Höhlensee in der Dechenhöhle Iserlohn, © Dechenhöhle und Deutsches Höhlenmuseum Iserlohn

Höhlen, Tunnel und Stollen


Abkühlung im Inneren der Erde

Die Temperaturen steigen und die Sehnsucht nach einem kühlen Fleckchen wird immer größer? Dann ist ein Abstieg in die Unterwelt Nordrhein-Westfalens genau das Richtige.

Höhlen, Stollen oder Tunnel – Orte unter der Erde sind einfach perfekt, wenn es darum geht, der Hitze zu entfliehen. Und nicht zuletzt dank seiner Bergbau-Vergangenheit hat Nordrhein-Westfalen viele solcher Refugien zu bieten.

Höhlen

Allein Höhlen gibt es Dutzende in Nordrhein-Westfalen, einige davon sind wahre Touristenmagneten. So wie die Attahöhle in Attendorn. Sie gehört zum größten zusammenhängen Höhlensystem Deutschlands und ist ohne Zweifel eine der schönsten Tropfsteinhöhlen im Land. Die ebenfalls im Sauerland gelegene Dechenhöhle in Iserlohn beherbergt das größte Höhlenmuseum Deutschlands. Und die benachbarte Balver Höhle in Balve gilt als größte Kulturhöhle Europas und bietet regelmäßig Konzerte und andere Kulturveranstaltungen in beeindruckender Atmosphäre.
www.sauerland.com/balver-hoehle

Abenteuerlustige Besucher sind in der Kluterthöhle in Ennepetal genau richtig: Die Höhlentouren führen hier zum Teil durch unbeleuchtete und so enge Gänge, dass ein Vorwärtskommen nur auf dem Bauch möglich ist.
www.kluterthoehle.de

Was alle Höhlen gemeinsam haben: Bei Temperaturen unter 12°C können Besucher hier eine wohltuende Auszeit von der sommerlichen Hitze nehmen. Das heißt aber im Umkehrschluss: Selbst bei Außentemperaturen von 30 Grad und mehr sind hier lange Hose und dicker Pulli oder Jacke angesagt.

Heilstollen

Manche Orte im Inneren der Erde können sogar noch mehr als Kühlen und zum Staunen bringen: Sie haben eine heilsame Wirkung. Erholungssuchende können in mehreren Heilstollen in NRW die kühle und saubere Luft unter Tage genießen. Die hohe Luftfeuchtigkeit ist wohltuend für die Atemwege und das Gestein wirkt wie ein natürlicher Luftfilter. Weitab von Staub und Hitze kann man sich hier in Schlafsäcke oder Decken hüllen, tief durchatmen und einfach mal entspannen.
www.kluterthoehle.de/kur | www.stollen-nordenau.de | www.abela-heilstollen.de

Bergwerke

Weitere Orte, die auch im Sommer herrlich kühl sind, sind Besucherbergwerke – und davon gibt es in Nordrhein-Westfalen einige. Schließlich ist der Bergbau eng mit der Geschichte des Landes verbunden, und zwar nicht nur der Kohleabbau. Viele unterschiedliche Besucherbergwerke, von Erz- über Silber- und Schiefer- bis zu Kohleabbaustätten, geben heute spannende Einblicke in die frühere Arbeit und das Leben der Bergleute vergangener Generationen. Außergewöhnliche Erlebnisse sind dabei garantiert: Im Besucherbergwerk Kleinebremen in Porta Westfalica im Teutoburger Wald fahren Gäste zum Beispiel mit einem historischen Triebwagen von 1937 ein. Und im Ruhrgebiet, Deutschen Bergbau-Museum Bochum bekommen Besucher mit dem Seilfahrt-Simulator einen authentischen Eindruck einer Grubenfahrt.
www.bergwerk-kleinenbremen.de | www.bergbaumuseum.de

Bunker

Ein anderer spannender Ort, an dem es auch im Sommer eher kühl ist, sind Bunker. In der Eifel liegen gleich zwei dieser Bauwerke, die sich Regierungen bauen ließen, um im Kriegsfall einen sicheren Rückzugsort zu haben. Die Bundesregierung suchte sich für ihren Geheimbunker Bad Münstereifel als Sitz aus. Hierhin wollte sie im Krisenfall flüchten und den Funkverkehr aufrechterhalten. Heute werden im Sommerhalbjahr Führungen durch die Anlage samt dazugehörigem Antennenfeld angeboten.
www.bunker-kirspenich.de

Im nicht weit entfernten Kall ließ die nordrhein-westfälische Landesregierung einen Atombunker bauen, von dem aus sie im Krisenfall ihre Regierungsgeschäfte fortführen wollte. Dementsprechend ist der Bunker auch ausgebaut. Jahrzehntelang wurde der Ausweichsitz geheim gehalten, heute können ihn Besucher jedoch besichtigen.
www.ausweichsitz-nrw.de

Und noch ein ehemals wichtiger Bunker liegt in der Eifel: der Bunkerkomplex der Landeszentralbank NRW. Immerhin 2.500 Quadratmeter, verteilt auf 72 Räume umfasst der Bau, mit dessen Hilfe die Geldversorgung auch während eines möglichen Krieges aufrechterhalten werden sollte. Bis 1989 fanden hier regelmäßig Übungen statt, seit 2012 können nun Besucher in die Unterwelt hinabsteigen.
www.lzb-bunkersatzvey.de

Und sonst?

Neben Tropfsteinhöhlen, Heilstollen, Bergwerken und Bunkern gibt es in NRW noch weitere spannende Orte unter der Erde, die für einen Ausflug an einem heißen Sommertag prädestiniert sind. Der Zeittunnel Wülfrath im neanderland zum Beispiel, der 400 Millionen Jahre Erdgeschichte mit allen Sinnen erlebbar macht. Ausstellungsgäste treffen beim Gang durch den Tunnel auf Dinosaurier, begegnen den ersten Menschen und lernen auf unterhaltsame Art viel über das Klima oder die Kontinentalverschiebung. Angenehmer Nebeneffekt an heißen Tagen: In dem Tunnel, der zu einem stillgelegten Kalksteinbruch gehört, ist es immer kühl.
www.zeittunnel-wuelfrath.de

In Düsseldorf gibt es einen Tunnel mit künstlerischem Anspruch. Bei Kunst im Tunnel (KIT) kann in einem Raum, der zwischen den Tunnelröhren für den Autoverkehr liegt, zeitgenössische Kunst besichtigt werden. Direkt an der Rheinuferpromenade gelegen, zeigt der Tunnel vier bis sechs Wechselausstellungen pro Jahr – und ermöglicht in den Sommermonaten kühlen Kunstgenuss.
www.kunst-im-tunnel.de

In der Henrichshütte Hattingen gibt es einen Luftschutzstollen, der im Zweiten Weltkrieg tatsächlich den Arbeitern der Hütte und ihren Familien rettenden Schutz vor Luftangriffen bot. Heute bietet die Henrichshütte an Wochenenden von Februar bis November unter dem Namen "Bunker-Tour" Führungen durch den geschichtsträchtigen Stollen an.
www.lwl.org/luftschutzstollen

Ebenfalls spannend ist ein Besuch im sogenannten „Kronleuchtersaal“ in Köln. Ganz so pompös, wie sein Name es vermuten lässt, ist der Ort in der Kanalisation zwar nicht, aber einen Kronleuchter gibt es tatsächlich. 1890 nämlich, zur Einweihung, wurde der Raum mit zwei Kronleuchtern mit je sechs Kerzen ausgestattet, um dem eingeladenen Kaiser Wilhelm II. einen gebührenden Empfang zu bereiten. Bis Ende der 1980er Jahre hingen sie an ihrem Platz, bis die verrotteten Exemplare durch einen elektrischen Kronleuchter ersetzt wurden – allerdings in einem originalgetreuen Nachbau. Wer sich den Kronleuchter selbst einmal anschauen möchte, kann sich einer Stadtführung durch Köln anschließen, die zum Abschluss in die Kanalisation mit dem Kronleuchtersaal hinabsteigt.
www.koelntourismus.de

In die Unterwelt geht es auch in Bielefeld hinab, genauer gesagt in der Sparrenburg, dem Bielefelder Wahrzeichen. In den Kasematten mit ihren dunklen Verliesen und engen Lichtschächten legten im Mittelalter Soldaten. Heute kann man das eindrucksvolle 300 Meter lange unterirdische Gangsystem auf geführten Touren besichtigen.
www.sparrenburg.info

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Impressionen & Videos


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