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Unesco-Welterbe Zollverein, Essen, © Jochen Tack

Führungen und Routen


Dem Bauhaus auf der Spur

Anlässlich des Bauhaus-Jubiläumsjahres finden zahlreiche Führungen und Rundfahrten in Nordrhein-Westfalen statt. Häufig geht es mit einem Guide zu relevanten Orten, Gebäuden oder durch Ausstellungen. Einige Routen können aber auch auf eigene Faust erlebt werden. Ob am Niederrhein, im Ruhrgebiet, in Siegen-Wittgenstein oder in Düsseldorf - entdecke Bauhaus im Westen auf ausgewählten Führungen und Touren.

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Mies van der Rohe, Straßenansicht Verseidag, Krefeld, © Mies van der Rohe Business Park 2018

Niederrhein

Krefeld

Mies van der Rohe Business Park
Das HE-Gebäude, ein Gebäude für Herrenfutterstoffe der ehemaligen Verseidag in Krefeld wurde nach Plänen von Ludwig Mies van der Rohe 1931 als dessen einziger Industriebau errichtet. Im Mai und Juni 2019 findet hier die Ausstellung „Mies im Westen“ statt, bei der das Gebäude besichtigt werden kann.
www.krefelder-perspektivwechsel.de/mies-im-westen-2019

Haus Lange und Haus Esters
In Krefeld können Besucher bei Gruppen-Führungen die Architektur des Villenensembles Lange und Esters von Ludwig Mies van der Rohe näher kennen lernen, das zu den architektonischen Glanzlichtern des Neuen Bauens in Deutschland zählt. Dabei geht es von der historischen Küche bis in die Gärten.
www.krefeld.de

Mapping Bauhaus: Ein digitaler Architekturguide
Ein digitaler Architekturguide erzählt die Geschichte der Moderne in Krefeld. Dieser online verfügbare Guide wird anhand von bemerkenswerten oder typischen Gebäuden die Architektur-, Sozial- und Industriegeschichte der ehemaligen Seidenstadt Krefeld beleuchten. Viele Hintergrundinformationen, Karten und Abbildungen werden online abrufbar sein. Stationen sind Ludwig Mies van der Rohes Fabrikantenvillen Haus Lange und Haus Esters, sein Färberei- und HE-Gebäude der ehemaligen Verseidag, aber auch das Krefelder Rathaus. Den Südflügel entwarf Hans Volger, Stadtbaurat und Absolvent des Bauhauses.
www.krefelder-perspektivwechsel.de/mapping-bauhaus

Im Traditionszug zur Avantgarde
Das rollende Wahrzeichen von Krefeld, die Dampfeisenbahn „Schluff“, verbindet auf seiner Fahrt Tradition und Moderne. Die Strecke führt vom historischen Nordbahnhof vorbei am Mies van der Rohe Business Park bis in das Naherholungsgebiet am Hülser Berg, das nicht nur mit unberührter Natur, der Wood Art Gallery, dem Wildtiergehege oder dem Hülser Aussichtsturm lockt, sondern auch mit spannender Architektur wie beim Haus Heusgen.
Zum 100-jährigen Bauhaus-Jubiläum ist für Architektur-Interessierte jeden 3. Sonntag von Mai bis September ein Waggon im Traditionszug reserviert. Zudem gibt es eine fachkundige Führung durch das HE -Gebäude der Verseidag, dem einzigen von Mies van der Rohe entworfenen Industriegebäude in Europa, dem heutigen Mies van der Rohe Business Park.
www.krefelder-perspektivwechsel.de/im-traditionszug-zur-avantgarde

Bauhaus und Industrie: Führungen im Pavillon von Thomas Schütte
Privatleute, Firmen und Ausbildungsstätten der Branche beschäftigten auch nach der Schließung des Bauhauses im Jahr 1933 noch Bauhäusler, die das NS-Regime offiziell als „entartet“ verfemte. Dieses Netzwerk von Künstlern, Industriellen, Verbänden, Kultur- und Ausbildungsinstitutionen überstand die NS-Diktatur und den Zweiten Weltkrieg und reichte bis in die 1960er Jahre. „Bauhaus und Industrie“ in Krefeld würdigt dieses bislang unbekannte Kapitel der Kunst- und Wirtschaftsgeschichte erstmals mit einer Ausstellung und mit Dokumentarfilmen, die auf neuen Forschungsergebnissen basieren. Die Ausstellung findet in der begehbaren Skulptur „Pavillon“ des Künstlers Thomas Schütte statt. Führungen gibt es von April bis Oktober jeden Freitag und Samstag um 17 Uhr, jeden Sonntag um 15 Uhr sowie nach Vereinbarung.
www.projektmik.com

Viersen

Villa V
Die Villa V ist eines der ersten Bauwerke der Bewegung „Neues Bauen“ und wurde in den Jahren 1931/32 vom Architekten Bernhard Pfau für die Unternehmerfamilie Kaiser ("Kaiser's Kaffee") errichtet. Neben Gruppenführungen, die jeden Mittwoch stattfinden, sind hier auch Übernachtungen möglich.
www.villa-v.de/index.php

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Hohenhof, Hagen, © Tobias Roch

Ruhrgebiet

Essen

Zollverein Architektur gestern und heute
Das Unesco-Welterbe Zollverein, erbaut von den Architekten Fritz Schupp und Martin Kremmer, ist ein herausragendes Beispiel für die Anwendung der Gestaltungskonzepte des Bauhauses in einem industriellen Gesamtzusammenhang. Diese vom Bauhaus beeinflusste neusachliche Architektur wird bei der Führung in den Kontext der Architektur der Moderne gebracht.
www.zollverein.de

Neue Sachlichkeit, Bauhaus und die Zollverein-Architektur
Die neusachliche, vom Bauhaus-Gedanken beeinflusste Architektur der  Zentralschachtanlage Zollverein XII brachte Zeche Zollverein nicht nur den Ruf als „schönste Zeche der Welt“, sondern auch die Grundlage für die Entscheidung der Unesco, Zeche und Kokerei Zollverein 2001 als „Industriekomplex Zeche Zollverein“ in die Welterbeliste aufzunehmen. Die Sonderführung setzt die neusachliche Zollverein-Architektur in den Kontext der Architektur der Moderne und thematisiert zugleich den Einfluss des Bauhauses auf die Gebäudekomplexe der Schachtanlage XII.  
www.zollverein.de

Folkwang-Idee und Bauhaus100 - Hagener Impuls
Diese Tour führt zur herausragenden Bauhaus-Kultur Hagens, etwa zum Hohenhof, der von Henry van de Velde erbaut, von Karl Ernst Osthaus bewohnt und von Walter Gropius besucht wurde oder zu den Häusern am Stirnband, die der holländische Architekt Jan Ludovicus Mathieu Lauweriks erbaut hat.
www.media.essen.de

Folkwang-Idee und Bauhaus100 - Krefelder Perspektiven
Gemeinsam mit Hagen und Essen bildet Krefeld im Bauhausjahr den "dreiklang im westen". Bei der Tour nach Krefeld geht es zum Pavillon von Thomas Schütte, zum Villenensemble Haus Lange und Haus Esters von Ludwig Mies van der Rohe, ins Kaiser Wilhelm Museum sowie zu weiterer herausragender Bauhaus-Architektur.
www.media.essen.de

Essen erbaulich
Namhafte Architekten wie Georg Metzendorf, Edmund Körner, Fritz Schupp, Martin Kremmer und Otto Bartning hinterließen eine Vielzahl beeindruckender Baudenkmäler in Essen. Zu den architektonischen Highlights, die während der Bus-Tour angefahren werden, zählen Unesco-Welterbe Zeche Zollverein der Architekten Schupp und Kremmer oder die nach den Plänen von Otto Bartning als Rundbau angelegte Auferstehungskirche.
www.media.essen.de

Werkbund, Bauhaus, Neue Sachlichkeit!? – Architektur der Moderne in Essen
Der Schwerpunkt der Führung liegt auf dem Stil der „Neuen Sachlichkeit“ sowie Architekten, die eine biografische oder künstlerische Verbindung zu den Themen Bauhaus, Werkbund und Folkwang aufweisen. Es werden relevante Gebäude wie Unesco-Welterbe Zeche Zollverein und bedeutende Orte wie etwa der ehemalige Standort der Villa Henke von Ludwig Mies van der Rohe angefahren.
www.media.essen.de

Siedlung Margarethenhöhe in Essen
1906 begann der Bau der Siedlung Margarethenhöhe im Essener Süden unter der Stiftung von Margarethe Krupp. Ziel war es günstige Wohnungsbedingungen für Angestellte und Mitarbeiter des Krupp-Konzerns zu schaffen. Entworfen wurde sie vom Architekten Georg Metzendorf. Besucher können verschiedene Touren durch buchen, es geht durch die Siedlung, in eine Musterwohnung und das „Kleine Atelierhaus“.
www.ruhrmuseum.de

Hagen

Bauhaus vordenken: Geschichte des Osthaus Museums
Das von Karl Ernst Osthaus 1902 in Hagen gegründete Museum Folkwang wurde schnell als weltweit erstes Museum für zeitgenössische und moderne Kunst berühmt. In den von Henry van de Velde im Jugendstil gestalteten Innenräumen wirkten Kunstwerke verschiedener Epochen und Kulturkreise organisch zusammen. Nicht nur mit diesem ungewöhnlichen Ausstellungskonzept verfolgte Osthaus das Ziel, Kunst und Leben zu versöhnen. Die Sammlungen des Osthaus Museum geben Einblick in verschiedene Aspekte der Museumsgeschichte.
www.osthausmuseum.de

Bauhaus vordenken: Hohenhof und Stirnband
Nachdem der Kunstmäzen und Kulturreformer Karl Ernst Osthaus sein privates Museum Folkwang in Hagen eingeweiht hatte, begründete er 1906 die Künstlerkolonie Hohenhagen. Osthaus ließ sein Wohnhaus, den Hohenhof, von dem belgischen Künstler-Architekten Henry van de Velde erbauen und auch die Inneneinrichtung von ihm gestalten. In der Straße „Am Stirnband“ realisierte der holländische Architekt J.L.M. Lauweriks neun Häuser nach seiner selbst entwickelten Systemlehre. Eine öffentliche Führung führt zum ehemaligen Wohnhaus und zu den Häusern am Stirnband.
www.osthausmuseum.de

Vorbildlicher Standard für Arbeiterkolonien: Das Riemerschmid Haus
Ein eigenes kleines Haus mit Nutzgarten – um 1907 sollte das für die Hagener Textilarbeiter kein Traum bleiben müssen. Karl Ernst Osthaus holte 1905 die Teilnehmer einer Konferenz für "Arbeiterwohlfahrtseinrichtungen" nach Hagen und konnte in der Folge dem Künstler-Architekten Richard Riemerschmid einen Bauauftrag verschaffen. Ab 1907 begann er den Bau der „Walddorf-Siedlung", in der elf Häuser realisiert wurden. Bei der öffentlichen Führung durch Haus Nr. 17 erhält man Einblicke in die Lebenswelt der Arbeiter dieser Zeit.
www.osthausmuseum.de

Gropius‘ architektonisches Vorbild: Die Andachtshalle des Eduard Müller
Die erste Anlage für Feuerbestattung in Preußen wurde in Hagen gebaut und zwar von dem später als AEG-Gestalter zu Weltruhm gelangten Peter Behrens, der Ausbilder, Vordenker und Vorbild vieler Akteure am Bauhaus war. Bei den Führungen am Mittwoch findet im Anschluss an die Besichtigung der Andachtshalle ein Rundgang zu Prominentengräbern, wie etwa des Politikers Eugen Richter, statt.
www.osthausmuseum.de

Versachlichung in der Friedhofskultur – der Buschey-Friedhof
Von Historismus über Jugendstil bis in die Moderne - jede Zeit hat auf dem 1810 eingeweihten Friedhof ihre Spuren hinterlassen. Einige Grabmale sind sogar von hohem künstlerischem Rang, wie die, die von Georges Minnes und J.L.M. Lauweriks gestaltet wurden.
www.osthausmuseum.de

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Landhaus Ilse, Burbach, © Gemeinde Burbach

Siegen-Wittgenstein

Burbach

Landhaus Ilse – Bauhaus-Juwel auf dem Land
Das Landhaus Ilse wurde als Gästehaus der Firma WAG Westerwald-Brüche AG von Direktor und Ingenieur Willi Grobleben geplant und 1924 erbaut. Es ist benannt nach Groblebens Tochter Ilse und ist baugleich mit dem Unesco-Welterbe „Haus am Horn“ in Weimar, welches anlässlich der ersten Bauhaus-Ausstellung im Jahr 1923 nach Plänen von Georg Muche errichtet wurde. Das Landhaus Ilse ist heute im Besitz der Gemeinde Burbach und steht unter Denkmalschutz. Führungen durch das Haus sind jeden letzten Montag im Monat möglich.
www.burbach-erleben.de

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Neuer Stahlhof, Düsseldorf, © Düsseldorf Tourismus GmbH

Düsseldorf

Von der Moderne in die Zukunft – Architektur-Ikonen in Düsseldorf
Der Architektur-Spaziergang führt zu Werken berühmter Baumeister wie Karl Friedrich Schinkel, Helmut Hentrich oder Daniel Libeskind, die das Stadtbild Düsseldorfs entscheidend mitgeprägt haben. Stationen sind unter anderem der Neue Stahlhof aus den 1920er Jahren, der Kö-Bogen oder die K20 Kunstsammlung NRW, die einem Konzertflügel nachempfunden wurde. Zwischendurch weisen die Guides auf einzigartige Motive hin, die besonders für Instagrammer reizvoll sind.
www.duesseldorf-tourismus.de

Ganz NRW feiert das Bauhaus-Jubiläum

Museum Haus Esters, Krefeld, Gartenseite, © Volker Döhne Kunstmuseen Krefeld
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Krefelder Perspektiven

Hohenhof in Hagen, © Simon Erath
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Hagener Impuls

Peter-Behrens-Bau, Oberhausen, © LVR-Industriemuseum, Andreas Schiblon
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Ausstellungsüberblick

Unesco-Welterbe Zeche Zollverein, Essen, © Simon Erath
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Essener Aufbruch