Von der an­de­ren Rhein­sei­te


Köln mal knall­bunt und mal nur grün

Es ist früh am Morgen. Ein paar Wolken ziehen über die Stadt. Am Rheinufer ankern die Ausflugsschiffe und warten auf Passagiere. Auch sind erst wenige Menschen auf der Domplatte unterwegs. Also noch schnell ein Selfie vor dem Dom gemacht und weiter zum nächsten Fotospot. Rüber auf die andere, die rechte Rheinseite, die von den Kölnern liebevoll-derb „Schäl Sick“, also falsche Seite, genannt wird. Von dort aus wirkt der Dom beinahe klein. Eingerahmt von den vielen anderen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Den Museen und Kirchen, architektonischen Kleinoden und gigantischen Bauten. Und davor der Rhein mit der stählernen Deutzer Brücke und den breiten Uferpromenaden. Ein Bild wie eine Postkarte.

Doch Köln kann auch ganz anders. Denn einmal auf der anderen Seite, findet man sich plötzlich in einem der angesagten Street-Art-Viertel wieder. Hier geht Beton auch bunt. Denn Graffiti-Künstler haben den lange unterschätzten Stadtteil Mülheim für sich entdeckt und ganze Straßenzüge in knallbunte Kunstwerke verwandelt. Mal schaut ein Mädchen etwas traurig auf die Passanten herab. Ein paar Straßenzüge weiter zeigt das Bild einen schlafenden Mann, den man auf keinen Fall wecken möchte. Mal sind es auch nur kleine Sticker oder Schriftzüge. Doch beinahe täglich kommen neue hinzu. Was also heute noch grau ist, kann morgen schon ein kleines Meisterwerk sein.