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Laundromat: Ai Weiwei, Laundromat, 2016. Installationsansicht Jeffrey Deitch, New York, 2016, © Courtesy: Ai Weiwei Studio.

Ai Weiwei im K20 und K21 in Düsseldorf


Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen

„Everything is art. Everything is politics“ lautet das Leitmotiv der Ausstellung des 1957 in Beijing geborenen Künstlers, Architekten und Filmregisseurs. Sie ist die bisher größte Schau Ai Weiweis in Europa und ist in den beiden großen Ausstellungshäusern der Kunstsammlung NRW, K20 und K21, zu sehen.


„Everything is art. Everything is politics“ so brachte der international bekannte Gegenwartskünstler Ai Weiwei das Grundprinzip seiner Arbeitsweise auf den Punkt. Dieses Motto „Alles ist Kunst, alles ist Politik“ ist auch Leitmotiv der umfangreichen Ausstellung, die die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen zeigt. Im Mittelpunkt steht dabei die enge Verzahnung von politischem Engagement und künstlerischer Arbeit Ai Weiweis.

Die Ausstellung mit raumfüllenden Installationen und Werken aus den vergangenen zehn Jahren ist in den beiden Häusern der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, K20 und K21, vom 18. Mai bis zum 1. September 2019 zu sehen.

Mit seinen regimekritischen Äußerungen gegenüber der Regierung in China und als lange verfolgter Dissident wird Ai Weiwei zumeist als politischer Kunst-Aktivist wahrgenommen, der sich in seinen jüngsten Arbeiten mit Migration als Massenphänomen und Beispiel einer grundsätzlichen menschlichen Krise beschäftigt.

„Als Aktivist ist er Künstler und als Künstler ist er Aktivist. Mit dieser Erweiterung seines Kunstbegriffs, bei dem politisches und künstlerisches Handeln nicht zu trennen sind, steht Ai Weiwei sicherlich den Gedanken von Joseph Beuys sehr nahe. Das macht unsere kommende Ausstellung – gerade auch hier in Düsseldorf – so bedeutsam“, erklärt die Direktorin der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Susanne Gaensheimer.

Die Ausstellung bietet einen umfassenden Überblick über Ai Weiweis Schaffen des vergangen Jahrzehnts und konzentriert sich auf Schlüsselthemen, die sein Werk seit den 1980er Jahren auszeichnen: die Flüchtlingskrise und das Spannungsfeld von Individualität und Staat. Ai Weiweis Werke entstehen mit dem Grundgedanken der Humanität, sei es beim Erdbeben von Sichuan, der globalen Flüchtlingskrise oder bei Fragen freier Meinungsäußerung.

Im K21 wird seine monumentale Arbeit „Life Cycle“ (2018) erstmals in Europa zu sehen sein. Über 17 Meter misst die fragile, fast transparente Skulptur aus Bambus und Sisalgarn. Sie stellt eine Vielzahl von Figuren in einem Schlauchboot dar, wie es von vielen Geflüchteten bei der lebensgefährlichen Passage über das Mittelmeer benutzt wird. Einige ihrer Köpfe haben sich in Figuren der chinesischen Tierkreiszeichen verwandelt und verweisen metaphorisch sowohl auf das Ausmaß der menschlichen Krise als auch auf den Kreislauf menschlichen Lebens.
 
„Laundromat“ (2016) entstand vor dem Hintergrund der Geschehnisse im griechischen Flüchtlingslager Idomeni, deren Zeuge Ai Weiwei war, als er seinen abendfüllenden Dokumentarfilm „Human Flow“ (2017) drehte: Die Installation besteht aus Habseligkeiten, die die Bewohner dort zurückließen, als sie 2016 durch die Schließung des Lagers erneut vertrieben wurden. In weiteren Räumen im K21 lässt sich der Werdegang Ais anhand von Dokumenten und kleineren Arbeiten seit den 1980er Jahren nachvollziehen.

In den großen Ausstellungshallen des K20 werden die beiden Schlüsselwerke „Straight“ und „Sunflower-Seeds“ zum ersten Mal überhaupt in ihrer vollständigen Form gemeinsam in einer Ausstellung zu sehen sein. Auf fast 800 Quadratmetern breitet sich die spektakuläre Installation „Sunflower-Seeds“ (2010) aus: 100 Millionen handgefertigte und individuell bemalte Sonnenblumenkerne aus Porzellan, hergestellt in der traditionsreichen chinesischen Porzellan-Metropole Jingdezhen. Ai Weiwei untersucht die Rolle des traditionellem Handwerks im Zeitalter von Massenproduktion und Globalisierung. Die Arbeit wurde zuerst 2010 in der Turbinenhalle der Tate Modern in London gezeigt und ist in Düsseldorf nun zum ersten Mal wieder vollständig aufgebaut.

Die noch nie zuvor in Europa komplett gezeigte Installation „Straight“ besteht aus 164 Tonnen Armierungseisen, die Ai Weiwei nach dem verheerenden Erdbeben von Sichuan 2008 aus eingestürzten Schulgebäuden bergen ließ. Tausende Schulkinder verloren damals ihr Leben unter den Trümmern. In einem zeitaufwendigen Prozess wurden die verbogenen Stahlstäbe wieder geradegebogen und zu einer Landschaft modelliert.

Ai Weiwei, 1957 in Beijing geboren, wird weltweit als Künstler, Architekt, Kurator, Musiker, Filmregisseur und Fotograf gefeiert. Während seiner Zeit in New York in den 1980er Jahren gewonnene Eindrücke von Konzeptkunst und Pop Art hat er für seine Arbeitsweise fruchtbar gemacht, die auf eine kritische Betrachtung von Kulturgeschichte sowie von chinesischen und globalen gesellschaftlichen Entwicklungen zielt.

 

Leistungen

  • Eintritt in die Sonderausstellung "Ai Weiwei" im K20 und K21 der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen
  • Eintritt in die Ständige Sammlung im K20 Grabbeplatz und K21 Ständehaus
  • Teilnahme an der öffentlichen Führung dienstags, donnerstags, sonn- & feiertags (nach Anmeldung)

 

Anfahrt zum K20 Grabbeplatz:

Vom Hauptbahnhof mit den U-Bahnen der Linien U70, U74, U75, U76, U77, U78, U79 bis Haltestelle Heinrich-Heine-Allee.
Aus anderen Richtungen mit den U-Bahnen der Linien U71, U72, U73, U83 ebenfalls bis Heinrich-Heine-Allee.
Parkmöglichkeiten in der Tiefgarage unter dem Museumsgebäude K20 Grabbeplatz.

Gastronomie im K20:
Das "Klee's", ein neu gestaltetes Restaurant im Erdgeschoss des K20, Grabbeplatz, bietet die Symbiose aus moderner Küche und traditioneller Tapas-Idee. Die Gäste genießen ein klassisches Mittag- oder Abendessen oder wählen eine schnelle kleine Mahlzeit.

 

Anfahrt zum K21 Ständehaus:

Mit dem PKW
Richtung Friedrichstadt, Parkmöglichkeiten im Parkhaus Q-Park Kirchplatz (Friedrichstraße 111 / Ecke Herzogstr.)
Mit Straßen- und U-Bahnen
von der Innenstadt: 706, 708, 709, U71, U72, U73, U83
bis Haltestelle Graf-Adolf-Platz.

Gastronomie im K21:
Auf der Speisekarte von Pardo's, einem von dem in Kuba geborenen Künstler Jorge Pardo gestaltetes Bistro, locken ein leckerer wechselnder Mittagstisch sowie hausgemachte Torten und Kuchen.

Karte von NRW

TERMINE & PREISE


Weitere Details

Reisetermine

18.05.2019 - 01.09.2019

Dauer in Tagen

1

Preise

Tickets für die Zeit der Ausstellung:

Einzelticket
Erwachsene: ab 12,00 Euro, ermäßigt 10,00 Euro, Studierende 6,00 Euro, Kinder (6 – 17 Jahre) 2,50 Euro

Kombiticket K20 und K21:
Erwachsene: ab 15,00 Euro, ermäßigt 13,00 Euro, Studierende 7,50 Euro, Kinder (6 – 17 Jahre) 4,00 Euro
 

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Impressionen & Videos


Lass Dich inspirieren: Dein NRW in Bildern

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Ai Weiwei, Study of Perspective, 1995-2011, Tiananmen Square, Beijing, 1997, © Courtesy of Ai Weiwei Studio
Ai Weiwei, Illumination, 2009, © Courtesy of Ai Weiwei Studio
Laundromat: Ai Weiwei, Laundromat, 2016. Installationsansicht Jeffrey Deitch, New York, 2016, © Courtesy: Ai Weiwei Studio.
Ai Weiwei, Sunflower Seeds, 2010 (detail), © Courtesy Ai Weiwei Studio
Ai Weiwei: Zodiac (Dog), 2018, 12 Bilder (12 images), Legosteine (Legos), © Courtesy Jeffrey Deitch und Ai Weiwei Studio, photo: Joshua White

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