Die Ruhrfestspiele bestätigen jedes Jahr aufs Neue ihren Ruf als experimentierfreudiges Festival, © German Antón

Ruhrfestspiele


Das älteste Theaterfestival Europas

Stars aus Film und Fernsehen, internationales Programm von klassisch bis provokant: Das älteste Theaterfestival Europas findet jährlich in Recklinghausen statt und ist ein richtiger Publikumsmagnet.

„Stadt der Ruhrfestspiele“ nennt sich Recklinghausen stolz. Tatsächlich kann die Kreisstadt am Rande des Ruhrgebiets stolz auf ihr Theaterfestival sein – handelt es sich doch um eines der bedeutendsten und traditionsreichsten Theaterfestivals des Landes und sogar um das älteste Europas.

Während der Festspielzeit von Anfang Mai bis Mitte Juni wird Recklinghausen jedes Jahr aufs Neues zu einem Anziehungspunkt für Künstler und Theaterbegeisterte aus aller Welt. Jährlich am ersten Mai kommen das nördliche Ruhrgebiet sowie nationale und internationale Besucher im Park um das Festspielhaus zusammen, um den Start des Festivals mit einem großen Kulturvolksfest zu feiern.

Meisterliches Star-Theater

Danach heißt es: Bühne frei für große Klassiker der Theaterliteratur, Bühnenexperimente beim Fringe-Festival, aber vor allem immer wieder meisterliches Star-Theater. Abseits des Filmgeschäfts treffen sich für anderthalb Sommermonate Berühmtheiten aus Hollywood und Babelsberg auf den Theaterbühnen Recklinghausens.

Festivalbesucher kommen hier in den Genuss des Ungewöhnlichen: Internationale Stars wie Cate Blanchett, Kevin Spacey, John Malkovich und Juliette Binoche sowie nationale Prominenz aus Film und Fernsehen wie Iris Berben, Harald Schmidt, Heike Makatsch und Nina Hoss wagen sich hier auf die Bretter, die die Welt bedeuten.

Leidenschaft für die Kunst

Unprätentiös aber anspruchsvoll ist das Publikum der Ruhrfestspiele. Begeisterung für die Theaterproduktionen und Leidenschaft für die Kunst haben hier einen höheren Stellenwert als schicke Abendgarderobe und ausgefallene Hutmode.

Manchmal etwas abschätzig als „Gewerkschafts-Bayreuth“ tituliert, ist es doch gerade das Konzept von Offenheit und kulturellem Sendungsbewusstsein, ohne Verzicht auf künstlerischen Anspruch, das die Ruhrfestspiele so erfolgreich macht.

80.000 Besucher jährlich

Seit 2005 wird das Festival vom Luxemburger Regisseur Frank Hoffmann in diesem Sinne geleitet und erfreut sich großen Publikumszuspruchs. Sprechtheater auf außergewöhnlichem Niveau ist das Aushängeschild des Festivals mit jährlich rund 80.000 Besuchern, daneben haben sich aber auch Literaturreihen und vor allem das Kabarett-Programm etabliert.

Jedes Jahr steht das Festival dabei unter einem anderen Motto – das kann ein Theaterautor sein: Shakespeare, Goethe und Kleist standen zum Beispiel schon mal im Mittelpunkt des Festivals. Oder die Ruhrfestspiele widmen sich einer thematischen Frage oder auch der Theaterszene eines bestimmten Landes.

Zu Gast: Große Ensembles

Es gibt kaum einen bedeutenden Regisseur, der noch nicht im Festspielhaus Recklinghausen inszeniert hat: In Koproduktionen mit den wichtigsten Häusern des Landes sind die großen Ensembles der deutschen Theaterlandschaft zu Gast, das Hamburger Schauspiel genauso wie das Thalia Theater, das Berliner Ensemble genauso wie das Deutsche Theater.

In den ungewöhnlichen Theaterzelten auf dem Parkgelände sind vor allem auch Uraufführungen zeitgenössischer Autoren zu sehen. Regelmäßig  zieht das europäisch ausgerichtete Festival zudem auch internationale Gruppen an.

Insbesondere das Fringe Festival als junges und experimentierfreudiges Tochterfestival der Ruhrfestspiele hat sich zu einer eindrucksvollen Plattform der internationalen Off-Szene entwickelt: Seine Produktionen sind einfallsreich, provokant, schräg und rasant.

Filmreife Vergangenheit

Die Wurzeln der Ruhrfestspiele sind eng mit der Geschichte des Ruhrgebiets verknüpft. Ihren Ursprung haben sie in einer beispiellosen Solidaritätsaktion: Im kalten Nachkriegswinter 1946/47 standen die Hamburger Bühnen vor der Schließung, weil Kohle zur Beheizung von Proberäumen und Bühnen fehlte. Mit dem Mut der Verzweiflung machte sich eine Delegation mit zwei LKWs auf ins Ruhrgebiet und schilderte Recklinghäuser Bergarbeitern ihre Situation.

Gemeinsam schummelten Theaterleute und Kumpels mehrere Fuhren Kohlen illegal an der Militärpolizei vorbei und sicherten so den Spielbetrieb in der Hansestadt. Im darauffolgenden Sommer besuchten 150 Schauspieler Recklinghausen und gastierten zum Dank unter dem Motto „Kunst gegen Kohle“ im Saalbau der Stadt.

So angestaubt dieses Motto im verwandelten, zukunftsgewandten Ruhrgebiet heute klingen mag, der Grundgedanke bleibt zeitlos aktuell. Hier im Norden des Ruhrgebiets wurde der ideelle Grundstein für das neue kulturelle Selbstbewusstsein der Region gelegt und gleichzeitig ein Festival von europäischem Rang geschaffen.

www.ruhrfestspiele.de

Termin 2016:
1. Mai - Mitte Juni 2016

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Impressionen & Videos


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