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#urbanana-Award, © Thomas Baumgärtel

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Eine #urbanana-Projektidee von Anna Döbbelin

Kunstmuseen stärker im Kontext ihres Stadtraums verankern – eine Chance, Touristen ein Stadterlebnis der besonderen Art zu ermöglichen und lokale Kunst und Künstler wieder mehr in das Bewusstsein der Stadtbewohner zu rücken. Vermittlungs-Apps, die in der jüngeren Vergangenheit vermehrt an Museen eingesetzt werden, könnten künftig ihren Weg auch aus der geschlossenen Institution heraus finden und Gebäude, Straßen und Plätze miteinander verbinden.

Für den #Urbanana-Award bewerbe ich mich, weil ich sicher bin, dass die Verbindung des historischen wie modernen Stadtraums mit musealen Institutionen eine Bereicherung für die Kreativwirtschaft und Tourismusbranche ist.
Die Idee zu dem Projekt gab ein Seminar an der Universität zu Köln, in dem ich mit Studierenden die Entwicklung einer App für das Kölner Wallraf-Richartz-Museum anstrebe und im Folgenden auch eine Dissertation mit dem Arbeitstitel „Kunstvermittlung im digitalen Raum“ verfasse.

… Und das Wallraf-Richartz-Museum in Köln ist nur der Anfang … Die Sammlungen städtischer Museen sind stets eng mit der Umgebung verknüpft und bieten eine Vielzahl von Rundgängen, die die Kunst unmittelbar mit den historischen Plätzen verknüpfen könnte. Wo verstecke Josef Haubrich seine heute im Museum Ludwig ausgestellte Sammlung deutschen Expressionismus während der Nazi-Zeit? Wo studierten und revolutionierten ein Joseph Beuys oder eine Rosemarie Trockel? Und wo ist diese wunderbare Brücke, die ich in dem Gemälde von Oscar Kokoschka nur beschauen, wenige Schritte weiter aber auch überqueren kann?

Auch Verknüpfungen zu Theatern, Restaurants, Stadtmauern, Urban Art und einer jungen Kunst und Musikszene sind denkbar. Wer leistet heute Pionierarbeit in der Stadt? Wo wird sich grenzübergreifend mit der Geschichte unserer Kultur auseinandergesetzt? Und welche Stopps werden auf meiner Erkundungsroute durch die Veedel für eine kleine Pause empfohlen?
In welcher Form die App durch Köln führt, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch völlig offen. Zielgruppenorientierte Rundgänge je nach Mobilität und Zeiteinsatz des Nutzers, z.B. Schnitzeljagden oder reine Audiorundgänge sind möglich.

Für das Wallraf könnte dies konkret bedeuten, nach dem Besuch der Sammlung die Schildergasse aufzusuchen. Wo heute zwischen Straßenmusikern und Cafés geshoppt wird, fertigten im Mittelalter die Kölner Meister ihre Bilder (Schilder) an und gaben der Straße für eine gewisse Zeit sogar den Beinamen „rue des peintres“. Neben den historischen Kirchen und Stadtmauern lädt dort heute zum Beispiel der imposante Bau Renzo Pianos (Peek & Cloppenburg) zu einem Besuch ein. Und wo tummelt sich die junge Kunstszene der Stadt? Nicht weit von der Innenstadt im Belgischen Viertel haben sich junge Galerien wie die von Jan Kamps angesiedel, bei der Kunstagentin findet man StreetArt und bei guten Wetter isst man auf dem angesagten Brüsseler Platz ein Eis von Lukas Podolski.

Eine andere Route erzählt die Geschichte unserer Stadtpatronin, der heiligen Ursula. Ihr Weg und die Dienste, die sie der Stadt erwies, werden auf den Truhendeckeln abgebildet, in denen die Gebeine der 11.000 Jungfrauen aufbewahrt wurden, die sie begleiteten. Gefunden wurden sie im Garten der St. Ursula-Kirche im Agnesviertel im Kölner Norden, wo man sich am Ebertplatz in diversen Offspaces aus der Historie zurück in die Gegenwart switchen lassen und im urigen King Georg seinen Absacker trinken kann.

Die App navigiert die Stadtentdecker vom Museum zu den dazu passenden Plätzen in der Stadt, stellt via Bild, Text oder Video Gebäude, Personen und Traditionen vor. Manchmal kann es eine Manufaktur sein, die die Route bereichert, manchmal eine Graffiti oder die Skulptur eines Stadtvaters.

Für das Projekt sind zum jetzigen Zeitpunkt drei Jahre veranschlagt. Die Entwicklung eines Konzepts für die App am Wallraf befindet sich erst am Anfang ihrer Planungsphase.

 

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