Designing #urbanana!


Von Manufaktur und High Tech, von Bauhaus und Boomtown

Vom traditionsreichen Manufakturgedanken und feinstem Handwerk zu Innovationslabs und High-Tech-Präzision findest Du im Stadtdschungel Nordrhein-Westfalens an vielen unerwarteten Stellen die Liebe zu guten Dingen und anspruchsvoller Gestaltung.

Klischees und Kontraste

Die Kölner Designszene um die Möbelmesse imm und das Designquartier Ehrenfeld sowie die Düsseldorfer Aura gehobener Mode auf Kö(nigsallee) und Off-Kö gehören genauso zu #urbanana, wie der sprichwörtliche Gelsenkirchener Barock und die Idylle der Kleingartensiedlung. Aufgebrochen wird sie dort durch den Pioniergeist von Ruhrgebietsenthusiasten, die an Orten wie der Rotunde Bochum, dem Kultur im Turm e.V. (KITEV) Oberhausen oder dem Dortmunder Unionviertel eine eigene Ruhrbanität entwerfen. State-of-the-Art und trotziges Stehenbleiben ergeben für den staunenden Gast gemeinsam eine kontrastreiche Momentaufnahme einer Transformation, die spannender ist, als manch hochglanzpolierte Stadtoberfläche.

Neue Blicke auf große Veränderungen

Die Ästhetisierung des Einfachen, der analytische Blick der Düsseldorfer Fotoschule auf die Industriebauten des Reviers, aber auch die aktuelle Umdeutung von Schönheitsbegriffen, die lange Zeit Übersehenes in den Fokus zurückholt, ist Ausdruck des Zeitgeistes. Plötzlich erkennt man durch Aktionen wie Liebe Deine Stadt! in Köln oder das Engagement von Projekten wie Ruhrmoderne plötzlich die Schönheit, die in den verkannten Bauten der 50er und 60er Jahre steckt.

Dazu kommt die kreative Aneignung der Industriebauten: Transformationsprojekte, die wie beim Bochumer Exenter-Haus einen Glasgiganten auf einen Wasserturm setzen, wie in Düsseldorf ein Fabrikareal zum Co-Working-Space Factory Campus umgestalten oder aus einem Gasometer wahlweise eine gigantische Kunsthalle (Oberhausen) oder ein Tauchbasin (Duisburg) machen.

Ein Trialog von Kunst, Mode und Design

Die Inspiration für die kleinen Modeateliers in Köln, Düsseldorf oder Gelsenkirchen speist sich oft aus den großen Textiltraditionen des Landes. Der Flickenteppich dieser Traditionen des Immer-schon-Einwanderungslandes begründet die kosmopolite Unternehmung um Jan Kaths geknüpfte Teppichkunstwerke in Bochum genauso, wie die regionale Möbelindustrie das Marta Museum in Herfold hervorgebracht hat. Kunst und Design stehen hier im Westen schon längst  in engem Dialog: Der Folkwang-Impuls aus Hagen, der die Versöhnung von Kunst und Leben propagiert, zeugt davon. Auch das Wirken Peter Behrens als Direktor der Düsseldorfer Kunstgewerbeschule und früher Vertreter des Industriedesigns schlägt die Brücke zwischen Kunst und Design. Heute zeigt sich dieses Zusammenspiel in ganz zeitgenössischer Weise Gästen aus aller Welt im Kölner Museum für angewandte Kunst, im NRW Forum Düsseldorf, im Red Dot Design Museum in Essen und in den Ausstellungen des Hartware MedienKunstVerein (HMKV) im Dortmunder U.

70 Jahre Experimentierfeld für neues Bauen

Seit 70 Jahren ist #urbanana ein Experimentierfeld auch für neues Bauen. Von kühnen Entwürfen neuer Städte wie Marl, über die strengen Hochhäuser der Nachkriegsjahre und Pritzker-Preis-gekrönten Beton von Gottfried Böhm bis zu der Erfindung der Industriekultur und Haldenkunst durch die Internationale Bauausstellung Emscher-Park und dem postmodernen Legospiel der Stararchitektur im Düsseldorfer Medienhafen reichen hier die Neuentdeckungen für Neugierige.

The Link to #urbanana

Das schillernde Panorama eines wechselvollen städtebaulichen Jahrhuhnderts ist allerorten sichtbar: Die herausragenden Zeugen des Backsteinexpressionismus und frühen Bauhaus-Bauten von Mies van der Rohe in Krefeld, die Gartenstädte Essen-Margarethenhöhe und die Kolonie Anna in Leverkusen, das Welterbe Zollverein als Vertreter der Neuen Sachlichkeit in Essen. Das Architektur- und Reisemagazin The Link hat sich vorgenommen, diese Vielfalt abzubilden und zu beschreiben. Schau‘ Dir an, welche Bilder dabei entstanden sind - weiter unten gelangst Du zur Bilderstrecke „The Link to #urbanana“.

21 x kreativ und einladend

Die einladend-kreative Energie wird in #urbanana vor allem von Mensch zu Mensch übertragen: In tausenden kleinen Läden und auf Festivals von Öko-Rausch bis .process, Robodonien bis platine, auf Maker Fairs, Barcamps und in Repair Cafés. Außerdem und vor allem auf den beeindruckenden Rundgängen der Akademien und Hochschulen. Understatement statt Marktschreierischer Radau prägt die Interaktion. Das Magazin Heimatdesign hat 21 Kreative darum gebeten, Breschen in ihren persönlichen Stadtdschungel vor ihrer Ateliertür zu schlagen und ihre Lieblinge von der Dönerbude bis zum Modelabel vorzustellen – denn die Liebe fließt in die Produkte, nicht in das Eigenmarketing.