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Simply Red Live in der Kölner Sporthalle (1990er), © Musikarchiv NRW

Sporthalle


Wo Konzerte auch mal 14 Stunden dauern

„Wie Mekka für einen Moslem - wo man hinpilgern muss. So etwas wie ein Ozean für einen Fluss“, singt Wolfgang Niedecken [LINK ZU LANGTEXT KÖLN] über die 1998 geschlossene und ein Jahr später per Sprengung endgültig versenkte Kölner Sporthalle. Von 1958 an war sie Kölns wichtigste Spielstätte für die großen Konzerte. Hier spielten sie alle: viermal die Rolling Stones, Frank Zappa, zweimal Johnny Cash, David Bowie, viermal Queen, Prince und Depeche Mode. Über 450 Konzerte verzeichnet die Webseite Setlist.fm in der Kölner Sporthalle. Bei fast jedem möchte man dabeigewesen sein.

Legende geworden ist das Abschiedskonzert der Kölner Polit-Rocker Floh de Cologne, bei deren 14-stündigem Goodbye Gäste von Hannes Wader bis Ina Deter auf die Bühne kamen. Cans triumphaler Auftritt 1972 gilt als endgültiger Durchbruch der Kölner Band und als popgeschichtliche Zäsur. Untrennbar mit der Kölner Sporthalle verbunden ist das Konzert des DDR-Liedermachers Wolf Biermann 1976, das - im Fernsehen übertragen - drei Tage später seine Ausbürgerung aus der DDR nach sich zog.

Größter Traurigkeit für den Popfan heute: Es gibt keinen Gedenkstein, keinen Platz zum Zurückdenken. Dort, wo die Sporthalle stand, sind heute funktionale und langweilige Messehallen anzuschauen.

Weitere Informationen:
Messeplatz 1, 50679 Köln (heute: Messehalle 7 und 8)

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Eine historische Außenaufnahme der Sporthalle, © Walter Dick Archiv

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