Diese riesenhafte Wespe, gemalt vom Ukrainer Alex Maksiov, befindet sich in der Wood Art Gallery in Krefeld., © Tanja Neumann

Folge 4: Drei bunte Tipps für die Sommerferien


Von Papier, Experimenten und Street Art

Die Sommerferien stehen vor der Türe, endlich! Da man aber ja nie so richtig weiß, wie das Wetter bei uns wird, gibt es von mir in dieser Ausgabe Erlebnistipps für drinnen und einen besonderen Auslugstipp für draußen - egal wo, immer kommen dabei Groß und Klein auf ihre Kosten.

unbedingt weitersagen


Papiermühle Alte Dombach


Stoff genug für einen ganzen Ausflugstag

In Bergisch Gladbach gibt es Deutschlands größtes Papiermuseum in der ehemaligen Papiermühle Alte Dombach. Für einen Besuch im Rheinischen Industriemuseum kann man gut einen ganzen Tag einplanen. Das Gelände der alten Papierfabrik ist riesig und umfasst eine Menge, was man hier erleben kann. Ich bin leider erst am Nachmittag angereist und überrascht über die Fülle an Möglichkeiten.

Das Museum informiert anschaulich mit tollen Exponaten über die Bedeutung des Papiers in unserer Gesellschaft und die Entwicklung des Papierverbrauchs. Im Maschinenraum einer alten Fabrikhalle steht eine echte PM4, eine Papiermaschine, die rund 40 Meter lang ist und aus dem Jahr 1889 stammt. Bis 1991 produzierte sie täglich bis zu 11 Tonnen Papier und kann hier im Original noch bewundert werden. Ich lünkere durch Spione, um zu erfahren, wie früher gearbeitet und Papier verwendet wurde, entdecke unseren Verpackungswahnsinn der letzten Jahre. Die Geschichte der Papierherstellung begeistert mich und ich erlebe ein Mühlrad, ein Lumpenstampfwerk und eine Laborpapiermaschine live in Aktion. Wer Lust hat, kann sich selbst als Papiermacher versuchen und seine Geschicklichkeit mit dem Schöpfrahmen erproben. Selbstredend war das für mich das Highlight des Tages!

Man kann sich außerdem auf interessante Pflanzenwege begeben und sich über die zur Herstellung von Papier verwendeten Gewächse informieren. Außerdem gibt es noch einen Schaugarten, ein Café im gemütlichen Fachwerkhaus, ein kleines Arbeiterwohnhaus und einen Themenspielplatz, natürlich auch einen Museumsshop und das Hauptmühlengebäude mit dem Kernstück des Museums. Zudem lohnt ein Spaziergang über das Freigelände, dort gibt es ausgefallene Werkzeuge zu bestaunen. Und am besten nicht nur am Nachmittag kommen, sondern einen ganzen Tag für den Besuch einplanen!

www.industriemuseum.lvr.de/papiermuehle

Impressionen & Videos


Lass Dich inspirieren: Dein NRW in Bildern


Deutsches Museum in Bonn


Lernen mit Spaßfaktor

Während ich in meiner Kindheit mehr Museen mit langweiligen Ausstellungen und langen Beschreibungstexten kennengelernt habe, bin ich froh, dass sich die Museumspädagogik in den letzten Jahren grundlegend geändert hat! Ein gutes Beispiel dafür gibt es in Bonn.

Das Deutschen Museum Dort bietet jede Menge zum selbst Ausprobieren und Entdecken. Anschauliche Praxis statt trockener Theorie und Formeln. Ich besuche einen Gummibärchen-Workshop und schon wird in der Experimentierküche des Museums die Alltagschemie zur Entdeckungsreise. Rot, grün, orange oder doch lieber in gelb? Wer kennt sie nicht, die kleinen Bärchen? 100 Millionen Gummibärchen werden jeden Tag produziert. Statt allerdings die süße Wegzehrung oder Nervennahrung als Reise-Snack in kleinen Tütchen zu kaufen, gibt es in Bonn die Möglichkeit, selbst einmal die süßen Bären herzustellen. Chemie gehörte zwar nicht zu den besten Fächern in meiner Schulzeit, aber schon nach einer kurzen Einführung lerne ich bei im Workshop: Es ist ganz einfach, denn wer lesen kann, kann auch Gummibärchen selbst machen! Unter fachkundiger Anleitung lernen wir nicht nur, wie man Tanzbären (so hießen die Gummibärchen nämlich ursprünglich) herstellt, sondern ganz nebenbei viel über die früher so ungeliebte Chemie. Und das Beste ist: Unsere Gummibärchen sind gelungen und schmecken sogar!

Im Deutschen Museum gibt es aber noch viel mehr zu erleben. Und während wir auf die Festigung unserer Gummibärchen warten, vertreibe ich mir wunderbar die Zeit auf den Spuren der Technik. Ich lerne zum Beispiel, wie MP3-Player, Air-Bags oder auch der Transrapid funktionieren. Besonders angetan bin ich aber vom SchlauSpielhaus im Museum. Dort kann man viele naturwissenschaftliche Phänomene kennen- und verstehen lernen. Zum Beispiel diese Sache mit der Schwerkraft.

www.deutsches-museum-bonn.de

Impressionen & Videos


Lass Dich inspirieren: Dein NRW in Bildern


Wood Art Gallery in Krefeld


Kostenfreies Kunst-Outdoor-Erlebnis

Bei einer abendlichen Spazierfahrt im Frühling habe ich meine Stadt Krefeld mal ganz anders wahrgenommen. Eher durch Zufall entdeckte ich ungewöhnliche Kunst an ungewöhnlichem Ort. Unter dem Titel “Wood Art Gallery” haben nämlich 20 Künstler aus Deutschland, Italien, Mexiko, USA, Frankreich, den Niederlanden, Russland, Ukraine und Großbritannien die Natur zur Bühne für ihre Kunstobjekte werden lassen. Viele tolle StreetArt-Motive lassen sich entdecken, aber auch Betonrohre oder Plattenwege werden auf dem Gelände rund um das Umweltzentrum Krefeld zu einzigartigen Kunstinstallationen. Die Wood Art Gallery ist 2015 entstanden, kann aber auch heute noch auf eigene Faust erkundet werden - so lang die Natur sich nicht ihre “Ausstellungsfläche” zurückholt. Aber Achtung: Wetterfeste Kleidung ist angebracht, es kann zwischendurch dornig und matschig werden.

www.krefeld.de/wood-art-gallery

Impressionen & Videos


Lass Dich inspirieren: Dein NRW in Bildern

Vielweib auf Entdeckungstour durch #DeinNRW

Ich bin Tanja ...


... und wohne im schönen Rheinland. Reisen und Tagesausflüge bedeuten für mich Auszeit und Inspiration zugleich. Ich liebe es, auf Roadtrips zu entspannen und spannende Kurzurlaube und Ausflüge zu erleben. Dabei entdecke ich NRW immer wieder neu.

zum Blog von Vielweib