Schloss Burg in Solingen, © Kristine Löw / Bergische Entwicklungsagentur

Die Bergischen Drei


Wuppertal, Remscheid und Solingen

Eine Fahrt mit der Schwebebahn, dann ins Deutsche Werkzeugmuseum und zum Schluss Entspannen im Müngstener Brückenpark – so könnte Dein Ausflug ins bergische Städtedreieck aussehen.

Die drei nah beieinander liegenden Großstädte im Norden des Bergischen Landes sammeln sich unter dem Namen „Bergische Drei“. Jede für sich hat jedoch besondere Sehenswürdigkeiten zu bieten, die einen Besuch lohnenswert machen.

Gemeinsam ist allen drei Städten ihre pittoreske Lage in der Mittelgebirgslandschaft sowie die Industriegeschichte, deren Hinterlassenschaften noch heute in Szene gesetzt werden.

Wuppertal: Schwebebahn und Tanztheater

Die bei Touristen bekannteste Attraktion Wuppertals ist sicherlich die Schwebebahn, die als weltberühmtes Wahrzeichen der Stadt gilt und seit 1997 unter Denkmalschutz steht.

1901 als „einschienige Hängebahn“ gebaut, ist sie heute Touristenattraktion und wichtigstes Nahverkehrsmittel der Stadt zugleich. In acht bis zwölf Metern Höhe schweben die Fahrgäste über Fluss oder Land von Bahnhof zu Bahnhof und gelangen so komfortabel vom Nord-Osten in den Süd-Westen der Stadt.

Berühmt ist die größte Stadt des Bergischen Städtedreiecks aber auch für ihre Museumslandschaft. Das Von-der-Heydt-Museum beherbergt eine hochrangige Kunstsammlung mit Werken aus dem 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Das Historische Zentrum hingegen widmet sich der frühindustriellen Geschichte der Region. Zum Gebäudekomplex des Museums gehört auch das Engels-Haus, in dem der Unternehmer, Philosoph und Historiker Friedrich Engels gelebt hat.

In der Stadt stoßen Besucher immer wieder auf bauliche Zeugnisse aus der Gründerzeit: Wuppertal ist als eine Wiege der Industrialisierung reich an großen Villenvierteln und repräsentativen Herrenhäusern. Gut 4.500 Baudenkmäler befinden sich im gesamten Stadtgebiet.

Prunkvoll präsentiert sich auch die Stadthalle Wuppertal, die aufgrund ihrer hervorragenden Akustik vornehmlich für Konzerte genutzt wird.

In der Tanzszene ist Wuppertal als Standort des international renommierten Tanztheaters Pina Bausch bekannt. Die 2009 verstorbene Tänzerin und Choreographin gilt als eine der bedeutendsten Künstlerinnen im Bereich der Performing Arts, die den Tanz revolutionierte und das Genre des Tanztheaters schuf.

Auch für Unternehmungen in der Natur eignet sich ein Ausflug nach Wuppertal, das sich mit einem Grünflächenanteil von über einem Drittel Deutschlands grünste Großstadt nennen darf.

Auf einem ausgedehnten Parkgelände mit altem Baumbestand liegt auch der Wuppertaler Zoo, der rund 5.000 Tiere aus knapp 500 Arten beherbergt.

Einen Ausflug ins Grüne lohnt aber auch der Skulpturenpark Waldfrieden, in dem beim Spaziergang durch die Natur moderne Skulpturen von Künstlern der Gegenwart entdeckt werden können.

Remscheid, die "Seestadt auf dem Berge"

Deutlich kleiner als Wuppertal ist Remscheid, die kleinste der drei Städte im Bergischen Dreieck. Ihr Beiname "Seestadt auf dem Berge" mutet zunächst etwas merkwürdig an.

Doch die Erklärung ist einfach: Remscheid ist die höchstgelegene Stadt der Bergischen Drei und zeichnete sich früher durch den regen Handel mit Ländern in Übersee aus. Remscheid genoss damals einen hervorragenden Ruf als Standort für Werkzeugentwicklung und -fabrikation, Maschinenbau und Stahlverformung.

Schon im Mittelalter schufen die Schätze der bergischen Natur – Holz, Eisenerz und Wasserkraft – die Grundlage für eine beispielhafte industrielle Entwicklung. Nicht umsonst steht in Remscheid auch das Deutsche Werkzeugmuseum.

Doch nicht nur in der Industrie-, sondern auch in der Medizingeschichte spielt Remscheid eine Rolle: Das Geburtshaus von Wilhelm Conrad Röntgen, dem Erfinder der Röntgen-Strahlen, liegt im Stadtteil Lennep unweit des Deutschen Röntgen-Museums, das einen umfassenden Einblick in die Geschichte dieser wichtigen medizinischen Entdeckung gibt.

Solingen, die „Klingenstadt“

Die dritte Stadt im Bunde der Bergischen Drei ist Solingen, über die man zu Recht sagen kann: Diese Stadt hat Schneid. Denn Solingen hat sich international als „Klingenstadt“ einen Namen gemacht.

Bis heute ist es das Zentrum der deutschen Schneidwaren- und Besteckindustrie und die Herkunftsangabe „Solingen“ gilt international als Qualitätsmerkmal für Messer aller Art.

Da ist es nur folgerichtig, dass die Stadt auch Standort des Deutschen Klingenmuseums ist. Die umfangreiche Sammlung zeigt Bestecke, Blankwaffen und Schneidgeräte aller Epochen und Kulturen.

Eine Reise in die Vergangenheit können Besucher aber auch mit einem Ausflug nach Schloss Burg unternehmen. Die größte rekonstruierte Burganlage Nordrhein-Westfalens stammt aus dem 12. Jahrhundert und war einst das Machtzentrum der Grafen von Berg, die dem „Bergischen Land“ seinen Namen gaben.

Eine Besichtigung lohnt sich besonders, wenn Ritterspiele oder mittelalterliche Märkte und Basare auf der Burg stattfinden – dann können Besucher hautnah erfahren, wie das Leben hier sich früher anfühlte. Erleichtert wird der Weg hinauf zur Burg durch eine Seilbahn, die gleichzeitig atemberaubende Ausblicke über Wald und Wupper bietet.

Ein neueres, jedoch ebenfalls schon geschichtsträchtiges Bauwerk Solingens ist die Müngstener Brücke, die die Städte Solingen und Remscheid miteinander verbindet. Noch heute ist sie die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands und gilt zudem als eine der schönsten ihrer Art. Zu ihren Füßen liegt der Brückenpark Müngsten, in dem Besucher spielen, picknicken oder auch wandern können.

Wer zwischendurch eine Pause einlegen möchte, sollte sich keinesfalls die Bergische Kaffeetafel entgehen lassen, die in vielen Cafés und Restaurants der Region serviert wird. Aber Achtung: Hunger sollte man schon mitbringen, denn die bergische Spezialität umfasst weit mehr als ein normales Kaffeetrinken. 

Noch mehr Ausflugstipps für die Bergischen Drei gibt es in den Familientipps.

www.die-bergischen-drei.de

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