Karneval in Nordrhein-Westfalen

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Kölner Karneval (c) Foto Olive Franke, Tourismus NRW e.V.

Kölner Karneval

Die fünfte Jahreszeit macht alle Kölner zu Jecken, die schunkelnd durch die Straßen ziehen. Kein Wunder also, dass der Rosenmontagszug der Domstadt der größte Deutschlands ist. Das Motto der Karnevalssession 2012 lautet: "Jedem Jeck sing Pappnas" (www.koelntourismus.de).

Karneval in Bonn (c) Stadt Bonn; M. Sondermann

Karneval in Bonn

Den Auftakt zu den eigentlichen tollen Tagen bildet Weiberfastnacht am 16. Februar 2012. An diesem Tag haben die Männer in allen Karnevalshochburgen nichts zu lachen - und nichts zu sagen. Sie büßen Macht und Krawatten ein und erhalten dafür im besten Fall ein "Bützje" (Küsschen). Diese Tradition hat ihren Ursprung in Bonn: 1824 schlossen sich die Beueler Wäscherinnen zusammen, um eine Teilnahme am bislang rein männlichen Karneval zu erreichen. Noch heute ist die Stürmung des Rathauses durch die Wäscheprinzessin nicht nur der Startschuss für den Straßenkarneval, sondern eine der Hauptattraktionen in Bonn (www.bonn-region.de).

Düsseldorfer Jecke vor dem Rathaus (c) Düsseldorf Tourismus & Marketing GmbH

Karneval in Düsseldorf

Das Motto der Düsseldorfer Karnevalssession 2012 „Hütt dommer dröwer lache“, auf Hochdeutsch: „Heute lachen wir darüber“, soll zeigen, dass sich die Düsseldorfer nie die gute Laune vermiesen lassen. Nicht weniger als 300 Prunksitzungen, Bälle, närrische Jubiläen, Empfänge und Kostümfeste stehen in der närrischen Zeit auf dem Terminkalender. Wenn „D'r Zoch kütt!“ setzten sich 60 fantasievoll gestaltete Wagen sowie Dutzende von Kapellen und Fußgruppen in Bewegung und bilden den 3.500 Meter langen Zug. Zu weiteren Höhepunkten des Straßenkarnevals gehören der familiäre Karnevalssonntag auf der Königsallee, das Tonnenrennen in Niederkassel, zu dem ebenfalls am Sonntag Jecken in Holzschuhen zum Wettlauf mit Karre und Tonne antreten (www.duesseldorf-tourismus.de).

Karneval in Aachen (c) aachen tourist service e.v. / A.Steindl

Karneval in Aachen und der Eifel

In Aachen gibt es neben den vielen traditionellen Sitzungen auch eine "Stehung": Bei der "Carnevale" am 3. Februar ist neben der Tanzfläche eine Programmbühne aufgebaut, so dass die Besucher wie auf einem Pop- und Rockkonzert im Stehen feiern. 1998 eingeführt, gehört sie inzwischen mit mehr als 3.000 Gästen zu den größten Veranstaltungen im Aachener Karneval. Weit über regionale Grenzen hinaus bekannt ist die Verleihung des "Orden wider den tierischen Ernst", die in diesem Jahr am 28. Januar vorgenommen wird. Fernsehschauspieler und Kabarettist Ottfried Fischer erhält die Auszeichnung. Nachwuchsnarren ziehen am Tulpensonntag, 19. Februar, durch die Stadt. Seit 1938 macht sich der Kinderkostümzug auf den Weg durch die Kaiserstadt (www.aachen-tourist.de). In der Eifel gehen zu Karneval Gespenster um: Am Karnevalssamstag setzt sich in Blankenheim an der Ahr der traditionelle Geisterzug in Bewegung. Bei bengalischem Feuer- und Fackellicht nehmen sie am Abend des 18. Februar Besitz vom historischen Burgort. Wer als Geist mit durch die mittelalterlichen Gassen springen möchte, benötigt lediglich die traditionelle Kostümierung: Ein weißes Bettlaken und eine Kordel müssen mitgebracht werden, eine Pechfackel gibt's gegen eine Gebühr am Rathauseingang.

Rosenmontagszug in Münster (c) www.bmk-muenster.de

Karneval in Münster

Auch weiter entfernt vom Rheinland hat NRW karnevalistische Klassiker zu bieten: Mit mehr als 100 Wagen, Fußgruppen und Spielmannszügen aus der Stadt, dem Umland und aus den Niederlanden ist Münsters Rosenmontagszug einer der größten in Westfalen. Die historische Stadtkulisse verleiht dem Zug ein ganz besonderes Flair - und so säumen jährlich tausende von Menschen seinen Weg. Das 1. Karnevalsmuseum in Westfalen bietet theoretische Einblicke in die westfälische und rheinische Narrenzeit. Untergebracht in einem alten Bauernhof beherbergt es Orden, bunte Masken und Uniformen rund um die fünfte Jahreszeit, Bilder und Geschichten der vergangenen Sessionen bis weit in die Nachkriegszeit ergänzen das Angebot.

Karneval im Teutoburger Wald

Und auch die Region Teutoburger Wald kann mit jecken Besonderheiten aufwarten: In Beverungen im Kreis Höxter zum Beispiel führt der Große Rosenmontagsumzugs durch zwei Bundesländer. Seinen Ausgangspunkt hat der Zug in Lauenförde auf der niedersächsischen Seite der Weser. Er führt dann über die Weserbrücke, wo die Grenze zu Nordrhein-Westfalen überschritten wird, nach Beverungen. Der Zug ist so lang, dass sich die ersten Karnevalisten schon weit im nordrhein-westfälischen Beverungen tummeln, während viele Narrengruppen noch in Niedersachsen auf den Aufbruch warten. Die Jecken in Delbrück-Mitte blicken stolz auf ihre "Eintracht von 1832", dem ältesten Narrenverein im Bund Westfälischer Karneval. Höhepunkte der Karnevalssession dort sind der Kinderzug am Karnevalssonntag und der Rosenmontagszug.