Industriekultur in NRW
Von wegen, altes Eisen
Wo liegt der Reiz von Kohle und Stahl? Können alte Industrieanlagen schön sein? Aber natürlich! Beeindruckende Antworten finden Sie im Ruhrgebiet!
Keine andere Region in Deutschland kann so viele und so bedeutende Zeugnisse der Industriegeschichte vorweisen wie Nordrhein-Westfalen: Ein dichtes Netz von über 60 Industriemuseen und Besucherbergwerken, fast 200 Museen und Einrichtungen sowie eine noch größere Zahl von Industrie- und Technikdenkmälern überzieht das Land. Ein Überblick:
Das Ruhrgebiet, ehemaliges Zentrum der Montanindustrie, glänzt heute als dichteste Kulturlandschaft Europas. In umgewandelten Industrieanlagen haben Kunst und Kultur, Freizeitsport und Entertainment eine neue Heimat gefunden. Die Zeche Zollverein zum Beispiel, einst die größte und modernste Steinkohle-Förderanlage der Welt, ist seit 2001 UNESCO-Welterbestätte. Ihre vom Bauhausstil geprägte Architektur war für den modernen Industriebau beispielgebend. Bei einer „Steigerführung mit Püttgeschichten“ werden die vergangenen Zeiten wieder lebendig. Jeden Freitagabend nimmt ein Ex-Bergmann Besucher mit auf einen Rundgang durch die Anlage und berichtet von seinem Arbeitsleben über und unter Tage.
Zollverein-Scheckheft
Das "Zollverein-Scheckheft" bietet den Besuchern mit 16 verschiedenen Schecks zahlreiche Vergünstigungen, Preisvorteile und Gratisleistungen - zum Beispiel bei Führungen durch die Übertageanlagen der Schachtanlage Zollverein XII und der Kokerei Zollverein, bei Konzerten der Stiftung Zollverein und bei Veranstaltungen von PACT Zollverein. Insgesamt können Inhaber des ein Jahr lang gültigen Scheckheftes rund 20 Euro sparen. Erhältlich ist es für fünf Euro im Besucherzentrum Zollverein.
www.zeche-zollverein.de
Hüttenwerk Duisburg-Meiderich
So wie in der Zeche Zollverein markiert die letzte Schicht auch im Hüttenwerk Duisburg-Meiderich nicht nur das Ende einer Ära, sondern zugleich einen Neuanfang: Die ehemaligen Werkshallen sind für Kultur- und Firmenveranstaltungen hergerichtet, ein alter Gasometer ist zu Europas größtem Tauchsportzentrum geworden, in Erzlagerbunkern wurden alpine Klettergärten geschaffen und ein erloschener Hochofen ist zum Aussichtsturm ausgebaut. Auf dem Gelände finden verschiedene Konzerte und Feste statt, so ist der Landschaftspark beispielsweise ein Veranstaltungsort der RuhrTriennale.
www.landschaftspark.de
Deutsches Bergbau-Museum Bochum
Einblicke in die Welt des Bergbaus erhalten Besucher im Deutschen Bergbau-Museum Bochum. Dafür sorgen Ausstellungen über Tage sowie ein originalgetreues Anschauungsbergwerk unter Tage. Im April 2005 feierte es seinen 75. Geburtstag.
Deutsches Bergbau-Museum Bochum
Am Bergbaumuseum 28
44791 Bochum
Öffnungszeiten:
Di - Fr: 8.30 - 17.00 Uhr
Sa, So + Feiertage: 10.00 - 17.00 Uhr
Eintrittspreise:
Erwachsene € 6,50
ermäßigt € 3
www.bergbaumuseum.de
Gasometer Oberhausen
Ohne Schornsteine und Fördertürme, aber nicht minder herausragend kommt der Gasometer Oberhausen daher. Er ist zugleich Wahrzeichen der Stadt, beeindruckendes Dokument der Bau- und Technikgeschichte und spektakulärer Veranstaltungsort. Weit über zwei Millionen Besucher waren schon in dem Industriedenkmal zu Gast, das als höchste Ausstellungshalle Europas sogar im Guinnessbuch der Rekorde eingetragen ist.
Der Gasometer Oberhausen schickt seine jüngsten Besucher mit einem speziellen Audioguide für Kinder auf Entdeckungsreise durch die aktuellen Ausstellungen. Sympathischer Wegweiser ist der wissbegierige Tim, der auf seinem Rundgang durch die Industriekathedrale von Gasolo, dem "guten Geist des Oberhausener Gasometers", begleitet wird. Die beiden machen an insgesamt 20 Stationen Halt und kommentieren dabei bedeutende Meilensteine in der fast siebzigjährigen Geschichte des Industriedenkmals. So erfahren die jungen Hörer viel Wissenswertes und spannende Hintergrundinformationen rund um das Wahrzeichen der Stadt Oberhausen. Der Audioguide für Kinder kostet 1,50 Euro.
Öffnungszeiten:
Di bis So 10-18 Uhr, in den NRW-Ferien auch montags geöffnet
www.gasometer.de
Route der Industriekultur
Gasometer Oberhausen, Landschaftspark Duisburg-Nord und Zeche Zollverein sind nur einige Beispiele für Industriekultur im Ruhrgebiet. Sie reihen sich ein in insgesamt 46 herausragende Zeugnisse der industriekulturellen Vergangenheit und Gegenwart, die gemeinsam die "Route der Industriekultur" bilden. Dazu gehören überregional bedeutende Industrieanlagen ebenso wie von namhaften Architekten entworfene Arbeitersiedlungen, Museen oder Panoramen. Auf einem Rundkurs von 400 Kilometern lassen sich so 150 Jahre Industriegeschichte erfahren.
www.route-industriekultur.de
Bielefeld - Zentrum der Textilindustrie
Die Industrialisierung im 19. Jahrhundert hat aber auch in anderen Teilen Nordrhein-Westfalens unübersehbare Spuren hinterlassen. Bielefeld zum Beispiel war das Zentrum der Textilindustrie in Deutschland. Dort findet sich das beeindruckende Gebäudeensemble der Ravensberger Spinnerei, einst eine der größten Flachsspinnereien Europas. In und rund um die Spinnerei finden Konzerte, Kabarett, Talkveranstaltungen, Privat- und Firmenveranstaltungen statt.
www.bielefeld.de
Museum Wäschefabrik
Nicht weit davon liegt eine ehemalige Wäschefabrik, die zu einem in Deutschland einmaligen Museum umgestaltet wurde. Obwohl die Produktion bereits 1980 endgültig eingestellt wurde, ist hier keine der bis zu 90 Jahre alten Nähmaschinen demontiert, kein Stoffballen beseitigt und kein Kalender von der Wand entfernt worden. Besucher haben den Eindruck, dass es nur noch wenige Minuten dauern kann, bis die Näherinnen aus der Mittagspause zurückkehren.
Museum Wäschefabrik
Viktoriastraße 48a, 33602 Bielefeld
Tel.: 0521 - 60464
Öffnungszeiten:
jeden Sonntag von 11 bis 18 Uhr
Eintrittspreise:
€ 3,00 EUR, ermäßigt € 1,50
www.museum-waeschefabrik.de
Wuppertaler Schwebebahn
Mehr als hundert Jahre alt, aber noch immer weltweit einzigartig ist die Wuppertaler Schwebebahn. Sie zählt zu den bequemsten und sichersten Verkehrsmitteln überhaupt.
Die Schwebebahn fährt während der Hauptverkehrszeiten in folgenden Takten:
Montags bis freitags alle 3 - 4 Minuten
Samstags alle 5 - 8 Minuten
Sonn-/Feiertags alle 7 - 9 Minuten
Der Fahrpreis für eine einfache Fahrt von Vohwinkel nach Oberbarmen bzw. Oberbarmen nach Vohwinkel beträgt für:
Erwachsene € 2,30
Kinder € 1,30
www.schwebebahn.de
Erzbergbaumuseum und Besucherbergwerk Ramsbeck
Davon, dass in Bergwerken nicht nur Kohle gefördert wurde, können sich Besucher im Sauerland überzeugen: In Ramsbeck wurde bis 1974 Blei, Zink und, als Nebenprodukt, Silber an den Tag gebracht. Im dortigen Bergbaumuseum sind Maschinen und Mineralien ausgestellt, im Besucherbergwerk 300 Meter unter Tage berichten Bergleute aus ihrem einstigen Arbeitsalltag.
Erzbergbaumuseum und Besucherbergwerk Ramsbeck
Glück-auf-Straße 3, 59909 Bestwig
Tel.: 02905 - 250
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag von 9:00-17:00 Uhr (letzte Einfahrt gegen 16:00 Uhr), montags geschlossen (Oster- und Pfingstmontag geöffnet).
Vom 5.12.-01.01. durchgehend geschlossen.
Eintrittspreise:
Erwachsene € 7,50
ermäßigt € 5,00
www.ramsbeck.de
Besteckfabrik Fleckenberg
Wie aus einem Stück Blech ein Löffel oder eine Gabel wird, können Besucher in Schmallenberg sehen. In der ehemaligen Besteckfabrik Hesse wurden bis 1982 Bestecke verschiedener Art hergestellt und gingen dann in die ganze Welt hinaus. Originale Pressen, Walzen oder Schleifscheiben kommen bei Führungen noch heute zum Einsatz.
Besteckfabrik Fleckenberg
Wiesenstraße 11, 57392 Schmallenberg-Fleckenberg
Öffnungzeiten:
ganzjährig
Samstag: 15-17 Uhr, Vorführung 15.15 Uhr und 16.15 Uhr
vom 1. April bis 30. November zusätzlich
Montag: 15-17 Uhr, Vorführungen 15.15 Uhr und 16.15 Uhr
Mittwoch: 10-12 Uhr, Vorführungen: 10.15 Uhr und 11.15 Uhr
Eintrittspreise:
Erwachsene € 2
Kinder € 1
www.besteckfabrik.com












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