Die Wahner Heide im Winter, © Marc Eickelmann

Wah­ner Hei­de bei Köln

Frei­zeit­pa­ra­dies und Rück­zugs­ort

Für die Köl­ner ist die Wah­ner Hei­de ein grü­nes Aus­flugs­ziel di­rekt vor der Tür – für 700 ge­fähr­de­te Tier- und Pflan­zen­ar­ten ist sie ei­ner der letz­ten Rück­zugs­or­te in der Me­tro­pol­re­gi­on Köln.

Die Bewohner der Metropole Köln schätzen die Wahner Heide als grünes Ausflugsziel vor den Toren ihrer Stadt. Für rund 700 gefährdetet Tier- und Pflanzenarten ist das Naturschutzgebiet jedoch weit mehr als das: einer ihrer letzten Rückzugsorte in der städtegeprägten Region. Die Heidelandschaft ist nicht nur das zweitgrößte Naturschutzgebiet Nordrhein-Westfalens, sondern auch das artenreichste.

Die Oase, die zum Naturraum der Bergischen Heideterrasse gehört und sich über Teile Kölns, des Bergischen Landes und des Rhein-Sieg-Kreises erstreckt, vereint Sümpfe, Tümpel und Dünen, Feuchtwiesen und Trockenrasen, Bäche und Auenwälder. Auf dem gut ausgebauten Wegenetz lassen sich so seltene Pflanzen wie das rosafarbene Torfmoos-Knabenkraut, eine zarte Orchideenart, oder Tiere wie die ebenfalls bedrohte Kreuzkröte entdecken.

Grasende Viehherden

Ihr heutiges Gesicht verdankt die Wahner Heide verschiedenen Nutzungen. Weil sie für den Ackerbau nicht zu gebrauchen war, ließen die Bauern der angrenzenden Dörfer ihre stattlichen Viehherden darauf weiden. Später wurden Ziegen, Rinder und Schafe verdrängt, weil das Gelände nun militärisch genutzt wurde. Gerade einmal ein Schäfer ließ dort Ende des 20. Jahrhunderts noch seine Schafe grasen.

Für die Heidelandschaft wurde dies zum Problem. Weil die wenigen Tiere nicht mehr nachkamen mit dem Grasen, breiteten sich immer mehr Büsche und Bäume aus und verdrängten so die ursprünglichen Pflanzen. Seit 1993 gibt es jedoch ein Umdenken: Das Gebiet soll als Heide und damit als historische Kulturlandschaft erhalten werden.

Tiere erhalten die Heide

Daran arbeiten vor allem im Norden tatkräftig Weidetiere wie Ziegen, Schafe, Esel und Rinder mit, unter ihnen auch das Glenrind, eine alte rheinische Rinderrasse. Auch das ein oder andere exotisch anmutende Exemplar sehen Besucher auf den Wiesen stehen: Seit 2010 grasen auch asiatische Wasserbüffel für den Erhalt der Wahner Heide.

Wer das Gebiet erkunden möchte, ist am Turmhof in Rösrath richtig, der einem Infoportal umgebaut wurde. Der Turmhof bietet Exkursionen, Wanderungen und Ausstellungen zur Wahner Heide an. Neben diesem Infozentrum gibt es mit Gut Leidenhausen (Köln-Porz), Burg Wissem (Troisdorf), und dem Steinhaus (Bergisch Gladbach) noch drei weitere Infoportale. Auch sie ermöglichen nicht nur räumlich, sondern auch inhaltlich einen guten Zugang zur Wahner Heide.

www.turmhof.net

Karte von NRW

Impressionen & Videos

Grün, wild, na­tür­lich: Die Wah­ner Hei­de in Bil­dern

Die Scheuerbachsenke in der Wahner Heide zeichnet sich durch ihre Dünenlandschaft aus, © Bündnis Heideterrasse e.V._
Die alten rheinischen Glenrinder helfen die Heidelandschaft zu erhalten, © Bündnis Heideterrasse e.V.
Ein Fußweg führt durch die Wahner Heide, © Marc Eickelmann
Winterstimmung in der Wahner Heide, © Marc Eickelmann
Die Wahner Heide im Winter, © Marc Eickelmann
Vom Telegraphenberg lässt sich die Aussicht auf die Wahner Heide genießen, © Heidezentrum Turmhof e.V
Der Turmhof in Rösrath bietet Exkursionen, Wanderungen und Ausstellungen zur Wahner Heide an, © Heidezentrum Turmhof e.V
Die Fliegenbergheide in der Wahner Heide, © Bündnis Heideterrasse e.V.

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