Kölsch genießen, © Tourismus NRW e.V.

Biertradition


Von Brauerinnen und kühlen Blonden

Schon die alten Ägypter wussten ein schmackhaftes Bier zu schätzen. Heute gibt es das Getränk in vielen unterschiedlichen Varianten – die größte Vielfalt deutschlandweit bietet NRW.

Deutschland ist Europameister: In keinem anderen Land auf dem Kontinent wird so viel Bier gebraut wie zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen. 95 Millionen Hektoliter des erfrischenden Getränks, das schon bei den Sumerern 3.000 Jahre vor Christus und im alten Ägypten beliebt war, wurden von den mehr als 1.300 Brauereien allein im Jahr 2015 abgesetzt – sage und schreibe rund 32 Milliarden volle Gläser  – Kölschstange, Tulpe oder Krug - wären das.

NRW darf sich dabei deutscher Vizemeister nennen. Knapp ein Viertel des in Deutschland gebrauten Biers kommt aus den Brauereien zwischen Rhein, Ruhr und Weser. Aber: Bei den Biersorten liegt NRW unangefochten vorn. Bundesweit gibt es zwischen 5.000 und 6.000 verschiedene Sorten des beliebten Gerstensaftes. Doch die Deutschen brauen nicht nur Bier, sie trinken es auch gern. 170 Liter waren es 2014 pro Kopf oder auch 22 Millionen Liter täglich.

Besonders beliebt bleibt das „kühle Blonde“ oder auch „Helle“, das untergärige Pils also, das angeblich sieben Minuten braucht. Doch das ist falsch! Ein frisches Bier sollte in maximal zwei Minuten gezapft werden. Andernfalls verliert es viel Kohlensäure und wird so schal und warm. Aber das nur am Rande. Und noch ein Tipp: Auch wenn das Pils des Deutschen liebstes Bier ist, in Düsseldorf sollte man besser auf das dunkle Alt umsteigen, in Köln auf das obergärige Kölsch - umgekehrt besser nicht, will man sich nicht den Unmut der Köbesse, wie die Kellner im Rheinland genannt werden, zuziehen.

Gerste, Hopfen und Wasser

Gebraut wird natürlich noch immer streng nach dem Reinheitsgebot, erlassen im April 1516 von Wilhelm IV. Herzog von Bayern. Was heute gern als erstes deutsches Lebensmittelgesetz bezeichnet wird, las sich vor genau 500 Jahren so: „Ganz besonders wollen wir, daß forthin allenthalben in unseren Städten, Märkten und auf dem Lande zu keinem Biere mehr Stücke als allein Gersten, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen.“

Hier fehlt noch die Hefe, die tatsächlich erst später dazukam. Die Brauer von damals wussten zwar bereits um die „wundersame“ Wirkung der Hefen beim Gärungsprozess, sie betrachteten die Hefe jedoch lediglich als Produkt des Brauprozesses, jedoch nicht als Zutat. Heute weiß man, dass es ohne Hefe kein Bier gäbe, denn sie setzt beim Gärprozess den Malzzucker, der im Malz enthalten ist, in Alkohol und Kohlensäure um.

So erklärt sich auch, dass Brauen im Mittelalter fast ausschließlich Frauensache war, hingen doch in den Backstuben reichlich Hefezellen in der Luft, die einen kräftigen Gärungsprozess in Gang brachten. Und so hieß es: „Heute back‘ ich, morgen brau‘ ich …“ Zu den prominentesten Brauerinnen gehörten übrigens die Benediktinerin Hildegard von Bingen sowie Luthers Frau Katharina von Bora. Und auch heute noch trinken Frauen gerne Bier, auch wenn das Klischee ein anderes ist. Laut einer Studie greift jede zweite Frau lieber zum Bier- als zum Weinglas.

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