Blick von der Bootstour mit der weißen Flotte in Mülheim an der Ruhr, © Tanja Neumann

Rassig ohne Rasse


Zu Besuch bei den Wildpferden im münsterländischen Dülmen

Vereinzelt gibt es sie noch in Europa: Pferde in freier Wildbahn. Aber nur im Münsterland bei Dülmen befindet sich die einzige Wildpferdebahn, bei der das Pferdevorkommen ursprünglich erhalten geblieben ist. Bereits 1316 wurden sie an diesem Ort urkundlich erwähnt. Bei anderen Wildpferdevorkommen in Europa handelt es sich um Wiederansiedlungsprojekte. Im münsterländischen Merfelder Bruch sind diese wilden Tiere einzigartig erhalten geblieben. Ein Besuch ist ein traumhaftes Erlebnis!

Das gesamte Areal ist Landschaftsschutzgebiet. Wer Spaziergänge liebt wird sich an  wunderschöner Natur im Merfelder Bruch erfreuen. Am Wochenende wird  die Wildpferdebahn für Besucher geöffnet. Ein Zaun trennt die Gäste von den wilden Tieren. Bei Führungen mit der Försterin innerhalb der Woche gelangt man in kleinen Gruppen hinter die Abgrenzung und ist den Wildpferden ganz nah. Dazu erfährt man viel Wissenswertes und Spannendes aus der Tierwelt.

Leider ließ der Frühling bei meinem Besuch noch auf sich warten. Nasskalt und grau in grau war es. Aber das Schmuddelwetter war vergessen als plötzlich die Wildpferde vor mir auftauchten. Rund 400 Pferde standen vor mir und ich war überwältigt. Während sich an einer Ecke die Tiere balgten, lag weiter vorne ein Wildpferd müde und platt auf der Wiese. Manche kraulten den anderen und ich war fasziniert von den vielen Eindrücken, dass ich die Zeit ganz vergaß.

Rund 400 Tiere zählt die Herde und überall lässt sich etwas Neues entdecken. Wild heißt auch selbstständig. So lautet das Motto des Herzog von Croÿ, auf dessen Anwesen die Dülmener Wildpferdebahn liegt. Es kommt kein Tierarzt vorbei, die Wildpferde sind sich selbst überlassen. Die Natur entscheidet. Im Winter gibt es allerdings eine Fütterungsstelle. Mit 400 Hektar ist das Areal ihrer Heimat riesig, dennoch würde es nicht ausreichen, die ganze Herde satt zu machen. Knospen und Rinde des Merfelder Bruchs wären schnell abgefressen und ein Weiterziehen ist für die heutigen Wildpferde nicht möglich.

70 bis 80 Fohlen werden im Merfelder Bruch jährlich zu Welt gebracht und zur Regulierung der Herdengröße werden einmal im Jahr die wilden Hengste in eine Arena getrieben und von der Herde entfernt. Ursprünglich war dies keine Show, sondern notwendig. Heute kann man diesem alljährlichem Unterfangen beiwohnen. Am letzten Samstag im Mai lockt der traditionelle Wildpferdefang Tausende von Besuchern an.

Wer den Frühling in der Natur mit rassigen Nicht-Rasse-Pferden genießen will, sollte die  Wildpferde einmal selbst besuchen. Eine Führung lege ich ans Herz. Viel Wissenswertes und Anekdoten gab es für mich von der Försterin. Für Jung und Alt ein Erlebnis!

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Impressionen & Videos


Folge 2 von "Tanjas bunte Tüte"