Eifel Nationalpark Urfttalsperre Sonnenuntergang, © Dominik Ketz

Nachhaltig reisen in NRW


Herrliche Landschaften und grüne Städte erleben

Unterwegs mit Muskelkraft oder Elektroantrieb, zwischendurch verwöhnt von regionaler Kochkunst in zertifizierten Gasthöfen: In Nordrhein-Westfalen kannst Du ganz umweltverträglich eine erholsame Auszeit verbringen.

Auf einer Wanderung tolle Aussichtspunkte entdecken, heiß gelaufene Füße in einem klaren Bach abkühlen und abends bei netten Gastgebern gutes Essen aus der Region genießen – das sind Momente, die für unvergessliche Urlaubserlebnisse sorgen. Auch künftige Generationen sollen diese Glücksmomente erleben können, deshalb rückt das Thema Nachhaltigkeit immer stärker ins Bewusstsein. Einen schönen Urlaub zu verbringen, dabei der Natur vor Ort möglichst wenig zu schaden und dort lebende Menschen nachhaltig zu unterstützen – das wird immer wichtiger. In Nordrhein-Westfalen gibt es verschiedene Möglichkeiten, mit gutem Gewissen eine erholsame Auszeit zu verbringen.

In der Eifel zum Beispiel können Urlauber durch die Wälder des Nationalparks oder über den Eifelsteig wandern, abschalten und die Natur unbeschwert genießen. Dabei helfen Reisepakete, die nicht nur ein Gästeticket enthalten, das sowohl für eine klimafreundliche An- und Abreise mit Bus und Bahn als auch vor Ort für die öffentlichen Verkehrsmittel gilt, sondern auch Übernachtungen bei als klimafreundlich zertifizierten Gastgebern umfassen, die zudem in der Küche auf regionale Herkunft und Qualität der Zutaten achten. Grundvoraussetzung für die Zertifizierung der Unterkünfte ist die Auszeichnung mit der Umweltmarke „Viabono!“, die wiederum belegt, dass die Gastgeber in den Prüfbereichen (Ab-)Wasser, Abfall sowie Energie und Klima mindestens 30 Prozent besser als der jeweilig errechnete Durchschnittsbetrieb sind. Auch die Verwendung von saisonalen und regionalen Lebensmitteln spielt eine große Rolle für die Zertifizierung. Produkte der Regionalmarke Eifel etwa garantieren kurze Transportwege und die Unterstützung regionaler Betriebe.

Klimafreundlich durch die Eifel

Die Initiative "KlimaTour Eifel" gibt Gästen einen Überblick über Möglichkeiten der klimafreundlichen Urlaubs- und Freizeitgestaltung. Wer sich zudem gezielt über erneuerbare Energien in der Region informieren möchte, kann sich auf der Energietour Eifel über alternative Stromerzeugung informieren und Windkraft-, Solar- und Biogasanlagen sowie ein Wasserkraftwerk besuchen. Die zehn Stationen am Wegesrand bieten mitunter nicht nur interessante Einblicke, sondern auch tolle Aussichten: So haben Besucher von der rund 60 Meter hohen Aussichtsplattform einer Windkraftanlage bei Aachen eine tolle Fernsicht bis in die Eifel. Im Eifel-Örtchen Heimbach findet sich mit einem Jugendstilkraftwerk gar ein deutschlandweiter Vorreiter der Stromerzeugung durch Wasserkraft.
www.klimatour-eifel.de

In der Nordeifel haben Radler und Wanderer übrigens vielerorts die Möglichkeit, in einen Zug umzusteigen, wenn die Beine müde sind. Für ein landesweites Pilotprojekt haben die Kreise Euskirchen und Düren 19 Bahnhöfe und Haltepunkte mittels Infoterminals, Infostelen, Wanderbänken, Fahrradständern und Luftpumpen zu Rad- und Wanderbahnhöfen weiterentwickelt. Zudem wird eine einfache und einheitliche Markierung und Zielwegweisung von den Bahnhöfen zu bestehenden Rad- und Wanderwegen eingerichtet, damit die Touren problemlos vom Bahnhof aus gestartet und beendet werden können.
www.nordeifel-tourismus.de

Insgesamt laden in NRW rund 50.000 Kilometer Wanderwege und ein landesweites Radwegenetz von rund 13.800 Kilometern zu klimaneutralen Erkundungstouren ein.

Erste CO2-neutrale Jugendherberge in Brilon gekürt

Vorreiter mit Brief und Siegel ist die Jugendherberge Brilon: Das Haus im Sauerland ist  2009  zur ersten CO2-neutralen Jugendherberge in Deutschland gekürt worden. Diese Neutralität erreicht die Herberge etwa mit Hilfe von Solaranlagen, Regenwassernutzung, Nutzung von Bio-Lebensmitteln, umweltschonender Reinigungsmittel und Recyclingpapier sowie durch Ausgleichszahlungen, zum Beispiel an ein Aufforstungsprojekt in Äthiopien. Auch das Angebot für die Gäste dreht sich um das Thema Nachhaltigkeit, etwa mit Programmen zu Klima, Gewässer, Boden oder Wald.
www.djh-wl.de/brilon 

Grüne Hauptstadt Europas liegt in NRW

Auch immer mehr Städte in NRW widmen sich dem Thema Nachhaltigkeit. Unter ihnen sticht Essen in diesem Jahr ganz besonders heraus: Die Europäische Kommission hat die Metropole zur "Grünen Hauptstadt Europas“ ernannt und damit erstmalig einer Stadt der Montanindustrie den Titel verliehen. Voraussetzungen für die Auszeichnung sind hohe Umweltstandards sowie fortlaufend ehrgeizige Ziele für die weitere Verbesserung des Umweltschutzes und der nachhaltigen Entwicklung.

Besucher können die grünste Stadt in Nordrhein-Westfalen und die drittgrünste Großstadt Deutschlands ganz klimafreundlich zu Fuß, mit dem Rad, dem Schiff oder mit Bus und der Bahn erkunden. Dank eines Fahrrad-Verleihsystems, das über die ganze Stadt verteilt ist, können sich auch Gäste jederzeit in den Sattel schwingen und die gut ausgebauten Radwege und Fahrradstraßen nutzen. Auch Sightseeing ist mit dem Rad möglich: 15 Thementouren und -routen führen vorbei an Parkanlagen, Kirchen, ehemaligen Zechen und gemütlichen Biergärten. Die App "Essen.Erfahren" bietet Navigation, Karten und Details zu Radrouten, Sehenswürdigkeiten und Einkehrmöglichkeiten. Außerdem gibt es ein großes Angebot geführter Touren, die die besonders grünen Seiten der Stadt thematisieren, sowie verschiedene Übernachtungspakete.
www.essengreen.capital

Unterwegs mit Muskelkraft und Elektroantrieb

Umweltfreundliche Reisemöglichkeiten gibt es auch in anderen Regionen von NRW – zu Land und zu Wasser. Mit Muskel- und Elektroantrieb gelangen Gäste der Urlaubsregion Teutoburger Wald an ihr Ziel: Sehenswürdigkeiten lassen sich per Draisine und Elektro-Rikscha, per Heißluftballon und Elektroroller, mit Weser-Schiffen und per Kutsche ansteuern. E-Bikes, Segways und Museumsbahnen gibt es auch. Für das Projekt "Schau' an! Wir sind mobil" haben die Kreise Minden-Lübbecke und Herford sowie die Stadt Bielefeld verschiedenste Alternativen zum Auto geschaffen und gebündelt.
www.schau-an.org

In Wuppertal können Besucher sich umweltfreundlich und trotzdem motorisiert auf Stadtrundfahrten begeben: Dafür steht der Elektrozweisitzer Twizy bereit. Ein programmiertes Navigationsgerät im Auto führt die Insassen zu ausgewählten Highlights in der Stadt, darunter etwa das von der Gründerzeit geprägte Briller Viertel und das einstige Arbeiterviertel Ölberg. Am alten Bahnhof Mirke, einem Anziehungspunkt für die Kultur- und Kreativwirtschaft, können Besucher Einblicke in ganz aktuelle urbane Szenen bekommen. Ein Roadbook liefert ausführliche Hintergrundinformationen zu den Sehenswürdigkeiten am Wegesrand.
www.wuppertal.de

Umweltfreundlich kommen auch die Tret-Hausboote auf der Ruhr daher: Die Escargots, zu Deutsch „Schnecken“, genannten Boote der Grünen Flotte Mülheim können für Tages- und Mehrtagestouren gemietet werden. Und für den Fall, dass die Muskeln müde geworden sind, steht ein 4-Takt-Außenbordmotor bereit.
www.gruene-flotte.de

Grüne Urlaubsunterkünfte in idyllischer Landschaft bietet das Sauerland: Als erstem Ferienpark in Deutschland wurde dem Landal GreenPark in Winterberg schon vor einiger Zeit das Nachhaltigkeitszertifikat Green Key verliehen, mit dem ansonsten hauptsächlich Hotels ausgezeichnet werden. Green Key ist ein internationales Zertifizierungsprogramm für die Tourismus- und Freizeitbranche, das in Deutschland von der Deutschen Gesellschaft für Umwelterziehung begleitet wird.
www.landal.de/parks/winterberg

Geschäftsreisen werden immer „grüner“

Auch im Businessbereich gibt es Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit: Das Projekt "Sustainable Bonn - Konferenzort der Nachhaltigkeit" hat eine Vorbildfunktion innerhalb von NRW. Mehr als 50 Betriebe, darunter hauptsächlich Hotels, aber auch Unternehmen aus den Bereichen Catering, Konferenztechnik und Transport sowie Museen, sind in Bonn bereits Partner des Projekts. Das bedeutet: Sie erarbeiten ihre eigene Nachhaltigkeitsstrategie, die eigenverantwortlich umgesetzt wird und werden dabei von einer externen Beratungsgesellschaft intensiv betreut. Dieses Engagement der einstigen deutschen Hauptstadt kommt nicht von ungefähr: Als einzige deutsche UNO-Stadt beheimatet Bonn 18 Sekretariate, die sich globalen Zukunftsthemen wie Klimaschutz, Wüstenbildung, Wasserhaushalt, Boden- und Artenschutz widmen. Darüber hinaus sind in der Region Bonn mehr als 150 internationale Organisationen rund um die UN-Schwerpunkte angesiedelt. Somit ist in den vergangenen Jahren ein Netzwerk entstanden, das eine Synergie für internationale Leitkongresse zum Themenschwerpunkt Nachhaltigkeit sowie für die nachhaltige Ausrichtung von Veranstaltungen geschaffen hat.
www.bonn-region.de

Städte wie Köln oder Münster folgen dem Beispiel: So bündelt das Cologne Convention Bureau Veranstaltungsorte und Tagungshotels, die nachhaltige Angebote anbieten.
www.locations.koeln

Das Kongressbüro von Münster Marketing unterstützt Veranstalter dabei, Tagungen möglichst nachhaltig zu organisieren und Abläufe mit Blick auf Klimaschutz oder Ressourcenschonung zu optimieren. Auch die soziale Nachhaltigkeit spielt eine Rolle: Münster hat sich der weltweiten Kampagne „Fairtrade Towns“ angeschlossen, mit der Akteure aus Handel, Verwaltung und Zivilgesellschaft sich für eine gerechtere Gestaltung des globalen Welthandels einsetzen.
www.tourismus.muenster.de

Nachhaltig und kreativ

Das "ökoRAUSCH Festival für Design & Nachhaltigkeit" ist ein Designfestival mit Haltung. Es steht für durchdachte Gestaltung, die den Menschen, die Gesellschaft und die Umwelt an erste Stelle rückt. Schnittstellen zwischen Design und Kunst eröffnen zudem spannende Themenfelder und sind Wegweiser für innovative Zukunftsstrategien. Das ökoRAUSCH Festival findet 2017 erstmals im Museum für angewandte Kunst Köln (MAKK) statt und öffnet seine Tore vom 12. bis 21. Mai. Herzstück des Festivals ist eine Ausstellung, die hochwertige, nachhaltige Produkte, innovative Designkonzepte und künstlerische Positionen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung in den Mittelpunkt stellt.
www.oekorausch.de/festival

Urlaub für alle

Zu einem wesentlichen Grundgedanken der sozialen Nachhaltigkeit gehört die Möglichkeit zur Partizipation. In NRW werden immer mehr Ausflugs- und Freizeitangebote barrierefrei gestaltet. So hat etwa der Nationalpark Eifel seinen Natur-Erlebnisraum "Wilder Kermeter" mit einem 4,7 Kilometer langen Wandernetz ausgestattet, das auch Rollstuhl- und Handbikefahrer sowie Menschen mit Rollatoren problemlos nutzen können. Unter anderem geht es zum "Hirschley", einem der beliebtesten Aussichtspunkte im Nationalpark. Damit auch Blinde einen Eindruck bekommen, was hier zu sehen ist, ist der Aussichtspunkt durch ein Tastmodell erlebbar. Auch Museen, Restaurants, Hotels oder Touristinfos in NRW sind nach dem bundesweit einheitlichen Zertifizierungssystem „Reisen für Alle“ ausgezeichnet – und stehen somit allen Menschen offen.

 

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Eifel Nationalpark Urfttalsperre Sonnenuntergang, © Dominik Ketz
05 National Park Eifel See, © Nationalpark Eifel - Nationalparkverwaltung
Stadtgarten Essen, © Johannes Kassenberg