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Die Matthäuskirche Buer-Middelich, © Jule Körber

Matthäuskirche Buer-Middelich


Der Ursprung des Beats

Erst auf den zweiten Blick lässt sich das hinter Bäumen versteckte rote Backsteingebäude mit seinem freistehenden, viereckigen Glockenturm als Kirche identifizieren. Beim Gang um die 1960 eingeweihte architektonisch seinerzeit gewagte evangelische Kirche lassen sich im hinteren Teil ein paar kleine Aufenthaltsräume entdecken. Hier war Mitte der 60er Jahre der ‚Tempel‘: Anfang der 60er Jahre hüpfen Skiffle und der daraus erwachsende Beat von Liverpool über die Hamburger Reeperbahn bis in die hintersten Ecken des Landes. Plötzlich greifen überall Jugendliche zu Instrumenten und gründen Bands, die wie die Beatles, die Stones oder die Kinks klingen sollen. Hilfestellung geben vielfach engagierte Kirchenmänner. Beispielsweise Pfarrer Wichmann in Gelsenkirchen-Buer, der aus den Jugendrandalen der späten 50er Jahre den Schluss zieht, den unter der Kirche befindlichen Jugend-und Gemeindesaal zu einem Treffpunkt und Freizeitort zu machen. Dabei weiß er sich einer Meinung mit den Jugendämtern, die das (im Vergleich zum räudigen Rock’n’Roll) brave Skiffle- und Beatmusizieren als unterstützenswerte Aktivität gegen Jugendkriminalität bewerten. So werden die Räumlichkeiten der Matthäuskirche zu einem ersten Spielort für Beatbands, die im ganzen Ruhrgebiet entstehen. Das sorgt dafür, dass dieser abgelegene Ort in Gelsenkirchen-Buer bis Mitte der 60er Jahre zu einem Zentrum der Beat-Bewegung mit bis zu 1.500 Bands wird. Für die sich entwickelnde Szene erhält die Kirche den Spitznamen ‚Tempel‘.

Weitere Informationen
Cranger Straße 81, 45891 Buer-Middelich

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Blick auf das Bermuda3Eck, © Tourismus NRW e.V.
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Der Plattenladen Black Plastic von der gegenüberliegenden Strßenseite, © Tourismus NRW e.V.
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