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Museum global. Ausstellungsprojekt der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen im K20, © Lasar Segall, Encontro, ca. 1924, Acervo Museu Segall – IBRAM/MinC, Ausstellungsplakat Paul Klee, Israel Museum Jerusalem, 1966, Foto: Achim Kukulies

museum global: Paul Klee. Eine Sammlung auf Reisen


Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen

Ausgehend von ihrer großen Kollektion von Werken Paul Klees wirft die Kunstsammlung NRW Blicke über die "westliche" Perspektive hinaus und zeigt eigenständige internationale Positionen zwischen 1910 und 1960. Ein mehrteiliges Ausstellungsprojekt unter dem Titel "Museum global" in Düsseldorf.


Seit den späten 1990er Jahren wächst das Interesse an einer globalgeschichtlichen Perspektive auf die Moderne, die lange nur jene avantgardistischen Kunstrichtungen meinte, die sich im 20. Jahrhundert in Wien, Paris, Berlin und später New York entwickelten. Aber auch außerhalb der Grenzen Europas und Nordamerikas existierten Zentren der Kunstproduktion, wo eigenständige Positionen jenseits von oder in Auseinandersetzung mit der „westlichen Moderne“ formuliert wurden. Ausgehend von der 1961 gegründeten Sammlung des Landes Nordrhein-Westfalen mit ihrem westlichen Fokus lenkt das Forschungs- und Ausstellungsprojekt „museum global“ den Blick auf eine „ex-zentrische“ Moderne und erzählt in Mikrogeschichten von ausgewählten künstlerischen Manifestationen, die in den Jahren zwischen 1910 und 1960 in Japan, Georgien, Brasilien, Mexiko, Indien, Nigeria oder im Libanon artikuliert wurden. Vielfältiger künstlerischer Austausch, Reisebegegnungen, Korrespondenzen, Publikationen und Ausstellungsbeteiligungen trugen zu diesen Entwicklungen bei.

Die Ausstellung „Paul Klee. Eine Sammlung auf Reisen“ (ab 13. Oktober 2018) bildet den Prolog des umfassenden Ausstellungprojekts. Ein Konvolut von 88 Werken Paul Klees, der von den Nationalsozialisten als „entartet“ diffamiert wurde, bildet den Grundstock der Kunstsammlung. Im Zentrum der Schau steht die kulturpolitisch motivierte Reise, die die Klee-Sammlung zwischen 1966 und 1985 an nahezu 40 Orte auf der ganzen Welt führte.
Im letzten Raum wird in einem Epilog gezeigt, wie um 1960 durch neue Ausstellungsformate wie die Documenta sowie durch rege Sammlungspolitik der Museen ein Kanon der westlichen Moderne definiert und um zeitgenössische Positionen erweitert wurde.


„museum global. Mikrogeschichten einer ex-zentrischen Moderne“ (10. November 2018 bis 10. März 2019)

Die Veröffentlichung eines programmatischen Textes in Tokio 1910, eine wegweisende Ausstellung in Moskau 1913, künstlerische Manifestationen in São Paolo 1922, internationale Begegnungen, Reisen und Dialoge stehen im Zentrum der Mikrogeschichten, die die Ausstellung „museum global. Mikrogeschichten einer ex-zentrischen Moderne“ erzählt.

Vorgestellt werden ausgewählte Künstlerinnen und Künstler einer globalen Moderne, die in Deutschland bisher wenig beachtet wurden. In die Räume des K20, die bislang der europäischen Moderne vorbehalten waren, werden nun für einige Monate Werke von Yorozu Tetsugoro, Niko Pirosmani, Lasar Segall, Anita Malfatti, Tarsila do Amaral, Diego Rivera, Frida Kahlo, Amrita Sher-Gil, Saloua Raouda Choucair, Uche Okeke, Colette Omogbai u.v.a. Einzug halten. Entstanden im Kontext einer ex-zentrischen Moderne, deuten sie die Möglichkeit anderer Perspektiven und Konstellationen an. Und sie provozieren bis heute aktuelle Fragen, die eng mit einem postkolonialen Blick verknüpft sind: Wie entstehen nationale und kulturelle Identitäten? Wie spiegeln sich Flucht und Exil in den Werken einzelner Künstlerinnen und Künstler? Welchen kulturpolitischen Einfluss haben Reisen, Begegnung und Austausch?


OPEN SPACE (10. November 2018 bis 10. März 2019)
Ein von der Kunstsammlung und raumlabor Berlin eingerichteter offener Raum wird die Ausstellung „museum global“ begleiten und das Museum zur Stadtgesellschaft öffnen: Der Zugang in das K20 wird erstmalig auch vom Grabbeplatz aus möglich sein. Ausgestattet mit einem Café, einer Bühne, einer Siebdruckwerkstatt sowie Angeboten für Information, Lektüre, Unterhaltung und Begegnung, ist OPEN SPACE als kostenfrei zugänglicher Treffpunkt und Verhandlungsraum gedacht. OPEN SPACE lädt zu einem umfangreichen Rahmenprogramm ein, das die aktuellen sozialen und politischen Kontroversen aufgreift und die Rolle des Museums für eine Gesellschaft befragt.

 

Leistungen

  • Eintritt in die Sonderausstellung "Paul Klee. Eine Sammlung auf Reisen" sowie "museum global. Mikrogeschichten einer ex-zentrischen Moderne"
  • Eintritt in die Ständige Sammlung im K20 Grabbeplatz
  • Teilnahme an der öffentlichen Führung dienstags, donnerstags, sonn- & feiertags (nach Anmeldung)

 

Anfahrt:

Vom Hauptbahnhof mit den U-Bahnen der Linien U70, U74, U75, U76, U77, U78, U79 bis Haltestelle Heinrich-Heine-Allee.
Aus anderen Richtungen mit den U-Bahnen der Linien U71, U72, U73, U83 ebenfalls bis Heinrich-Heine-Allee.
Parkmöglichkeiten in der Tiefgarage unter dem Museumsgebäude K20 Grabbeplatz.

Gastronomie:
Das "Klee's", ein neu gestaltetes Restaurant im Erdgeschoss des K20, Grabbeplatz, bietet die Symbiose aus moderner Küche und traditioneller Tapas-Idee. Die Gäste genießen ein klassisches Mittag- oder Abendessen oder wählen eine schnelle kleine Mahlzeit.

 

 

Karte von NRW

TERMINE & PREISE


Weitere Details

Reisetermine

13.10.2018 - 10.03.2019

Dauer in Tagen

1

Preise

Erwachsene: ab 12,00 Euro
Kinder (ab 6 Jahre) und Jugendliche: ab 2,50 Euro

Das Kombiticket für den Besuch von K20 Grabbeplatz und K21 Ständehaus:
Erwachsene: ab 18,00 Euro
Kinder (ab 6 Jahre) und Jugendliche: ab 4,00 Euro

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Impressionen & Videos


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Tarsila do Amaral: Antropofagia (1929), © Collection of the Fundação José e Paulina Nemirovsky, on long-term loan to the Pinacoteca do Estado de São Paulo, © Tarsila do Amaral Licenciamentos. Foto: Isabella Matheus
Paul Klee: Omphalo-centrischer Vortrag (1939), © Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen
Führung durch die Paul-Klee-Ausstellung im Museo Calouste Gulbenkian, Lissabon, am 7. November 1972, © Foto: Carlos Coelho da Silva, © Arquivos Gulbenkian

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