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Ruhrgebiet Duisburg Landschaftspark Windmühle , © Tourismus NRW e.V.

In­dus­trie­wald im Ruhr­ge­biet


Na­tür­li­cher Raum für Tie­re und Pflan­zen mit­ten im Re­vier

Es grünt und blüht auf der Ze­che: Im Ruhr­ge­biet er­obert die Na­tur die vor­mals in­dus­tri­ell ge­nutz­ten Flä­chen zu­rück.

Industrie und Natur, Ruhrgebiet und wilder Wald – wie passt das zusammen, mag sich manch einer fragen. Dass dies durchaus eine gelungene Kombi sein kann, zeigt der Industriewald Ruhrgebiet. Was Ende des 20. Jahrhunderts in Gelsenkirchen und Essen unter dem sperrigen und wenig attraktiven Namen „Restflächenprojekt“ mit Testcharakter begann, ist seit 2002 zur anerkannten und dauerhaft angelegten Aufgabe der Landesforstverwaltung geworden. Das Ziel: Natur in die Stadt zurückbringen – und zwar dort, wo bisher nur industrielle Brachen schlummern.

Was sich in Essen, Gelsenkirchen und inzwischen auch an zahlreichen anderen  Orten insbesondere im nördlichen Ruhrgebiet abspielt, ist eine Rolle rückwärts und ein Strukturwandel der besonderen Art: Einst zerstörte hier die aufkommende Montanindustrie lebendige Naturräume. Nun, da Zechen und Stahlwerke ihre Tore geschlossen haben, erobert sich die Natur ihr Revier zurück – wenn auch in einem anderen Gewand.

Meist sind es struppige Stauden, deren Samen als erste auf die brachliegenden Gelände geweht werden, in der Erde Wurzeln schlagen und die schwarzen Bergehalden mit ihren Blüten hellgelb oder auch tiefblau sprenkeln. Schließlich siedeln sich nach und nach Birken, Weiden, Erlen und andere Bäume an – erst vereinzelt, dann immer dichter. Und während anfangs nur sehr genügsame Pflanzen den neuen Wald begrünen, sorgt ihr abgefallenes Laub mit seinen Nährstoffen dafür, dass mit der Zeit auch anspruchsvollere Arten wie Ahornbäume oder Eichen einwandern. Auf diese Weise sind im Ruhrgebiet bereits an vielen Standorten Industriewälder entstanden, die sogar artenreicher als viele natürliche Wälder sein können. Die Industriewälder bieten Tieren und Pflanzen einen Rückzugsraum, den sie in der urbanen Umgebung sonst in der Art nicht mehr finden.

Natur erobert auch Unesco-Welterbe

Zu den industriellen Orten, die nun teilweise wieder von der Natur zurückerobert werden dürfen, gehören auch namhafte Schauplätze der Industriekultur wie das Unesco-Welterbe Zollverein in Essen oder die Kokerei Hansa in Dortmund. Und auch viele weitere vormals industriell geprägte Orte in Recklinghausen, Waltrop, Herne, Bochum oder Datteln beherbergen heute kleinere oder größere Industriewälder.

Für die Menschen der Region sind die neuen Wälder zu Lern- und Erholungsorten geworden. So veranstaltet etwa die Forststation auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Rheinelbe in Gelsenkirchen nach Absprache Erlebniswanderungen für Kinder oder Erwachsene. Speziell für Kinder gibt es zudem erlebnisorientierte Ausflüge in die Natur zu Glühwürmchen und Grünspechten, Waldameisen und Fledermäusen, die nicht nur Spaß machen, sondern gleichzeitig das Sprachvermögen oder die Kreativität der Kinder fördern.

Gepflanzt oder gepflegt wird im Industriewald übrigens nichts – oder zumindest fast nichts. Förster achten lediglich darauf, dass die Sicherheit der Besucher gewährleistet ist und dass der Wald ungehindert über Wege betreten werden kann. Ansonsten dürfen sich Tiere und Pflanzen hier so ausbreiten, wie sie wollen. Wie der Wald einmal in zehn oder hundert Jahren aussehen wird, bleibt also allein der Natur überlassen.

www.rvr.ruhr

Kostenlose Natur-Wanderkarte als PDF: www.natur-zollverein.de

Impressionen & Videos


Grün, wild, na­tür­lich: Der In­dus­trie­wald Ruhr­ge­biet in Bil­dern

Ruhrgebiet Bottrop Halde Haniel , © Tourismus NRW e.V.
Ruhrgebiet Herten Halde Hoheward , © Tourismus NRW e.V.
Ruhrgebiet Duisburg Landschaftspark Windmühle , © Tourismus NRW e.V.

Von der Na­tur ler­nen


Ent­de­cke hier pas­sen­de Na­tur­an­ge­bo­te

Ler­nen von der Na­tur im Über­blick

Im Geopark Ruhrgebiet informieren Infotafeln die Besucher, wie hier am Geostopp Deilbachtal, © GeoPark Ruhrgebiet
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Geo­park Ruhr­ge­biet

Bei speziellen Führungen lernen Kinder viel Spannendes über die heimische Natur, © Nationalparkforstamt Eifel Fotograf S. Wilden
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Rang­er­füh­run­gen im Na­tio­nal­park Ei­fel

Die Scheuerbachsenke in der Wahner Heide zeichnet sich durch ihre Dünenlandschaft aus, © Bündnis Heideterrasse e.V._
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Wah­ner Hei­de bei Köln

Der Rursee liegt im Nationalpark Eifel, © Nationalpark Eifel - Nationalparkverwaltung
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Wald­füh­run­gen im Na­tio­nal­park Ei­fel

Wisent Welt Bad Berleburg , © Tourismus NRW e.V.
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Wi­sent-Welt Witt­gen­stein

Sauerland Medebacher Bucht , © Tourismus NRW e.V.
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Me­de­ba­cher Bucht

Besucher der Siegquelle können das frische Wasser kosten, © TVSW Fototgraf Siemon
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Quel­len­reich: Eder, Lahn und Sieg

Seit 2013 bringt die Lippefähre Radfahrer und Wanderer auf die andere Uferseite, © Lippefähre Dorsten
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Na­tur­er­leb­nis Au­en­land

Der Rursee liegt im Nationalpark Eifel, © Nationalpark Eifel - Nationalparkverwaltung
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Na­tio­nal­park Ei­fel

Die Rangerführungen eignen sich für Groß und Klein, © Sauerland-Tourismus e.V. /  Foto Tanja Evers
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Ran­ger-Tou­ren durch den süd­west­fä­li­schen Wald