Die Flamingos am Zwillbrocker Venn teilen sich ihren Lebensraum mit Kolonien von Lachmöwen, © Biologische Station Zwillbrock e. V.

Zwillbrocker Venn


Flamingos im Münsterland

Flamingos in NRW? Im Münsterland kannst Du die exotischen Vögel in freier Natur erleben. In den Mooren und Heiden des Zwillbrocker Venns fühlen Flamingos sich richtig wohl.

Wer ins Münsterland kommt, mag sich verwundert die Augen reiben: Rosa Vögel? Etwa Flamingos? In der Tat: Im Zwillbrocker Venn, einem Wald-, Moor-, Feuchtwiesen- und Gewässergebiet im nord-westlichen Nordrhein-Westfalen, lebt seit rund drei Jahrzehnten die nördlichste Flamingo-Brutkolonie der Welt. Im März fliegen die exotischen Vögel aus ihren Winterquartieren an der niederländischen Küste ein, um im Münsterland den Sommer zu verbringen und manchmal sogar ihren Nachwuchs aufzuziehen.

Bei den meisten Flamingos handelt es sich um südamerikanische Chileflamingos, aber auch mehrere Europäische  Flamingos sowie ein aus der Karibik stammender Roter Flamingo gehören der im wahrsten Sinne des Wortes bunten Truppe an. Ihre charakteristische Gefiederfarbe verdanken sie ihrer Nahrung, kleinen Krebsen, deren Farbstoffe sich in ihrem Federkleid einlagern.

Exoten im Münsterland

Wie die Flamingos ins Münsterland kamen, weiß niemand so genau. Wahrscheinlich ist jedoch, dass die exotischen Vögel aus Zoos oder aus privater Haltung stammen und irgendwie einen Weg in die Freiheit gefunden haben. Die Tiere der europäischen Art könnten auch von allein aus Südspanien oder Südfrankreich bis nach Mitteleuropa geflogen sein.

Obwohl die Flamingos hier eigentlich nicht heimisch sind, fühlen sie sich im Münsterland pudelwohl und das dürfen sie auch – die exotischen Vögel stellen keine Gefahr für einheimische Arten dar und ihre Existenz in den Gewässern des Zwillbrocker Venns beschädigt auch nicht den Lebensraum.

Nahrungsreiche Gewässer

Experten verwundert es nicht, dass die Flamingos sich an der deutsch-niederländischen Grenze niedergelassen haben: Hier finden sie genau die Nahrung, die sie suchen. Denn durch die ebenfalls hier angesiedelte größte binnenländische Lachmöven-Kolonie und den von ihr produzierten Kot gedeihen die Kleinstlebewesen in den Gewässern der Region prächtig und die Flamingos, die solche Kleinstlebewesen fressen, finden im Sommer einen reich gedeckten Tisch. 

Nur im Winter, wenn die Menge an kleinen Wassertieren abnimmt, ziehen die Vögel an die Küste im südwestlichen Holland, um ihren Hunger stillen zu können. Der Flug ins Winterquartier ist noch einmal ein einzigartiges Naturschauspiel: Von Aussichtskanzeln und Türmen aus lässt sich beobachten, wie sich die Tiere in die Lüfte schwingen und davongleiten.

Heideblüte und Moorschnucken

Mit ihrem bunten Gefieder und dem Exoten-Status sind die Flamingos natürlich die Besucherlieblinge im Zwillbrocker Venn. Aber auch ohne die rosa Vögel wäre das Naturschutzgebiet einen Besuch wert. Geprägt von Feuchtwiesen, Moor- und Heidelandschaften sowie größeren Seen bietet es rund 60 Vogelarten und vielen anderen Tieren und Pflanzen Brut- und Lebensraum.

Von Ende Juni bis in den Herbst hinein sorgt hier auch die Heideblüte für prächtige Farben. Grasende Moorschnucken sorgen dafür, dass die Landschaft weiterhin ihren ursprünglichen Reiz behält: Die Schafe helfen mit, junge Birken zu bekämpfen, indem sie sie einfach verspeisen. Die Birken konnten sich in der Vergangenheit hier ansiedeln, nachdem die Menschen das Moor künstlich entwässert hatten und mussten mühsam von Hand gefällt und abtransportiert werden um das Moor und die Heide wieder in einen intakten baumlosen Zustand zu versetzen. Damit nun nicht neue Birken dem Moor das Wasser entziehen, beweiden die Moorschnucken das gesamte Gebiet und fressen junge Bäume einfach auf.

Biologische Station

Beim ersten Besuch im Zwillbrocker Venn bietet sich das Besucherzentrum der Biologischen Station als Ausgangspunkt für Spaziergänge, Wander- und Radtouren an. Die dortige Dauerausstellung bringt den Besuchern schon vorab die Natur- und Kulturlandschaft der Region näher. Auf dem Außengelände können Gäste auch schon erste praktische Einblicke in die Natur des Zwilllbrocker Venn erhalten: Hier befindet sich ein künstlich angelegtes Moor, eine Trockenheide und ein Kleingewässer.

Für kleine Besucher findet sich hier zudem ein Spielplatz sowie ein Tast- und Riechgarten, in dem die Kinder ihre Sinne erproben können. Zwillbrock und die Biologische Station sind auch eine Etappe auf der Flamingoroute, einer 450 Kilometer langen Radtour, die nach den rosa Vögeln im Zwillbrocker Venn benannt ist.

www.bszwillbrock.de

Öffnungszeiten:
Wintersaison:
Montag bis Donnerstag: 8.00 - 16.30 Uhr
Freitag: 8.00 - 14.30 Uhr

Osterferien bis Oktober:
Montag bis Freitag: 8.00 - 16.30 Uhr
Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 12.00 - 17.00 Uhr

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