchern die vier bedeutendsten Epochen der Stadtgeschichte von der Zeit Karls des Großen bis in die Gegenwart und macht deutlich, wie stark die Stadt durch den damaligen Herrscher Karl und seiner Wahl für Aachen als Residenz geprägt wurde. Historische und künstlerische Exponate werden in der Ausstellung mit multimedialen Inszenierungen verknüpft und sorgen so dafür, dass die Besucher sich ganz in die Geschichte rund um Karl den Großen und seine Stadt vertiefen können. Anschließend führt die Route Charlemagne zu weiteren geschichtsträchtigen Orten wie dem Dom, dem Rathaus oder dem Haus Löwenstein. Eine Station der Route Charlemagne ist auch der Elisenbrunnen, der stellvertretend für die lange Badetradition in Aachen steht: Mehr als 30 Thermalquellen gibt es im Aachener Talkessel und archäologische Funde zeigen, dass sie bereits in der Jungsteinzeit bekannt waren und Menschen dazu veranlassten, sich an diesem Ort anzusiedeln. Auch heute noch kommen unzählige Besucher, um in den gesunden Wassern zu baden, etwa in den 2001 fertiggestellten Carolus Thermen, die mit ihrem Namen an Karl den Großen erinnern.

Die Heiligtümer von Karl dem Großen

Schon seit 1349 kommen Gläubige zu großen Pilgerfahrten in die Domstadt, um vier Reliquien zu verehren, die seit der Zeit Karls des Großen als Schatz im Aachener Dom aufbewahrt und nur alle sieben Jahre gezeigt werden. Der Geschichte nach erhielt der Herrscher die Reliquien um das Jahr 800 als Geschenk aus Jerusalem. Dabei soll es sich um das Kleid handeln, das Maria in der Nacht trug, in der Jesus geboren wurde, sowie um die Windeln Jesu, mit denen Maria dem Kind Schutz gab. Auch das Tuch, in das man den Kopf von Johannes dem Täufer nach seiner Enthauptung barg, und das Lendentuch, das Jesus am Kreuz getragen haben soll, werden zur Heiligtumsfahrt für zehn Tage aus dem goldenen Marienschrein im Dom geholt. Die letzte Heiligtumsfahrt fand im Jahr 2014 statt.

Der Schrein steht ebenso wie der Karlsschrein in der Chorhalle, die gebaut wurde, um den Königskrönungen und der wachsenden Pilgerzahl Raum zu geben. 2014 feierte auch die Halle ein Jubiläum, sie wurde nämlich zum Todestag Karls des Großen im Jahr 1414 eingeweiht und wurde 2014 somit 600 Jahre alt. Auf Grund ihrer großen Fensterflächen wird sie auch als „Glashaus Aachens“ bezeichnet. Die Fenster der Halle gelten mit 25,5 Metern Höhe als die höchsten gotischen Fenster in Europa. Erhalten ist neben dem gotischen Fenster auch der Aachener Königsthron, den Karl der Große errichten ließ und auf dem über 30 deutsche Herrscher gekrönt wurden. Neben dem Karlsschrein und dem imposanten Deckenmosaik gehört er zu den spektakulärsten Objekten im Dom, die Besucher besichtigen können.

Öffnungszeiten Centre Charlemagne:
Dienstag - Sonntag: 10.00 - 18.00 Uhr

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Das Centre Charlemagne von Außen, © Peter Hinschläger / Aachen
Archäologische Vitrine im Elisengarten Aachen, © Peter Hinschläger / Aachen
Aachener Dom, © Andreas Herrmann
Aussicht im Centre Charlemagne, © Peter Hinschläger / Aachen
Blick auf das Rathaus in Aachen, © Peter Hinschläger / Aachen

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