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Margarete Heymann-Loebenstein: Teile eines Teeservice, Haël-Werkstätten für künstlerische Keramik, Marwitz, um 1929, © Privatsammlung, © Estate of Margarete Marks. All rights reserved/VG Bild-Kunst, Bonn 2019 (Foto: © RBA Köln, Marion Mennicken)

2 von 14. Zwei Kölnerinnen am Bauhaus


Museum für Angewandte Kunst Köln – MAKK in Kooperation mit dem Museumsdienst Köln

Zum 100-jährigen Bauhaus-Jubiläum präsentiert das MAKK das Werk der avantgardistischen Keramikkünstlerin Margarete Heymann-Loebenstein sowie der Bühnenbildnerin Marianne Ahlfeld-Heymann im Dialog mit Farbstudien, Gemälden und Zeichnungen von Johannes Itten, Oskar Schlemmer, Wassily Kandinsky und László Moholy-Nagy aus der eigenen Sammlung.


Das MAKK spürt mit seiner Ausstellung dem Wirken von zwei gebürtigen Kölnerinnen aus jüdischer Familie nach, den beiden Cousinen Margarete (1899-1990) und Marianne (1905-2003) Heymann. Der Titel bezieht sich darauf, dass es nachweislich 14 Kölner*innen am Bauhaus gab. Ihre künstlerischen Spuren standen bislang – bis auf wenige Ausnahmen – nicht im Fokus der Öffentlichkeit.

Margarete Heymann wurde 1920 am Bauhaus zum Vorstudium bei Johannes Itten zugelassen, 1921 wechselte sie zur Ausbildung in die Keramikwerkstatt Dornburg und lernte bei Werkmeister Max Krehan und Formmeister Gerhard Marcks. In Weimar nahm sie weiterhin am Unterricht bei Georg Muche, Paul Klee und Gertrud Grunow teil. Obwohl Heymann das Bauhaus im Herbst desselben Jahres wieder verließ, beeinflusste die Bauhaus-Zeit ihr Schaffen nachhaltig. Dies zeigt sich besonders in den avantgardistischen und reduzierten Formen ihrer Gebrauchskeramik wie den berühmten Scheibenhenkel-Services, die aus geometrischen Grundformen gestaltet waren. Aber auch die Dekore legen einen Vergleich mit Kompositionen von Kandinsky oder Moholy-Nagy nahe. Ihre 1923 gegründeten Haël-Werkstätten galten international als eine der kreativsten Keramikwerkstätten dieser Zeit.

Marianne Heymann besuchte ab 1923 die Bildhauerei-Werkstatt am Bauhaus, verließ diese allerdings 1925 wieder, da die Klasse beim Umzug von Weimar nach Dessau nicht fortgeführt wurde. Sie nahm am Unterricht von Walter Gropius in Bezug auf Bildhauerei und Bühnenkunst teil; besonders beeindruckt war sie jedoch von der künstlerischen Lehre Paul Klees. Nach ihrer Bauhaus-Zeit schuf sie Handpuppen und Marionetten für freie Produktionen, bevor sie als Bühnenbildnerin am Mannheimer Nationaltheater sowie zeitgleich an der Kölner Oper arbeitete. Zahlreiche Entwürfe zu fantasievollen Szenarien, Kostümen und Masken entstanden – so beispielsweise für Jacques Offenbachs Operette „La Périchole“. Besonders die Kostümentwürfe lassen die Einflüsse der Bühnenkunst Schlemmers erkennen: turmartige Kopfbedeckungen mit konzentrischen Ringen, trapezförmige Gewänder, gesteppte und wattierte Säume sowie eine klare Farbpalette.

Beide Künstlerinnen mussten nach 1933 in die Emigration gehen.

„2 von 14. Zwei Kölnerinnen am Bauhaus“ ist Teil des NRW-Verbundprojektes „100 jahre bauhaus im westen".

 

Leistungen

In diesem Angebot enthalten ist der Museumseintritt in die Ausstellung „2 von 14. Zwei Kölnerinnen am Bauhaus" vom 12. April bis 11. August 2019 mit der MuseumsCard Single für Erwachsene oder der MuseumsCard Family. Mit der MuseumsCard können außerdem beliebig viele weitere Museen der Stadt Köln an insgesamt zwei aufeinanderfolgenden Öffnungstagen besucht werden. Es besteht die freie Auswahl:

  • Museum Ludwig
  • Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud
  • Römisch-Germanisches Museum
  • Museum für Angewandte Kunst Köln
  • Museum für Ostasiatische Kunst
  • Museum Schnütgen
  • Rautenstrauch-Joest-Museum - Kulturen der Welt
  • Kölnisches Stadtmuseum
  • Praetorium (bis auf Weiteres geschlossen)
  • NS-Dokumentationszentrum

Die MuseumsCard gilt auch als Fahrausweis am ersten Tag der Gültigkeit in den Verkehrsmitteln der VRS-Partnerunternehmen innerhalb des Stadtgebietes Köln.
 

Zusatzinformationen:

Führungen:
Samstags und sonntags um 14.30 Uhr, mittwochs um 16:30 Uhr (Dauer jeweils 1 Stunde, kostenfrei) sowie dienstags um 16:00 Uhr (Dauer 1 Stunde, Gebühr 2,00 Euro)

Gastronomie im Museum: Holtmann's im MAKK
Genieße vielfältige Kaffeespezialitäten, köstlichen Kuchen vom Konditor und kleine, frisch zubereitete Speisen. Lese internationale Qualitätszeitungen in entspannter Atmosphäre, bei schönem Wetter auch im einmaligen Innenhof. Selbstverständlich besteht ein kostenloser W-Lan-Internetzugang.

Verkehrsanbindung:
Bahn, U-Bahn, Bus: Station Köln Hauptbahnhof, von dort ist das Museum bequem in ca. 5 Minuten zu Fuß erreichbar.

Kultur-Highlights im Umfeld:
Das Museum für Angewandte Kunst Köln – MAKK befindet sich in unmittelbarer Nähe des Kölner Doms. Fußläufig zu erreichen sind zudem das Museum Ludwig, das Römisch-Germanische Museum, das Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, das Kölnische Stadtmuseum, das NS Dokumentationszentrum der Stadt Köln sowie das Kunstmuseum des Erzbistums Köln – Kolumba.

 


TERMINE & PREISE


Weitere Details

Reisetermine

12.04.2019 - 11.08.2019

Dauer in Tagen

1

Preise

MuseumsCard Single (1 Person): ab 20,00 Euro
MuseumsCard Family (2 Erwachsene + 2 Kinder): ab 32,00 Euro
Jeweils zzgl. ab 3,90 Euro Auftragspauschale für die Onlinebuchung bei KölnTicket

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Impressionen & Videos


Lass Dich inspirieren: Dein NRW in Bildern

Marianne Heymann, „Li-Tai-Pe am Hof“ aus Clemens von Franckensteins Oper „Des Kaisers Dichter Li-Tai-Pe“, Köln, 1932, © Theaterwissenschaftliche Sammlung der Universität zu Köln
László Moholy-Nagy „Z-III“, Öl auf Leinwand, Berlin 1922, © MAKK, Stiftung Prof. Dr. R. G. Winkler, Bad Godesberg (Foto: © Sascha Fuis Fotografie)
Margarete Heymann-Loebenstein, Schale mit Steckeinsatz, Haël-Werkstätten für künstlerische Keramik, Marwitz, um 1929, © © Estate of Margarete Marks/VG Bild-Kunst, Bonn 2019 (Foto: © Jan Rothstein)
Margarete Heymann-Loebenstein, Teekanne aus dem „Bauhaus-Service“, Haël-Werkstätten für künstlerische Keramik, Marwitz, um 1929, © MAKK, © Estate of Margarete Marks/VG Bild-Kunst, Bonn 2019 (Foto: © RBA Köln, Marion Mennicken)
Margarete Heymann-Loebenstein: Teile eines Teeservice, Haël-Werkstätten für künstlerische Keramik, Marwitz, um 1929, © Privatsammlung, © Estate of Margarete Marks. All rights reserved/VG Bild-Kunst, Bonn 2019 (Foto: © RBA Köln, Marion Mennicken)
Walter Gropius (Hg.), Staatliches Bauhaus in Weimar 1919-23, Einbandgestaltung Herbert Bayer, Weimar, München, Köln 1923, © MAKK (© Foto: RBA Köln, Marion Mennicken)

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