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Oskar Schlemmer: Zwölfergruppe mit Interieur (1930), © Von der Heydt-Museum Wuppertal

Oskar Schlemmer. Komposition und Experiment


Von der Heydt-Museum Wuppertal

Oskar Schlemmer war vielseitig wie kaum ein anderer Künstler seiner Zeit. Das Wuppertaler Von der Heydt-Museum widmet dem Bauhaus-Lehrer nun eine große Austellung, die sich nicht vorrangig mit seinen Jahren am Bauhaus, sondern auf die Spätphase fokussiert. Während der Nazi-Diktatur hatte sich Schlemmer nach Wuppertal ins "innere Exil" zurückgezogen.


Karte von NRW

Oskar Schlemmer (1888-1943) war einer der bedeutendsten und einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Vielseitig wie kaum ein anderer war er als Maler, Wandgestalter, Graphiker, Bildhauer und Bühnenbildner tätig. Intensiv setzte er sich mit den Künstlern und Kunstströmungen seiner Zeit auseinander und hinterließ eine große Gruppe an Bewunderern. Das Von der Heydt-Museum widmet Schlemmer eine umfassende Ausstellung, die Werke aus allen Phasen seines Schaffens umfasst. Sie legt ihren Fokus weniger auf die Jahre am Bauhaus als vielmehr auf die Spätphase mit seinen ausgereiften Werken. Die Ausstellung setzt das Werk Schlemmers in Relation zu dem seiner Lehrer, seiner Kollegen am Bauhaus und in Breslau und vor allem auch zu Willi Baumeister und Franz Krause, die sich wie Schlemmer in der Wuppertaler Lackfabrik von Kurt Herberts ins „innere Exil“ zurückzogen. Herberts Anwesen, die Villa Waldfrieden in Wuppertal, ist heute Zentrum des Skulpturenparks Waldfrieden.

Schlemmer selbst war Meisterschüler von Adolf Hölzel und lernte 1913 in Berlin die Sturm-Galerie kennen. Als er 1920 von Walter Gropius einen Ruf an das Bauhaus in Weimar erhielt, traf er dort auf zahlreiche Maler, die sich – wie er selbst – mit den gestalterischen Problemen einer neuen, alle Lebensbereiche umfassenden Kunst beschäftigten: u.a. Wassiliy Kandinsky, Lyonel Feininger, Paul Klee, Georg Muche und Johannes Itten.

Nach Stationen in Dessau und an der Kunstgewerbeschule in Breslau, wo er mit Ernst Ludwig Kirchner und Otto Müller in Kontakt stand, war er ab 1933 durch den Nationalsozialismus von allen Ämtern ausgeschlossen, seine Kunst galt als entartet. Auf Vermittlung des Architekten Heinz Rasch erhielt er eine Position als „Professor für maltechnische Forschungsvorhaben“ in der Wuppertaler Lackfabrik von Dr. Kurt Herberts. Mit 52 Jahren zu alt für den Einsatz an der Front, wohnte er schließlich ab 1940 im Haus des neu eingerichteten „Instituts für Malstoffkunde“, wo er mit der kreativen Erforschung und Anwendung moderner Lacktechniken betraut wurde. Hier entwarf er nicht nur sein berühmtes „Lackkabinett“, auch sein „Lackballett“ wurde in Wuppertal zum Firmenjubiläum 1941 uraufgeführt. In Wuppertal entstanden seine letzten, die sog. „Fensterbilder“. Die nur handgroßen Bilder sah er als die „reinste Darstellung meiner selbst“, und er war sich sicher: „Mehr kann ich nicht geben.“

Schlemmer, der am Bauhaus unter anderem Aktzeichnen lehrte, konzentrierte sich in seiner freien ebenso wie in seiner angewandten Kunst auf das Thema der menschlichen Figur im Raum. Sein Ziel war eine idealistische Synthese aus Einfachheit und Metaphysik. Sichtbar wird das in dem großen Bestand von rund 300 Gemälden und Zeichnungen, der sich in der Sammlung des Von der Heydt-Museums befindet und in seinem ganzen Umfang noch nie gezeigt wurde.

 

Leistungen


Lage:
Das Von der Heydt-Museum Wuppertal liegt in der Fußgängerzone des Stadtteils Elberfeld und ist vom Hauptbahnhof (Fernverkehr, S-Bahn) in weniger als fünf Minuten zu Fuß
zu erreichen.

Gastronomie:
Im Erdgeschoss des Museums lädt das von dem international bekannten französischen Künster Daniel Buren gestaltete Museumscafé Muluru (Museum-lunch-room) ein.

Tipps:
Mache Station vor Zeugnissen der Frühindustrialisierung im Historischen Zentrum, zu dem auch das Engelshaus (derzeit wegen Umbau geschlossen) gehört. Streife durch das Briller Viertel mit seinen imposanten Villen gleich neben dem gründerzeitlichen Arbeiterquartier am Ölberg. Besuche den Zoo, der für seine Zuchterfolge ebenso bekannt ist wie für seine idyllische landschaftliche Lage. Man lasse sich treiben beim Shopping in den beiden Zentren Barmen und Elberfeld, bevor der Tag in einer der Kneipen in der Luisenstraße ausgeklungen werden kann.

Der Skulpturenpark Waldfrieden des britischen Bildhauers Tony Cragg auf einer bewaldeten Anhöhe zwischen den Wuppertaler Zentren Elberfeld und Barmen begeistert mit der Kombination von Naturerfahrung und Kunstgenuss und eignet sich ganz besonders gut, den Besuch des Von der Heydt-Museums mit einem anderen Kulturhighlight in der Umgebung zu ergänzen. Neben dauerhaft installierten Arbeiten weltbekannter Bildhauer finden auch im Skulpturenpark Waldfrieden regelmäßig Wechselausstellungen ihren Raum.

 

 


TERMINE & PREISE


Weitere Details

Reisetermine

03.11.2019 - 23.02.2020

Dauer in Tagen

1

Preise

Ticket Erwachsene: ab 12,00 Euro
Ticket ermäßigt: ab 10,00 Euro
Ticket Kind (6 - 17 Jahre): ab 2,00 Euro
Familienticket (2 Erwachsene mit bis zu 4 Kindern bis 17 Jahre): ab 24,00 Euro

Impressionen & Videos


Lass Dich inspirieren: Dein NRW in Bildern

Oskar Schlemmer: Zwölfergruppe mit Interieur (1930), © Von der Heydt-Museum Wuppertal
Oskar Schlemmer: Feuerschiff im Trockendock in Wilhelmshaven (1941), © Von der Heydt-Museum Wuppertal
Oskar Schlemmer: Entwurf für ein Lackkabinett (1941), © Von der Heydt-Museum Wuppertal
Oskar Schlemmer: Maler den Pinsel  prüfend (1942), © Von der Heydt-Museum Wuppertal
Oskar Schlemmer: Wuppertal bei Nacht, Alte Freiheit (1942), © Von der Heydt-Museum Wuppertal

Weitere Infos


Was Du noch wissen solltest

Kontakt

Von der Heydt-Museum Wuppertal
Turmhof 8
42103 Wuppertal
Telefon: +49 202 563-6231
E-Mail: info.museum@stadt.wuppertal.de
Web: https://www.von-der-heydt-museum.de/

Anreise

mit Google Maps
mit der Deutschen Bahn

Das international renommierte Museum lockt Kunstliebhaber mit seiner großen Sammlung, die in verschiedenen Ausschnitten gezeigt wird. Die Sammlung des Museums umfasst Kunst vom 1. Jahrtausend vor Chr. bis in die Gegenwart, Impressionismus, Expressionismus und die zwanziger Jahre bilden die Schwerpunkte.